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Triumph: 111 Jahre Kraftrad-Tradition von der Insel

18.03.2013 - 10:59

 111 Jahre – diese Schnapszahl kann sich die traditionsreiche Motorradmarke in diesem Jahr auf die Unternehmensfahnen schreiben. Gegründet wurde die Marke Triumph bereits im Jahr 1886 von Siegfried Bettmann – einem Deutschen, den es auf die Insel verschlagen hatte. Ab 1902 wurden dann die ersten Motorräder gebaut.

Damit ist die Motorrad-Schmiede hinter Royal Enfield die zweitälteste noch existierende der Welt. Jahrzehnte waren die britischen Kraftrad-Ingenieure führend auf ihrem Gebiet, Triumph gehörte zu den erfolgreichsten Motorradherstellern weltweit. Dann kam die Nippon-Ära: Die japanischen Motorradbauer überzeugten die Bike-Szene mit innovativer Technik, einer breiten Produktpalette und fairen Preisen. In den 1970er-Jahren bedeutete dies den rapiden Bedeutungsverfall von Triumph.

1983 schlossen sich die Werkstore in Meriden für immer

1983 schloss das Werk im englischen Dorf Meriden seine Tore – die Marke schien Geschichte. Doch dann kam John Bloor auf das Werksgelände. Der Millionär hatte so gar nichts mit Motorrädern am Hut. Den gelernten Maurer, der bereits in jungen Jahren ein erstaunliches Bauunternehmen hochgezogen hatte, interessierte das zum Verkauf stehende Triumph-Gelände. Wohnungen sollten dort entstehen, wo jahrzehntelang aus vielen Einzelteilen prachtvolle rollende Männerträume gebaut wurden.

 

Als er erfuhr, dass auch die Markenrechte der Firma zum Verkauf standen, griff der Unternehmer zu. Der direkte Kauf der Namensrechte 1983 ist von Bedeutung: Triumph kann somit sagen, seit 111 Jahren ununterbrochen zu existieren. Einige Jahre wurden Triumph-Motorräder in Lizenz hergestellt, 1991 lief die eigene Serienproduktion im neu errichteten Werk in Hinckley an. Dafür butterte Besitzer Bloor noch einmal weit über 100 Millionen Dollar ins Unternehmen.

Spionage bei der japanischen Konkurrenz zahlt sich aus

Um die Fehler der Vergangenheit nicht zu wiederholen, schaute sich der Selfmade-Millionär gründlich bei der japanischen Konkurrenz um. Die Intermot 1990 war die geeignete Präsentationsplattform für die neuen Triumph-Modelle. Der Ex-Maurer bewies dabei während der vergangenen 30 Jahre immer wieder ein Händchen für Trends.

 

Die Speed Triple 900 war der Beginn der Streetfigter. Mit der Thunderbird 900 traf die Marke den Nerv der Kunden nach Retro-Bikes. Als Erkennungsmerkmal etabliert Triumph Dreizylindermodelle, die bereits in den 60er-Jahren en vogue waren.

Um auch Kunden mit fetter Brieftasche das richtige bieten zu können, hatte 2004 die Rocket ihr Debüt. Der schwere Chopper mit 2,3 Liter Hubraum war zu dieser Zeit nichts weiter als die hubraumgewaltigste Serienmaschine überhaupt auf dem Markt. Auch den Markt der Reiseenduros deckt Triumph erfolgreich ab.

Aus Fehlern lernen die Motorradbauer aus England schnell

Wie bei jedem Unternehmen zündeten auch bei den Engländern nicht alle Ideen. Doch aus Fehlern wurden sie klug. Um in der Klasse der 600er mitmischen zu können, wurde die TT 600 entwickelt und im Jahr 2000 der Öffentlichkeit vorgestellt. Vier Zylinder brachten das Sportbike in Schwung.

 

Die Kundschaft verweigerte jedoch die Gefolgschaft – die japanische Konkurrenz war einfach besser. Die Triumph-Ingenieure bastelten einen 675er-Dreizylinder – und siehe da, das Aggregat wurde zum Antriebs-Kassenschlager. Im vergangenen Jahr rollten nach Konzernangaben über 51.000 Motorräder bei Triumph vom Band. Das Werk in Hinckley trägt zu dieser Kapazität nur noch einen Teil bei. Mittlerweile werden viele Bikes der Marke aus Kostengründen im Ausland gefertigt.

Triumph wächst gegen den Trend

Triumph wächst trotz des weltweit schrumpfenden Marktes und schreibt schwarze Zahlen. Werke in Indien und Brasilien sind in Planung. Das Unternehmen beschäftigt derzeit rund 2.000 Mitarbeiter, die Motorräder werden über ein Händlernetz in 35 Ländern verkauft.

 

Unternehmer Bloor sitzt immer noch im Chefsessel. Allerdings ist er nicht mehr jeden Tag im Unternehmen. Leer steht sein Büro trotzdem nicht – er hat nämlich gar kein eigenes. Das Geschäft führt zunehmend sein Sohn, der offiziell den Status des CEO innehat.

(srh)

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