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Project Ara: das Do-it-yourself-Smartphone

27.01.2015 - 12:10

Mit Technikinnovationen ist es immer so eine Sache: In Promotion-Videos sehen die Gadget-Ideen toll aus und funktionieren meist auch schon reibungslos. Ob und wann sie dann aber tatsächlich das Licht der Welt erblicken, ist fraglich. Ähnliches haben sicher viele gedacht, als der niederländische Designer Dave Hakkens im September 2013 auf YouTube das Konzept eines Smartphones vorstellte, das der Besitzer aus verschiedenen Hardware-Komponenten individuell zusammensetzen und erweitern kann. Jetzt könnte das Baukasten-Smartphone tatsächlich bald die Serienreife erreichen und für eine Revolution auf dem Smartphone-Markt sorgen.

Die Idee eines modularen Smartphones ist keineswegs neu. Auch Motorola arbeitete schon lange an einem solchen Gerät, als Dave Hakken sein Konzept vorstellte. Beide taten sich kurz darauf zusammen und unter der Regentschaft von Google hat das Projekt scheinbar den nötigen Schub bekommen: Vor einigen Wochen hat Google auf einer Entwicklerkonferenz die zweite Generation des sogennanten „Projekt-Ara-Smartphones“ mit dem Arbeitstitel „Spiral 2“ präsentiert - und das sieht schon ziemlich gut aus. Noch in diesem Jahr soll die dritte Entwicklungsstufe erreicht werden: ein marktfähiges Gerät.

So funktioniert das Baukasten-Smartphone

Ein Smartphone im Baukastenprinzip könnte einige Probleme lösen.
Das Projekt-Ara-Smartphone besteht aus einer Basis-Einheit – dem sogenannten Endoskelett – in welches die Hardwaremodule eingesteckt werden. Diese Module sind klein, quadratisch oder rechteckig und beherbergen jeweils ganz spezielle Hardwarekomponenten, zum Beispiel das WLAN-Modul, die Kamera, den Prozessor oder den Arbeitsspeicher. Auch das Smartphone-Display soll als Zusatzmodul erhältlich sein.

Auf der Software-Seite erkennt die Android-App „Ara-Manager“ die eingesteckten Module und sorgt dafür, dass diese auch richtig ins System eingebunden werden. Wenn der User also beispielsweise ein neues Kameramodul für sein Smartphone erworben hat und dies im laufenden Betrieb gegen das Alte austauscht, erkennt der Ara-Manager den Wechsel und bindet die neue Kameraeinheit nahtlos ins System ein.

In der aktuellen Version des Geräts werden die Bauteile noch auf dem Endoskelett festgesteckt. Die finale Version soll dann starke Magneten enthalten, die die Module an Ort und Stelle fixieren. In jedem Fall sollen aber weder Schraubenzieher noch Lötkolben nötig sein, um die Hardware zu erweitern.

Die Zukunft des Smartphones?

Die Idee des „Baukasten-Smartphones“ könnte die Art und Weise, wie wir Smartphones kaufen, nutzen und entsorgen, revolutionieren: Der Endverbraucher muss nicht mehr lange recherchieren und überlegen, welches Smartphone für ihn das Richtige ist – er kauft einfach ein „Basis-Paket“ des Ara-Smartphones und rüstet dies dann ganz nach Lust, Laune & Geldbeutel auf. Heute klagen viele Smartphone-Besitzer darüber, dass Ihre Gadgets über Funktionen verfügen, die sie zwar mitbezahlt haben, aber nur selten nutzen. Damit wäre dann Schluss, das eigene Smartphone könnte exakt auf die eigenen Anforderungen zugeschnitten werden.

Auch könnte man die Modul-Smartphones, zumindest theoretisch, hardware-technisch immer auf dem neuesten Stand halten und von daher auch viel länger nutzen. Das wiederum würde verhindern, dass das Gerät bereits nach zwei Jahren hoffnungslos veraltet wäre und ersetzt werden müsste. Zudem könnten defekte Komponenten auch von Laien viel einfacher ausgetauscht werden und ein defektes Bauteil würde nicht gleich den Exitus des gesamten Geräts bedeuten.

Wann geht's los?

Vertrieben werden sollen die Basis-Einheit und die Module in Zukunft über einen eigens dafür bestimmten Google-Online-Shop. Auch externe Hersteller sollen dann für das innovative Smartphone Module herstellen und über den Shop vertreiben dürfen, kündigte Google an. Im zweiten Halbjahr 2015 will der Suchmaschinenriese das Konzept zunächst in Puerto Rico einem Markttest unterziehen. Sofern dieser erfolgreich verläuft, wird das Project-Ara-Smartphone danach auch in anderen Ländern zu haben sein. Was das Smartphone kosten soll, ist noch nicht bekannt, der Preis dürfte aber natürlich stark von der jeweiligen Konfiguration abhängen.

Die Idee des Modul-Smartphones steht und fällt aber nicht allein mit dem Project-Ara-Smartphone. Denn neben Global-Player Google arbeiten weltweit auch viele kleinere Unternehmen an ähnlichen Konzepten. Das „Puzzle Phone“ der finnischen Firma Circular Devices beispielsweise soll angeblich auch kurz vor der Marktreife stehen.

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(dro)

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