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Motoröl fürs Motorrad: der besondere Schmierstoff

12.03.2013 - 16:27

Bei oberflächlicher Betrachtung könnte man sagen: Motor ist Motor – egal, in welches Fahrzeug er eingebaut ist. Ganz so einfach ist es aber dann doch nicht. Auto- und Motorrad-Motoren unterscheiden sich in mancherlei Hinsicht. Daher tut der Biker seiner Maschine nicht unbedingt etwas Gutes, wenn er ihren Motor mit einem High-Tech-Motoröl für Pkw verwöhnt.

Motorrad-Motoren drehen in aller Regel deutlich höher als Auto-Aggregate und erreichen höhere Kolbengeschwindigkeiten. Zudem stellt die Schmierung des Getriebes mit seinen Zahnrädern und Wellen andere Anforderungen an das Öl als beispielsweise bei einer Auto-Kurbelwelle. Die notwendige Scher- und Druckstabilität erfordert die Beimischung spezieller Additive, die im Motoröl von Autos kaum oder gar nicht eingesetzt werden.

Falsches Motoröl kann zum Motorschaden führen

Öle, die für verschiedene Einsatzbereiche ausgelegt sind, werden so schnell dünnflüssig und verlieren einen guten Teil ihrer Schmierfähigkeit. Dies kann zu einem Abriss des Schmierfilms im Motor führen, die Brennräume können verschmutzen. Motorteile verschleißen vorzeitig, ein Motorschaden ist nicht ausgeschlossen.

 

Ein weiteres Problem kann bei Motorrädern auftreten, die mit einer sogenannten Nasskupplung arbeiten. Diese Kupplung läuft im Ölbad des Motors. Synthetische Pkw-Motorenöle sind oft mit Reibwertminderern ausgestattet. Diese Additive reduzieren die Reibung der einzelnen Motorenteile und sorgen so für eine Spritersparnis. Bei Motorrädern mit Nasskupplung führt der Effekt hingegen zu einem Rutschen der Kupplung – die Schaltung wird unpräzise. Einfache mineralische Motoröle hingegen können die Kupplungslamellen verkleben.

Anforderungen an den Motorrad-Schmierstoff

Motorenöle für Motorräder enthalten deshalb spezielle Additive, welche die besonderen Anforderungen der Zweiräder erfüllen.

 

Dazu gehören unter anderem:

  • eine hohe  Temperaturstabilität
  • eine hohe Alterungsbeständigkeit
  • eine gute Dichtungsverträglichkeit
  • ein optimales Viskositäts-Temperatur-Verhalten für eine leichte Schaltbarkeit des Getriebes und ein gutes Kaltstartverhalten
  • ein gutes Reinigungsverhalten, um Ablagerungen von Verbrennungsrückständen zu verhindern
Biker sollten immer darauf achten, welches Motoröl der jeweilige Motorradhersteller für den Betrieb der Maschine vorgesehen hat – und sich an diese Vorgaben halten. Der Großteil der Motorrad-Hersteller schreibt einen Ölwechsel spätestens alle 12.000 Kilometer vor. Die meisten Motorräder werden in Deutschland jedoch nur als Zweitfahrzeug genutzt. Die Wechsel-Intervalle würden daher oft erst nach einigen Jahren erreicht werden.

Öl und Ölfilter regelmäßig austauschen

Es empfiehlt sich jedoch, das Motoröl vorsorglich einmal im Jahr zu wechseln. Auch der Ölfilter sollte jedes Mal mit ausgetauscht werden. Im Filter bleibt immer ein Rest des Altöls hängen. Dieses beeinträchtigt ansonsten die Qualität des neuen Öls.

 

Wichtig: Altöl nie über den Hausmüll entsorgen oder gar in die Kanalisation gießen! Wer Motoröl verkauft, muss die gleiche Menge an Altöl auch zurücknehmen. Heben Sie den Kassenbon auf, dann sollte eine Rückgabe problemlos funktionieren. Ansonsten kann Altöl auch bei den dafür vorgesehenen kommunalen Entsorgungsstellen abgegeben werden.

(srh)

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