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The Life Clock App: Tick, tick, tick, tot!

17.09.2015 - 09:51

Na, am Samstag wieder ordentlich gefeiert und deshalb viel zu wenig geschlafen? Gesund ist das nicht! Was sich nach dem Genörgel besorgter Erziehungsberechtigter anhört, könnte bald schon direkt aus Ihrer Apple Watch kommen. Denn die Watch-App „The Life Clock“ behält Ihren Lebenswandel ganz genau im Blick - und nicht nur das, sie prophezeit sogar, wie viel Lebenszeit die durchzechte Nacht gekostet oder das gesunde Abendessen gebracht hat. Aber will man das wirklich so genau wissen?
 

Life Clock App
Der Lebenszeit beim Verinnen zugucken - auch dafür gibt's jetzt endlich eine App. (Bild: Life Clock App Rehabstudio)
Auf den ersten Blick sieht die Watch-Face des Londoner Rehabstudio wie eine ganz gewöhnliche Uhren-App für die Apple Watch aus.  Dann fällt jedoch auf, dass sie nicht die Uhrzeit anzeigt, sondern Jahre, Monate, Tage, Stunden, Minuten und sogar Sekunden herunterzählt. Genauer gesagt: die noch verbleibende Lebenszeit des Uhrenträgers. Um berechnen zu können, wie lange der User noch „hat“, wertet die Todesuhr eine Reihe von Informationen aus Apples Gesundheitsdienst „HealthKit“ aus. Also zum Beispiel Daten zu den Schlaf- und Essgewohnheiten des Uhrenträgers, seiner Puls-Statistik oder dem täglichen Bewegungsprofil. Dann setzt sie diese Werte ins Verhältnis zu Medizinstatistiken zur durchschnittlichen Lebenserwartung von Menschen bei entsprechendem Lebenswandel. Und Voilà: die Zeit läuft!

Memento mori

Diese Berechnung ist natürlich alles andere als wissenschaftlich fundiert und liefert keine exakte medizinische Vorhersage. Laut Tom Le Bree, dem leitenden Entwickler bei Rehabstudio, ist das aber auch gar nicht das Ziel. Vielmehr gehe es darum, die Menschen dazu zu bringen, mehr über ihr Handeln in der Gegenwart nachzudenken, verrät er gegenüber dem Technikmagazin Wired US. Schließlich sei Lebenszeit eine der wenigen Dinge, die man nicht kaufen und zurückerlangen könne. Die Idee hinter The Life Clock App sei, die Menschen an die Zukunft zu erinnern, um sie zu gesünderen Entscheidungen in der Gegenwart zu veranlassen.

Burger vs. Apfel

Klingt recht selbstlos – aber natürlich will Rehabstudio die App auch verkaufen und deshalb muss sie gut funktionieren und userfreundlich sein. Und der erste Eindruck ist gut:  Die Erfassung der Gesundheitsdaten erfolgt dank der umfangreichen Sensorik in der Apple Watch weitestgehend automatisch. Lediglich die Mahlzeiten muss der User, wie auch bei vergleichbaren Fitness-Apps, manuell eingeben. In der Standardansicht zeigt die App dem User seine verbleibende Gesamtlebenszeit an und lässt diese effektvoll herunterlaufen. Da ungesunde Aktivitäten Lebenszeit kosten, erscheint auf dem Display dann auch sofort die Meldung, dass etwa das fettige Mittagessen oder das stressige Meeting am Nachmittag das Leben gerade um 25 Minuten verkürzt haben. Das Zeitkonto wird aktualisiert und das schlechte Gewissen ist da. Andersherum füllen Aktivitäten wie Joggen, ausreichend Schlaf und gesunde Ernährung das Lebenszeitkonto auch wieder auf.

Motiviert durch Todesangst?

Dem ein oder anderen könnte bei so viel Erinnerung an die eigene Sterblichkeit der leckere Burger im Halse stecken bleiben. Anderseits könnte das „Zeitsammeln“ auch zu mehr Sport oder einem gesunderen Lebenswandel animieren.  Die Life Clock App erfindet das Rad der Tracking-Apps nicht neu – verfolgt allerdings einen durchaus kreativen (und leicht morbiden) Ansatz, durch den sie sich gegenüber der Konkurrenz abheben könnte. Ein Release-Termin für die Anwendung steht offiziell noch nicht fest, laut Entwickler soll der aber nicht mehr allzu lange auf sich warten lassen und auch eine Version für Android-Smartwatches ist wohl für die Zukunft schon geplant.

(dro)

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