0800 - 24 24 123
Telefonische Expertenberatung
Sie sind hier:

EU-Parlament beschließt Aus für Roaming-Gebühren

23.05.2014 - 12:00

Im Ausland zu telefonieren, SMS zu versenden oder sogar via Smartphone mobil im Internet zu surfen ist teuer. Obwohl die EU seit Jahren die Roaming-Gebühren reguliert und im Interesse von Verbrauchern zumindest in den Mitgliedsstaaten immer weiter absenkt, können immense Kosten entstehen. Doch ab Dezember 2015 soll damit Schluss sein. Denn im April 2014 hat das EU-Parlament entschieden, dass Telefonieren, Simsen und Surfen im EU-Ausland zu den gleichen Konditionen möglich sein muss wie zuhause.

Vor allem Surfen im Internet kann User aktuell noch teuer zu stehen kommen - satte 54 Cent pro Megabyte dürfen Provider aktuell berechnen. Ab Juli 2014 sinkt der Preis auf 24 Cent. Da User jedoch die Menge an übertragenen Daten in Megabyte kaum abschätzen können, lauert hier eine große Kostenfalle.

Rechnungen in Höhe von hunderten oder gar tausenden Euro wurden zwar im Juli 2012 bereits durch die EU-Kommission ein Riegel vorgeschoben. Bei Megabyte-Preisen von bis zu 54 Cent ist die Kostenobergrenze von 50 Euro jedoch schnell erreicht. Danach muss der Provider die Verbindung kappen und der User ausdrücklich zustimmen, falls er weiter surfen und eine horrende Rechnung in Kauf nehmen will. Diese Regelung schützt zwar vor unliebsamen Überraschungen, stellt aber keine passable Lösung für Verbraucher in der EU in Zeiten von Smartphones und Tablets dar.

Startschuss für den ‚ConnectedContintent‘

Im April twitterte Neelie Kroes, ihres Zeichen EU-Kommissarin für die Digitale Agenda: „Großartiges Ergebnis für den #ConnectedContinent.“ Kurz zuvor hatten die Abgeordneten des EU-Parlaments einem umfangreichen Paket aus Neuregelungen für den Telekommunikationssektor zugestimmt. Dieses Telekom-Paket beinhaltet unter anderem die Abschaffung der teuren Roaming-Gebühren bis zum 15. Dezember 2015. Schließen sich nun noch die 27 EU-Mitgliedsstaaten der Meinung der Parlamentarier an, können EU-Bürger dann im EU-Ausland zu den gleichen Konditionen surfen, telefonieren und SMS schreiben wie zuhause auch.

Bis dahin sollten Verbraucher im EU-Ausland jeglichen Handyeinsatz aber noch gut überdenken. Wer keine spezielle Auslands-Option, die fast alle Provider inzwischen sowohl für das EU-Ausland als auch für alle anderen Länder anbieten, kann aktuell noch fürs Telefonieren mit bis zu 28,56 Cent pro abgehender und 8,33 Cent pro ankommender Gesprächsminute zur Kasse gebeten werden. SMS kosten pro Nachricht 9,52 Cent und ein Megabyte kann mit bis zu 53,55 Cent abgerechnet werden. Ab dem 1. Juli 2014 gelten wiederum neue Preise – es wird für Verbraucher günstiger: 22,61 Cent beziehungsweise 5,95 Cent pro Gesprächsminute, 7,14 Cent pro SMS und 23,80 Cent pro SMS.

Günstige Optionen für Smartphone-Nutzung im Ausland

Wer verreist und im Ausland auf keinen Fall auf sein Smartphone verzichten will, der sollte sich vor Abreise sowohl über seinen voreingestellten Roaming-Tarif als auch über womöglich kostengünstigere Optionen von seinem Mobilfunkanbieter informieren. Fast alle Provider bieten sogenannte Roaming-Optionen an. Vor allem die führenden Anbieter wie die Telekom, Vodafone, o2 und Base haben ihre Angebote in letzter Zeit massiv nachgebessert. Es gibt bereits Optionen, mit denen Kunden für nur drei Euro monatlich aus dem Reiseland per Flat nach Deutschland telefonieren, in allen Ländern der EU per Flatrate mit ihrem Smartphone surfen und SMS für nur 0,09 Cent versenden.

(awa)

Weitere Artikel: