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So schützen Sie sich vor WhatsApp-Spam

17.06.2015 - 12:29

Mit über 800 Millionen Usern weltweit ist WhatsApp mittlerweile die beliebteste Chat-App der Welt. Klar, dass es da nicht lange dauert, bis Cyberkriminelle und windige Geschäftsleute leichte Beute wittern und die WhatsApp-Community mit Spam-Nachrichten belästigen. Nur ein falscher Klick kann hier schnell teuer werden, wie ein aktueller Fall zeigt. Wenn Sie allerdings wissen, worauf Sie achten müssen, können Sie sich vor den dreisten Abzockversuchen schützen.

WhatsApp SpamSeit gut zwei Wochen berichten zahlreiche WhatsApp-User davon, das Sie ungefragt Chat-Nachrichten bekommen, in denen ein Link steht, hinter dem sich angeblich Informationen über brandneue Funktionen ihres Lieblings-Messengers verbergen. Erfahrene Internetnutzer rollen da nur mit den Augen – viele User haben aber dennoch geklickt. Durchaus nachvollziehbar, denn Spam und Abzocke kannte man bisher eher von E-Mails, nicht vom netten quietschbunten WhatsApp-Messenger.

Für die gutgläubigen Nutzer hat der Klick auf den Link in jedem Fall teure Konsequenzen: satte 4,99 Euro pro Woche werden ihnen von da an durch den dubiosen Anbieter über die Telefonrechnung vom Konto abgebucht. Erinnert stark an die Klingelton-Abos der 90er-Jahre – nur dass man da wenigstens einen singenden, tanzenden Frosch aufs Handy geliefert bekam.
 

Drittanbietersperre einrichten

Im Fall der oben beschriebenen Abo-Abzocke über WhatsApp empfiehlt die Verbraucherzentrale Sachsen auf ihrer Internetseite, eine Drittanbietersperre beim Mobilfunkanbieter einzurichten. Diese können Sie kostenlos und formlos bei Ihrem Provider beantragen und sind dadurch vor einigen bösen Überraschungen auf der Telefonrechnung geschützt. Denn die Sperre verhindert, dass der Drittanbieter Ihre Mobilfunknummer, zum Beispiel durch den Klick auf einen solchen Link, erfährt und deshalb Forderungen an den Mobilfunkprovider weitergeben kann.

Zwei weitere Maschen mit denen WhatsApp-User aktuell belästigt werden, sind Werbe-Nachrichten und Malware.
 

Sie haben gewonnen! Yay!

Wie der finnische Software-Hersteller F-Secure kürzlich in seinem Blog mitteilte, verschenkt gerade jemand gratis Samsung-Tablets und informiert die glücklichen Gewinner auch gleich über WhatsApp darüber, wo sie die Geräte abholen können. Klasse! Der Weihnachtsmann geht echt mit der Zeit und ist außerdem in diesem Jahr ziemlich früh dran.

Viel wahrscheinlicher ist aber, dass der Drahtzieher hinter dieser Aktion weder der Weihnachtsmann noch der Osterhase ist, sondern jemand der Sie dazu verleiten will, unbedacht auf den angefügten Link zu tippen, um die angebliche die Abholadresse zu erfahren. Denn leider verbirgt sich dahinter lediglich die Webseite eines finnischen Glücksspielanbieters. Danke für nichts.


Trojaner oder Potenzpille gefällig?

WhatsApp SpamNatürlich lässt sich mit der Marke WhatsApp auch noch auf andere und ungleich gefährlichere Art Schindluder treiben. Wie das Technikportal Netzwelt in der letzten Woche berichtete, sind derzeit gefälschte E-Mails im Umlauf, die angeblich offiziell von WhatsApp stammen und Sie darüber informieren, dass eine neue Sprachnachricht für Sie bereitliegt. Wenn Sie sich dadurch dazu verleiten lassen, den Downloadlink anzuklicken, laden Sie sich entweder eine virenverseuchte ZIP-Datei auf Ihren Computer herunter oder landen auf einer Webseite mit Viagra-Werbung. Beides nicht so schön.
 

So schützen Sie sich vor WhatsApp-Spam

Grundsätzlich sollten Sie bei unerwarteten Whats-App Nachrichten folgende drei Grundregeln beachten:
  • Keine Links von Fremden anklicken! Tippen Sie niemals in einer Chat-Nachricht direkt auf einen Link, wenn Sie den Absender der Nachricht nicht kennen. Wenn Sie Zweifel haben und nicht wissen, ob es sich nicht vielleicht doch um einen seriösen Link handelt, schauen Sie sich die URL zunächst genau an und rufen in einem Webbrowser die zugrundeliegende Domain auf.
  • Niemals Daten herausgeben! Mama, Papa, Oma und Ihr Schatz sind die Einzigen, denen Sie über WhatsApp Auskunft über persönliche sensible Daten wie Kontonummer, Geburtsdatum oder Schuhgröße geben sollten – und wenn die Sie nach Ihrem Geburtstag fragen müssen, ist vermutlich auch hier irgendetwas faul. Unbekannte gehen diese Informationen nichts an. Sollte tatsächlich ein seriöses und berechtigtes Interesse bestehen, wird sich derjenige auf einem anderen Weg bei Ihnen melden.  
  • Keine Anhänge herunterladen! Gleiches gilt für Dateien jeglicher Art. Wenn Ihnen der Kontakt nicht vertraut ist, laden Sie sicherheitshalber auch keine Sounddateien, Bilder, etc. herunter.
 

Spam 2.0 erkennen

Generell erkennen Sie WhatsApp-Spam-Nachrichten, genau wie E-Mail-Spam, schon recht gut „von weitem“. Das sind Indizien, für eine unseriöse Nachricht:
  • Rechtschreibung und Grammatik sind oft fehlerhaft oder gar nicht vorhanden.
  • Die Absendernummern stammen in den meisten Fällen aus dem Ausland.
  • Ihre persönlichen Daten – falls angegeben – sind fehlerhaft und/oder unvollständig.
  • In der Nachricht wird Zeitdruck gemacht.


Die Tricks der Cyberkriminellen in Sachen WhatsApp-Spam kommen aktuell für den einen oder anderen User der Chat-App noch etwas unerwartet und sind deshalb leider auch oft erfolgreich. Mit der Zeit wird sich hier aber hoffentlich ähnlich wie bei der E-Mail ein gewisses gesundes Misstrauen entwickeln.

(dro)

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