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Handy: Rufnummernmitnahme nur bei Anbieterwechsel

07.09.2012 - 13:06

Mobilfunkkunden haben nur Anspruch auf eine Portierung ihrer Handynummer, wenn sie tatsächlich zu einem neuen Mobilfunkanbieter wechseln. Findet der Wechsel innerhalb des gleichen Anbieters, nur zu einer anderen Marke statt, kann die Rufnummernmitnahme verweigert werden – zu Recht, wie die Bundesnetzagentur dem Telekommunikations-Magazin teltarif.de bestätigte . Entscheidend sei, so die Regulierungsbehörde, dass sich der Vertragspartner ändert.

Seit Inkrafttreten der Novelle des Telekommunikationsgesetzes haben Mobilfunkkunden explizit das Recht, ihre Handynummer „bei einem Wechsel des Anbieters“ unabhängig von ihrer Vertragslaufzeit mitzunehmen. Die Formulierung ‚Anbieter‘ stellt für Verbraucher jedoch den Hacken dar – denn nach Auffassung der Bundesnetzagentur findet ein Anbieterwechsel nur statt, wenn sich der Vertragspartner des Verbrauchers ändert.

Wer gehört zu wem? - bei Mobilfunkanbietern für Verbraucher nicht ersichtlich

Möchte ein Kunde beispielsweise seine Rufnummer von BASE zu Aldi Talk mitnehmen, kann dies abgelehnt werden. Denn es handelt sich bei beiden Anbietern um den gleichen Vertragspartner – die E-Plus-Gruppe. Solange der Vertragspartner identisch ist, liegt kein Anbieterwechsel, sondern lediglich ein sogenannter Produktwechsel vor. Dass Verbraucher die namentlich unterschiedlichen Marken oder Produkte eines Unternehmens als unterschiedliche Anbieter wahrnehmen, ist nicht ausschlaggebend.

Die Mobilfunknetzbetreiber in Deutschland, Telekom, o2 und E-Plus, handhaben diese unterschiedlich. Während die Telekom und o2 generell beziehungsweise in Einzelfällen der Rufnummernmitnahme stattgeben, hält E-Plus sich laut teltarif.de an das Telekommunikationsgesetz. Einer Rufnummernmitnahme wird nur entsprochen, wenn ein Wechsel  zu einem neuen Vertragspartner stattfindet. Vodafone hat bis zur Veröffentlichung des Artikels nicht auf die Anfrage des Magazins reagiert

Bei Wechsel Anspruch auf Mitnahme der Rufnummer - auch vor Vertragsende

Grundsätzlich haben Verbraucher durch die Neuregelung des Telekommunikationsgesetzes Anspruch darauf, dass ihre Mobilfunknummer bei einem Anbieterwechsel unabhängig von der Vertragslaufzeit innerhalb eines Kalendertages übertragen wird. Aktuell wurde den Anbieter zur Schaffung der technischen Voraussetzungen eine Frist bis Dezember 2012 eingeräumt. Zuvor war eine Rufnummernportierung ausschließlich zum Vertragsende zulässig.

Auch nach Vertragsende ist eine Übertragung der Rufnummern möglich – jedoch nicht länger als vier Wochen. Danach erlischt der Anspruch auf die Nummer. Daher sollten Kunden, bevor sie einen neuen Mobilfunktarif bestellen und ihre Handynummer mitnehmen möchten, sich auf jeden Fall über ihren alten und neuen Vertragspartner sowie bei dem abgebenden Anbieter über die Formalitäten informieren.

(awa)

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