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Motorradunfall wegen Rollsplitt - wer ist schuld?

21.08.2013 - 14:51

Das Wetter ist schön, das Motorrad ruft, der Biker lässt sich nicht lange bitten und schwingt sich für eine Ausfahrt in den Sattel. Es geht in die Berge, die Maschine kurvt die Serpentinen hinauf.  Auf einmal - in einer der Kurven - lauert einer der Todfeinde des Bikers: Rollsplitt, übrig geblieben vom letzten Winter und an den Fahrbahnrand geweht.

Plötzlich ist der Asphalt gar nicht mehr griffig und auch die besten Motorradreifen verlieren auf den kleinen losen Steinchen schnell den Halt. Was dann oft folgt, geschieht binnen weniger Wimpernschlägen: Das Motorrad lässt sich nicht mehr halten und rutscht samt "Asphalt-Cowboy" in den Straßengraben.

Nach dem Sturz stellt sich die Schuldfrage

Wer  bei einem solchen Sturz glimpflich davonkommt, kann sich glücklich schätzen. Doch ist der erste Schreck verdaut, das Bike geborgen und die Unfallstelle abgesichert, kommt die Frage auf, wer Schuld am Unfall hat.

 

Der Motorradfahrer, weil er nicht vorsichtig genug gefahren ist? Oder die Kommune, die den Rollsplitt hat streuen lassen und es versäumt hat, die Fahrbahn anschließend wieder richtig zu säubern? Oft geht es hierbei auch um hohe Geldsummen. Reparaturkosten für das Motorrad wollen beglichen werden, die Schutzkleidung ist nur noch ein Fall für die Mülltonne, eventuell fallen Krankenhaus- und Rettungskosten an. In schweren Fällen trägt der Biker bleibende Schäden davon oder stirbt sogar beim Unfall.

Gericht: Warnhinweis war unzureichend

Da sich die Parteien  bei der Schuldfrage oft nicht einigen können, müssen Gerichte für klare Verhältnisse sorgen - unlängst beispielsweise das Oberlandesgericht München. Im verhandelten Fall war ein  Motorradfahrer  aufgrund von Rollsplitt in einer Kurve gestürzt. Die für die Straße zuständige Kommune hatte zwar mit einem Hinweisschild vor den Gefahren von Rollsplitt gewarnt - allerdings war die Warnung an einer unzureichenden Stelle aufgestellt, so die Überzeugung des Gerichts.

 

Somit habe der Biker die mögliche Gefahr nicht deutlich genug erkennen können. Aus diesem Grund sprach das OLG München dem geschädigten Motorradfahrer am Unfall und seinen Folgen lediglich eine Teilschuld von 30 Prozent zu. Die Kommune haftete dagegen wegen ihrer Verletzung der Verkehrssicherheitspflicht zu 70 Prozent.

Biker erhält keinen vollen Ersatz für beschädigte Schutzkleidung

Außerdem stellte das Gericht fest, dass für die durch den Unfall beschädigte Schutzkleidung kein Neuwert anzusetzen sei. Es gebe, so die Richter in ihrer Urteilsbegründung, durchaus einen Markt für gebrauchte Motorradkleidung und Helme. Deshalb müsse der Biker einen sogenannten Abzug "neu für alt" akzeptieren. Das bedeutet, er erhält nicht den Neupreis der Schutzausrüstung, sondern nur den Betrag, den er für den Kauf von vergleichbarer gebrauchter Ware schätzungsweise aufwenden müsste.

 

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(srh)

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