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Bei E-Bikes auf den Versicherungsschutz achten

18.12.2012 - 17:00

Der Markt für E-Autos kommt nicht in Schwung – da helfen bisher auch die Beschwörungen von Politik und Automobilwirtschaft nicht. Anders sieht es bei den E-Bikes, auch Pedelecs genannt, aus. Die Fahrräder mit der Extra-Power aus der Steckdose erfreuen sich trotz der vergleichsweise happigen Preise großer Beliebtheit.

Nach Angaben des Zweirad-Industrie-Verbands (ZIV) wachsen die Absatzzahlen rasant. Rollten 2010 rund 200.000 E-Bikes aus den Fahrradläden, waren es im vergangenen Jahr bereits etwa 310.000. Für das laufende Jahr 2012 rechnet die Branche mit einem Absatz von über 400.000 E-Rädern. Damit wären nach Branchenschätzungen über eine Million E-Fahrräder auf deutschen Straßen unterwegs. Die Fahrradbranche hätte damit bereits aktuell die Zielmarke geknackt, die Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) im Jahr 2020 auch für  E-Autos gesetzt hat.

Doch vor dem Losradeln ist Vorsicht geboten: Die großen S-Pedelecs können bei einer Motorleistung von bis zu 500 Watt eine Geschwindigkeit von bis zu 45 km/h erreichen. Neben Helm und Führerscheinklasse M muss der Fahrer solcher E-Bikes auch an den gesetzlich vorgeschriebenen Versicherungsschutz für das Rad denken.

Große E-Bikes werden wie Mofas behandelt

Ein S-Pedelec wird vom deutschen Gesetzgeber wie ein Mofa behandelt. Um damit am Straßenverkehr teilnehmen zu dürfen,  werden zwingend ein Nummernschild und eine gültige Haftpflichtversicherung benötigt. Da der Fahrer dank der zusätzlichen Akkukraft deutlich schneller unterwegs sein kann als Nutzer herkömmlicher Fahrräder, dürfen die elektrisch unterstützten Gefährte in der Regel nur auf der Straße und nicht auf dem Fahrradweg gefahren werden.

 

Das Kennzeichen bekommt der Besitzer des E-Fahrrads nach dem Abschluss des Versicherungsschutzes direkt bei seiner Kfz-Versicherung. Es ist maximal für ein Jahr gültig,  aber auch ein kürzerer Jahreszeitraum kann versichert  und das Pedelec dann nur saisonal gefahren werden.  Eine Anmeldung bei der Kfz-Zulassungsstelle oder eine regelmäßige Hauptuntersuchung entfällt.

Haftpflichtversicherung ist ein Muss, die Kasko optional

Mit der Haftpflichtversicherung ist der Besitzer des E-Rads bei Unfällen vor Schadenersatzforderungen Dritter bis zur maximalen Deckungssumme der Police abgesichert. Die gesetzlichen Mindestdeckungssummen sind dieselben wie etwa auch bei der Autoversicherung: 7,5 Millionen Euro für Sachschäden, eine Million Euro für Personen- und 50.000 Euro für Vermögensschäden.

 

Wer einen umfangreicheren Versicherungsschutz wünscht, kann zusätzlich eine optionale Kaskoversicherung abschließen. Damit ist das Pedelec auch gegen Diebstahl versichert. Da gute E-Bikes leicht 3.000 bis 5.000 Euro und mehr kosten können, kann sich der zusätzliche Diebstahlschutz gegen einen geringen Aufpreis im Beitrag durchaus lohnen. Außerdem können durch eine Kaskoversicherung diverse Schäden, die etwa durch Brand, Explosion oder Hagel am E-Bike entstehen, abgesichert werden.

Pedelecs können auch als Dienstfahrzeug abgesetzt werden

Seit kurzem können E-Räder rückwirkend für das Jahr 2012 sogar als Dienstfahrzeuge entsprechend steuerlich behandelt werden. Wer als Arbeitnehmer ein solches Fahrrad gestellt bekommt, muss den geldwerten Vorteil monatlich pauschal mit einem Prozent vom Listenpreis versteuern.

 

Wer sich für ein kleineres Pedelec mit einer maximalen Motorleistung von 250 Watt und einer Höchstgeschwindigkeit von 25 Km/h entscheidet, darf das E-Bike wie ein normales Fahrrad benutzen. Ein Befahren des Radwegs ist erlaubt, die Versicherungspflicht entfällt ebenso wie die Helmpflicht.

Ob Schäden im Zusammenhang mit dem E-Rad über die private Haftpflichtversicherung abgedeckt sind, sollte der Besitzer mit seiner Assekuranz klären. Wenn nicht, empfiehlt es sich, den Versicherungsschutz entsprechend zu erweitern. Wer das kleine E-Bike ebenfalls gegen Diebstahl versichern möchte, kann dies über die private Hausratversicherung tun. Die meisten Hausratpolicen sehen jedoch vor, dass das Pedelec nachts von 22 bis 6 Uhr in einem fest verschlossenen Raum abgestellt sein muss – sonst erhält der Besitzer nach einem Diebstahl keinen Cent von der Gesellschaft.

(srh)

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