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Technik sorgt für mehr Fahrstabilität bei Motorrädern

07.05.2013 - 14:00

Technische Helfer sind - im Vergleich zum Automobilbau - bei Motorrädern noch vergleichsweise rar gesät. Nicht einmal ABS ist für alle Modelle Serienausstattung. Doch die Zweiradhersteller rüsten auch hier auf. Nun gibt es die ersten Motorradmodelle mit Sensortechnik im Fahrwerk.

Die Straßenlage der Maschinen soll damit entscheidend verbessert werden. Vor allem in Kurven können plötzliche Fahrbahnunebenheiten dazu führen, dass das Vorderrad die Bodenhaftung verliert - Bike und Biker landen dann schnell ungebremst im Straßengraben, im Gegenverkehr oder in der Leitplanke.

Intelligente Fahrwerke nur in Top-Modellen

Die intelligenten Fahrwerke, die seit kurzem in Top-Modellen der Motorradmarken etwa von BMW (Dynamic Damping Control beim Supersportler HP4 sowie Dynamic ESA bei der Reiseenduro R 1200 GS), Ducati (Skyhook-System bei der Multistrada) und Aprilia (hier heißt das in der Caponord 1200 ABS eingesetzte System Aprilia Dynamic Damping) verbaut werden, sorgen dagegen für permanente  Fahrstabilität - auch in Extremsituationen.

 

Wie das geht? Sensoren überwachen, auf welchem Untergrund und in welcher Lage sich das Motorrad befindet- und stellen Stoßdämpfer und Co. darauf ein. So unterscheidet sich die Abstimmung auf dem engen Gebirgsparcours von der auf der holprigen Landstraße, der Autobahn oder topfebener Rennstrecke.

Reaktion binnen Millisekunden

Innerhalb von Millisekunden reagiert eine Recheneinheit auf die veränderten Bedingungen, ermittelt etwa aus Geschwindigkeit, Federbewegung, Drehzahl und Bremsdruck. Sofort wird die Federung angepasst. Erste Tests von Experten der Zeitschrift Motorrad, die das BMW-System unter Realbedingungen ausprobierte,verliefen positiv. Das Urteil der Tester: Die E-Helfer machen die Bikes stabiler.

 

Wie im Pkw-Bau auch werden diese neuen Systeme von den Motorradherstellern allerdings bisher nur für die jeweiligen Top-Modelle gegen Aufpreis angeboten. Es wird vermutlich noch Jahre dauern, bis die Technik für die gesamte Modellpalette verfügbar oder sogar serienmäßig verbaut sein wird.

Wo bleibt das Fahrerlebnis?

Viele Motorradfahrer dürften jedoch von der zunehmenden Technik in den Maschinen wenig erbaut sein. Erste Leserkommentare zu entsprechenden Artikeln - etwa bei der Süddeutschen Zeitung - legen dies nahe. Die technischen Finessen gehen Puristen zu weit. Für sie bedeutet Motorradfahren Freiheit und Abenteuer. Sie wollen sich nicht von der Technik ins Fahrverhalten pfuschen lassen.

 

(srh)

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