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Smartphone-Sicherheit: App-Berechtigungen einsehen & ändern

29.01.2015 - 12:00

Apps sind ohne Zweifel eine tolle Sache und aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken - doch die kleinen Helferlein werden auch immer frecher und haben es zunehmend auf unsere persönlichen Daten abgesehen. Und da heutzutage nicht nur dubiose Applikationen immer „datenhungriger“ werden, sondern auch unverzichtbare Apps großer Hersteller, ist es gut, wenn man als Smartphone-User weiß, wie das Rechtemanagement auf Android- und iOS-Geräten funktioniert.

Das Smartphone ist ein wahres Sammelbecken für persönliche Daten und Geheimnisse - es weiß, wann Sie mit wem wie lange telefoniert haben, für welche Themen Sie sich interessieren, wo Sie sich regelmäßig aufhalten und vieles mehr. Genau diese Informationen sind bares Geld wert, denn Werbetreibende können damit ein extrem detailliertes Käuferprofil schaffen und Ihnen dann personalisierte Anzeigen zeigen. Besonders einfach gelangt man an diese Daten, indem man sie einfach mithilfe einer Smartphone-App unauffällig im Hintergrund sammelt. Doch User können sich gegen die Datenspionage wehren.

App-Berechtigungen einsehen

Wer darf was? Bei vielen Apps lohnt es sich, genauer hinzusehen.
Als Apple-User sehen Sie die Berechtigungen, die eine Applikation anfordert, vor der Installation in der Regel nicht. Beim ersten Start einer neu heruntergeladenen App bekommen Sie diese dann aber angezeigt und werden aufgefordert die Rechtefreigabe zu bestätigen. Auch im Nachhinein können Sie sich unter iOS recht einfach einen Überblick darüber verschaffen, was für Freiheiten sich Ihre installierten Apps so herausnehmen: Dafür gehen Sie einfach in die Einstellungen Ihres iPhones oder iPads und wählen dann den Menüpunkt „Datenschutz“. Dort sehen Sie nun, ob eine App auf Ortsinformationen, Fotos, Kontakte, Kalender oder Erinnerungen zugreift.

Besitzer eines Android-Smartphones sehen schon vor der Installation einer App, welche Berechtigungen diese fordert. Nur wenn man diese Meldung bestätigt, kann man die App überhaupt installieren. Den Rechtestatus bereits installierter Anwendungen sehen Android-User, indem Sie in den Geräteeinstellungen den Menüpunkt „Anwendungen“ auswählen und dort dann die jeweilige App auswählen. Ganz unten auf der App-Informationsseite stehen die Berechtigungen.

Rechte entziehen

Man hat nun also eine App gefunden, mit deren Berechtigungen man nicht einverstanden ist – was nun? Am einfachsten ist es natürlich, die App einfach zu deinstallieren und sich im App-Store nach einer Alternative umzusehen. Doch leider gibt es die nicht immer. Apple-User haben hier einen deutlichen Vorteil, sie können einfach, wie gerade beschrieben, über das Menü „Datenschutz“ die zugewiesenen Berechtigungen jeder App einsehen und diese dort auch einzeln entziehen.

Android-Nutzer haben diese Möglichkeit nicht. Zumindest dann nicht, wenn Sie nicht zufällig eine der älteren Android-Versionen 4.3, 4.4 oder 4.4.1 auf ihrem Smartphone installiert haben. Denn in denen gab es noch die Möglichkeit, genau wie in iOS, Apps einzelne Rechte über das Einstellungsmenü „App Ops“ zu entziehen.

Warum Google sich dazu entschieden hat, die erst kürzlich wieder eingeführte Funktion in der aktuellen Version des Android-Betriebssystems wieder zu entfernen, ist umstritten. Einige Experten werfen Google vor, damit dem Druck einiger App-Entwickler nachgegeben zu haben, die es nicht gerne sehen, wenn sie plötzlich keine wertvollen Userdaten mehr sammeln können.

Offiziell heißt es aber, dass die Schnittstelle wieder deaktiviert wurde, weil man Anwendungen damit auch beschädigen kann. Ein durchaus berechtigtes Argument, denn wenn der User einer App diverse Rechte entzieht, die sie unbedingt für einen reibungslosen Betrieb benötigt, kann das zu Problemen führen - das gilt aus für iOS.

Android-Usern mit einer aktuellen Version des Betriebssystems, die mit den Berechtigungen einer App nicht einverstanden sind, bleibt also tatsächlich nur die Möglichkeit, diese zu deinstallieren. Alternativ kann man zwar die Software seines Android-Smartphones auch modifizieren, um einen tieferen Systemzugriff zu erhalten (rooten), dadurch nimmt man allerdings auch einen Wegfall der Gerätegarantie in Kauf.

Unseriöse Apps erkennen

Mit dem gesunden Menschenverstand lassen sich die meisten „guten“ Apps allerdings relativ einfach von den „bösen“ Apps unterscheiden. Gerade wenn eine App den Zugriff auf Dienste fordert, die scheinbar nichts mit ihrer eigentlichen Funktion zu tun haben, sollte man Misstrauisch werden: Warum will eine Spiele-App die Standortinformationen abfragen? Muss eine Taschenlampen-App kostenpflichtige SMS verschicken können? Nicht immer muss das auch heißen, dass es sich hier um eine unseriöse Spionage-App handelt, allerdings begründen seriöse Anbieter die Anforderung solch sensibler Berechtigungen zumindest in der Beschreibung der App.

(dro)

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