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Deine Umwelt im Blick: Neue Smartphone-Apps können Belastungen messen

08.08.2014 - 16:00

Smog, Feinstaub und sonstige Schadstoffe machen Stadtbewohnern häufig das Atmen schwer. Insbesondere in den Sommermonaten schlagen die Sensoren der Messstationen aus und zeigen alarmierende Werte. Doch neben Schadstoffbelastungen für die Atemwege ist auch die Lärmbelästigung für den Körper nicht zu unterschätzen. Für Interessierte wurden im Rahmen eines EU-weiten Projektes namens Everyaware Smartphone-Apps entwickelt, dank derer jeder bald selbst messen kann, wie hoch die Belastung in seiner Umgebung ist.

AirProbe und WideNoise heißen die beiden Apps, die im Rahmen des Projekts entwickelt und getestet wurden. So waren beispielsweise für den Test von AirProbe Freiwillige in vier Städten – London, Antwerpen, Kassel und Turin – unterwegs und haben Daten zur Luftqualität über eine kleine Sensorbox gesammelt und Rückmeldung zur Verbesserung der Komponenten gegeben. Einige Tester kamen zu überraschenden Ergebnissen. So gab ein passionierter Jogger, der an dem Test teilgenommen hatte, an, dass manche großen Straßen nicht so belastet gewesen wären, wie er vorher gedacht hätte.

Um AirProbe richtig nutzen zu können, brauchen User allerdings einen kleinen, tragbaren Sensor, der noch entwickelt wird, um massentauglich zu sein. Nichtsdestotrotz können Android-User sich die App bereits auf ihr Smartphone herunterladen.

Lauschangriffe mit deinem Smartphone – WideNoise für iOS und Android

Mit WideNoise können alle Android- und iOS-User ihr Smartphone aufrüsten und so messen, wie hoch die Lärmbelästigung in ihrer Umgebung ist. Die Entwickler der App haben die Software auf einen bestimmten Geräuschbereich eingestellt, auf den das menschliche Gehör am sensibelsten reagiert. Wer WideNoise installiert hat, kann damit selbstständig den ihn umgebenden Geräuschpegel in Dezibel messen. Zudem können User sich auf einer Karte die Messwerte anderer Nutzer in ihrer Umgebung ansehen. Auf Basis aller erstellten Messungen wird ein Mittelwert errechnet, der zeigt, wie laut es durchschnittlich an diesem Ort ist.

Was der App leider fehlt, sind Vergleichswerte, sodass Nutzer einschätzen können, ob der Lärm um sie herum noch im Normalbereich ist oder schon grenzwertig wird. So sind Werte bis 35 Dezibel (dB) laut des Arbeitsschutz-Katalogs völlig ungefährlich. Auf 35 dB bringt es beispielsweise ein Zimmerventilator. Wenn sich eine Geräuschkulisse zwischen 45 und 60 dB bewegt, ist es immer noch ungefährlich. Allerdings kann es bereits zu Konzentrationsstörungen kommen. Ist die Umgebung lauter als 65 dB, ist das Risiko von Erkrankungen aber schon höher. So laut sind beispielsweise Föns, Staubsauger oder starker Verkehr.

Haarig wird es ab Werten zwischen 85 und 115 dB – bei längerer Einwirkung – und als länger gelten laut des Arbeitsschutzkatalogs bereits 40 Stunden pro Woche – drohen bei solcher Lärmbelästigung Gehörschäden. Für solche Werte sorgen beispielsweise Handwerkermaschinen wie Holzfräsen, Schleifgeräte, Kreissägen oder Schlagschrauber. Doch auch Musik über Kopfhörer oder auf einem Rockkonzert liegt in diesem Dezibel-Bereich. Alles, was über 120 dB sollte tunlichst gemieden werden. Denn hier, zum Beispiel bei Flugzeugstarts, drohen schon bei kurzer Einwirkung Gehörschäden.

(awa)

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