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Verbot von Selfie-Sticks: Bitte (woanders) Lächeln!

08.07.2015 - 11:52

Für alle Foto-Freunde mit kurzen Armen sind harte Zeiten angebrochen: Immer mehr Touristenattraktionen auf der ganzen Welt verbieten die praktischen Selfie-Sticks, um Ausstellungsstücke und Besucher vor Schäden zu bewahren. Wir sagen Ihnen, wo genau die Fotostange leider zu Hause bleiben muss.
 

Selfie-Sticks verboten
Selfie-Sticks sind in Europa meist nur noch auf den öffentlichen Plätzen vor den Touristenattraktionen erlaubt.
Mit Selfie-Stäben bewaffnete Besucher sind gemeingefährlich – da sind sich die Betreiber von Kultur-, Sport- und Vergnügungsstätten auf der ganzen Welt einig. Die Begründungen für diese Angst sind jedoch recht unterschiedlich: die einen befürchten, dass es bei Sportveranstaltungen zu wilden Selfie-Stick-Prügeleien kommt, die anderen haben eher Angst um die Unversehrtheit ihrer Ausstellungsstücke und wieder andere haben sich beim Selfie-Stick-Verbot sogar den Datenschutz auf die Fahnen geschrieben. So verbannte beispielsweise das Metropolitan Museum in New York kürzlich die Fotostangen mit der Begründung, dass man in den persönlichen Raum von jemand anderem eindringe, wenn man ein Foto aus einer Entfernung von drei Armlängen mache.

Am Ende ist es allerdings egal, wie ein Betreiber das Verbot rechtfertigt, Fakt ist, es gilt an immer mehr beliebten Reisezielen und Touristenattraktionen auf der ganzen Welt und wird bei Verstoß teilweise sogar mit harten Geldstrafen geahndet:

Deutschland
Viele deutsche Kunstausstellungen und Museen, darunter zum Beispiel die Staatlichen Museen zu Berlin und die Häuser der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, stufen Selfie-Sticks als sperrige und scharfkantige Gegenstände ein und schließen sie daher aus den Ausstellungsräumen aus.

Italien
Selfie mit dem Papst? Aber bitte nicht in den Vatikanischen Museen. Hier müssen die Handy-Stangen leider draußen bleiben. Auf dem Petersplatz in Rom dürfen Sie sie dann wieder auspacken.

Auch das Kolosseum in Rom hat die Fotostäbe auf die schwarze Liste gesetzt, insbesondere deshalb, weil die grinsenden Selfie-Knipser so viel Platz wegnehmen und der Besucherstrom immer wieder beträchtlich ins Stocken gerät.
 
Frankreich
Eine besonders interessante Begründung für das Verbot der Teleskopstäbe liefern die Behörden von Cap D’Antibes an der Côte d’Azur: Am Strand von La Garoupe sind die Armverlängerungen verboten, um zu verhindern, dass die Urlauber dauernd auf Facebook, Twitter & Co. mit Selfies prahlen, anstatt die Landschaft zu genießen. Ob die Gendarmerie dann auch dem kleinen Timmy die Kamera aus der Handy schlägt, wenn der Mama und Papa fürs Familienalbum knipst, ist unklar.
Selfie Sticks Frankreich
Auf dem Eifelturm sind Kamerastangen noch erlaubt.


In Paris und Umgebung sind die Kamerahilfen ebenfalls vielerorts verboten, allerdings aus weitaus nachvollziehbareren Gründen: Im Louvre hat man Angst davor, dass die zahlreichen Besucher versehentlich mit den Selfie-Sticks in die wertvollen Gemälde pieken und verbietet sie deshalb. Gleiches gilt für das Schloss Versailles und zahlreiche kleinere Museen in der französischen Hauptstadt.

Auch im Disneyland Paris herrscht aus Sicherheitsgründen striktes Stangen-Verbot. Der Auslöser: In einem Disney-Park in den USA hatte ein Besucher einen Sicherheitsalarm ausgelöst, als er die glorreiche Idee hatte, sich  während einer Achterbahnfahrt selbst per Foto-Stab zu fotografieren. Bei der Aktion wurde niemand verletzt, der Konzern reagierte aber entsprechend.



Spanien
Spanien gibt sich in punkto Selfie-Sticks aktuell noch südländisch gelassen. Wenn es allerdings um das berühmte Stierrennen in Pamplona geht, verstehen die Behörden keinen Spaß. Selfies und andere Fotos oder Videos sind während des Events streng verboten. Zu groß sei die Gefahr, dass Läufer unaufmerksam sind und anderen Flüchtigen im Weg stehen. Wenn Sie als Teilnehmer auch nur eine Kamera oder ein Foto-Handy mitbringen, müssen Sie mit einer Geldstrafe von bis zu 3.000 Euro rechnen. Sie könnten sich also leicht verdächtig machen, wenn Sie Ihr Smartphone an einem Foto-Stecken befestigen und damit fröhlich in der Luft herum wedeln.

England
Selfie-Sticks England
Wimbledon: Schläger ja, Sticks nein.

Auf der Insel sind die Kamera-Stöcke bei Fußballspielen und anderen sportlichen Großveranstaltungen generell verboten. Zu groß sei die Gefahr, so die Verantwortlichen, dass die Zuschauer die Selfie-Sticks zu Waffen umfunktionieren. Und selbst beim Tennis im All England Lawn Tennis Club von Wimbledon sind die Foto-Hilfen nicht zugelassen. Zwar hält sich die Zahl gewaltbereiter Hooligans bei Tennis-Spielen generell in Grenzen, allerdings stellen die Stangen dort eine Sichtbehinderung für andere Zuschauer dar.

USA
Tatsächlich gibt es Menschen, die ein Selfie mit einem Bären für eine gute Idee halten. „Bear Selfies“  drohten eine Zeit lang ein echter Trend in den sozialen Netzwerken zu werden. Bis unter anderem die US-Bundestaaten New York, Mississippi, Arizona und Kansas Gesetze beschlossen, die es verbieten, sich mit einem wilden Tier im Hintergrund zu fotografieren. Das soll zum einen die Besucher von Nationalparks vor ihrer eigenen Dummheit bewahren und zum anderen den Tieren in Zoos und Zirkussen die nervenden Selfie-Jäger vom Leib halten.  

Neben den US-amerikanischen Disney World Parks verbieten auch immer mehr andere Touristenmagnete in den Vereinigten Staaten die Teleskopstangen. So zum Beispiel Kultureinrichtungen wie das Smithsonian Luft- und Raumfahrtmuseum in Washington, das Boston Museum of Fine Arts, das Dallas Museum of Art oder das Getty Center in Kalifornien. Auch beim Musik-Festival „Lollapalooza“, das alljährlich in Chicago stattfindet, sind sie aus Sicherheitsgründen verboten.

Die Ära der Selfie-Sticks scheint also beendet, bevor sie richtig losgegangen ist. Allerdings erlebt dann vielleicht ein anderer Trend sein Comeback: wildfremden Touristen die Kamera in die Hand drücken und fragen „Excuse Me! Can you take a picture of us?“. Und für alle deprimierten Selfie-Fans gibt es jetzt noch einen kleinen Trick zur Aufmunterung:  Beim Apple iPhone und vielen Android-Smartphones kann man das Headset zum praktischen Fernauslöser umfunktionieren. Sobald die Kamera-App aktiv und das Headset eingesteckt ist, wird die Lauter-Taste zum Auslöser. Auf die Art können Sie Ihren Arm für das Selfie vielleicht wenigstens noch ein bisschen weiter ausstrecken, ohne dass das Bild verwackelt.

(dro)

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