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Neue EU-Führerscheinrichtlinie bringt viele Veränderungen für Motorradfahrer

05.02.2013 - 12:07

Seit dem 19. Januar ist die – mittlerweile dritte – EU-Führerscheinrichtlinie in Kraft. Sie wirbelt vor allem bei den Motorradfahrern einiges durcheinander. Neben neuen Klassen wird etwa der Weg zum Motorrad-Olymp der offenen Führerscheinklasse A steiniger. Die Brüsseler Bürokraten lassen jedoch auch bei einigen Punkten Milde walten – davon profitieren jugendliche Biker wie ältere Führerschein-Hasen.

Doch der Reihe nach: Die Richtlinien-Friseure haben für diese Motorrad-Saison den Stufen-Look ausgerufen. Insgesamt stehen vier Motorrad-Führerscheinklassen zur Auswahl: AM, A1, A2 und A.

Die Motorrad-Führerscheinklassen im Überblick

Bereits ab 16 Jahren darf in Deutschland "losgeknattert" werden - der bestandene Führerschein für Kleinkrafträder vorausgesetzt. Stufenweise kann der Motorradfahrer dann aufsteigen und immer leistungsstärkere Maschinen fahren. Das Ende des Auspuffrohrs ist mit der Führerschein-Klasse A erreicht. Sie kann frühestens mit 20 Jahren erreicht werden. Direkteinsteiger in diese höchste Klasse müssen mindestens 24 jahre alt sein.

Die Einstieger-Klasse AM

Die kleinste Klasse ist auch den Kleinsten vorbehalten. Ab 16 Jahren darf der Führerschein für Kleinkrafträder bis maximal 50 ccm und 45 km/h erworben werden. Surrt das Gefährt elektrisch voran, sind maximal 4 kW Leistung erlaubt. Was die Anzahl der Räder betrifft, sind die Väter der Richtlinie großzügig: Mindestens zwei sollten es schon sein, bis zu vier Räder sind aber auch kein Problem. Darunter fallen Zweiräder sowie drei- und vierrädrige Kleinkraftfahrzeuge (beispielsweise Quads mit maximal 350 Kilogramm Leergewicht). Wer den Pkw-Führerschein besitzt, darf automatisch auch alle Fahrzeuge der Klasse AM fahren.

Die erste Führerschein-Stufe A1

Ebenfalls ab 16 Jahren kann die Klasse A1 erworben werden. Sie berechtigt zur Fahrt mit Leichtkrafträdern bis zu 125 ccm und maximal 11 kW (15 PS). Das Verhältnis von Leistung und Gewicht darf 0,1 kW pro Kilogramm nicht übersteigen. Dreirädrige Leichtkrafträder (Trikes) dürfen nicht schneller als 45 km/h fahren und nur 15 kW Leistung erzeugen. Die in Deutschland bisher geltende Geschwindigkeit von 80 Km/h gibt es für leichte Motorräder nicht mehr. Ergo: Wenn die Maschine „bauartbedingt“ – also ohne illegales Tuning – schneller fährt, darf auch gefahren werden, was das Bike hergibt.

Die zweite Führerschein-Stufe A2

Der nächste Schritt auf der Leiter ist die Klasse A2. Bisher ist sie wohl eher als „A beschränkt“ bekannt. Die Beschränkung liegt nun bei Motorrädern, die nicht mehr als 35 kW oder 48 PS drauf haben beziehungsweise auf diese Leistung gedrosselt sind. Auch auf das Verhältnis von Leistung und Gewicht legt man in Brüssel wert: Das Motorrad darf 0,2 kW pro Kilogramm nicht übersteigen. Das Mindestalter für die Klasse A2 ist auf 18 Jahre festgesetzt.

Die unbeschränkte und höchste Führerschein-Stufe A

Mit der Klasse A ist das Maximum der Motorrad-Klassen erreicht. Wer sofort und ohne Umwege den A-Führerschein machen möchte, muss mindestens 24 Jahre alt sein. Bei Dreirädern (Trikes) genügen 21 Lenze. Dann sind der Leistung, dem Gewicht und dem Fahrspaß keine Grenzen mehr gesetzt. Wer zuvor die Stufenklasse A2 erworben hat, kann nach zwei Jahren „upgraden“ und mit frühestens 20 Jahren durch eine kurze praktische Prüfung den A-Schein bekommen.

Praxisprüfung soll sicheren Umgang mit Motorrad nachweisen

Der neue Stufen-Führerschein mit jeweiligen Praxisprüfungen soll gewährleisten, dass die Anwärter neben der Theorie auch genügend Fahrpraxis gesammelt haben, um die dann erlaubten Motorräder auch sicher zu beherrschen. Die neuen Bestimmungen gelten jedoch nur für den Neuerwerb des Führerscheins nach dem Stichtag 19. Januar 2013.

 

Im Rahmen einer großzügigen Besitzstandswahrung bleiben alle bisher gültigen Fahrberechtigungen bestehen. Zu Deutsch: Was Sie bis einschließlich 18. Januar dieses Jahres fahren durften, dürfen Sie auch weiterhin fahren!

Für Trikes ist ein Motorradführerschein notwendig

Änderungen ergeben sich bei Trikes: Bisher war dafür ein Autoführerschein ausreichend. Wer seinen Führerschein ab dem 19. Januar 2013 erwirbt, muss dagegen einen – abhängig von der Leistung des Trikes – entsprechenden Motorradführerschein machen.

 

Wer als Autofahrer einen Motorradführerschein machen möchte, kann direkt mit der Klasse A2 einsteigen (über 24 Jahre auch mit Klasse A). Noch besser läuft es für Personen, die ihren Pkw- oder Lkw-Führerschein beziehungsweise die Klasse 1b vor dem 1. April 1980 erworben haben. Sie werden nach einem kurzen Praxistest direkt in die Klasse A2 eingestuft und dürfen dementsprechende Leichtkrafträder fahren.

Mit CHECK24 die richtige Motorradversicherung finden

Für den Betrieb von Kleinkrafträdern ist lediglich ein Versicherungskennzeichen notwendig. Ab der Klasse A1 fällt neben dem Nachweis einer gültigen Motorradversicherung auch Kfz-Steuer an. Ebenso ist eine regelmäßige Hauptuntersuchung bei einer der zugelassenen Prüforganisationen  notwendig. Die passende Motorradversicherung für wenig Geld für Motorräder mit mehr als 50 ccm finden Sie bequem und schnell mit dem Motorrad Tarifrechner von CHECK24.

 

(srh)

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