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Was geht App? WhatsApp-Alternativen im Vergleich

14.11.2014 - 14:00

Na, schon genervt vom blauen Doppelhäkchen? Die meisten WhatsApp-Nutzer waren jedenfalls in den letzten Wochen wenig begeistert vom tollen neuen Feature, dass dem Absender einer Nachricht anzeigt, ob diese auch tatsächlich gelesen worden ist. Nicht nur deshalb werden WhatsApp-Alternativen in letzter Zeit immer beliebter.

Eine halbe Milliarde Menschen nutzen weltweit WhatsApp - doch es gibt Alternativen, die sicherer sind.
Datenschutz-Experten raten schon seit längerem von WhatsApp als Messaging-Dienst ab, denn der Service erfüllt die europäischen Datenschutz-Vorgaben nicht. Zwar werden die Nachrichten mittlerweile nicht mehr unverschlüsselt übertragen, allerdings hatte die Facebook-Tochter in den letzten Monaten und Jahren immer mal wieder mit großen Sicherheitspannen zu kämpfen.

Auch wächst bei vielen Smartphone-Nutzern der Wunsch nach mehr Privatsphäre und Daten-Souveränität. Einem Unternehmen schlicht und einfach zu vertrauen, reicht den meisten Menschen berechtigterweise heutzutage nicht mehr. Viele WhatsApp-Konkurrenten haben diesen Trend erkannt und bieten Dienste mit entsprechenden Sicherheits-Features an. Damit ein solcher Messaging-Dienst allerdings erfolgreich ist, muss er leicht zu bedienen sein und von vielen Menschen genutzt werden. Die Apps TextSecure und Threema sind wohl die vielversprechensten Kanidaten, um diese Kriterien zu erfüllen.

TextSecure: Quelloffen und kostenlos

Die App TextSecure war ursprünglich eine Software um SMS-Nachrichten verschlüsselt vom Sender zum Empfänger zu übertragen. Und das kann sie immer noch. Richtig populär geworden ist sie allerdings in den letzten Monaten, weil sie mittlerweile auch den Versand von kostenlosen Direktnachrichten ermöglicht. Neben dem reinen Text können User, genau wie bei WhatsApp, auch Bilder und Emoticons teilen und in einem Gruppen-Chat mit mehreren Leuten gleichzeitig chatten.

Was TextSecure so sicher macht, ist die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung: Das bedeutet, TextSecure verschlüsselt die Nachrichten auf dem Smartphone des Senders und entschlüsselt sie erst wieder auf dem Gerät des Empfängers – der Inhalt ist also sicher vor den Augen Dritter. Zudem ist der Quellcode der App frei zugänglich und für alle einsehbar. Nutzer müssen sich nicht auf die Aussagen des Entwicklers verlassen, sondern können die App selbst auf Schwachstellen durchleuchten. TextSecure ist für Android bereits kostenlos verfügbar, die iOS-Version soll bald erscheinen.

Threema: Sicher und beliebt

Auch der Schweizer Messaging-Dienst Threema setzt bei der Nachrichtenübermittlung auf die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und verschlüsselt zudem sogar die Übertragung der Kontakte aus dem Adressbuch in die App. Deshalb gilt Threema unter Usern als sehr vertrauenswürdig und genießt bereits seit längerem einen guten Ruf. Zuletzt wurde der Messenger sogar von der Stiftung Warentest unter die Lupe genommen und als „unkritisch“ eingestuft.

Optisch und in der Bedienung ist Threema stark an WhatsApp angelehnt, was den Umstieg für WhatsApp-Abtrünnige sehr erleichtern dürfte. Von Gruppen-Chats über Bildversand kann man fast alles machen, was man auch mit WhatsApp tun kann. Threema dürfte auch was die Verbreitung angeht das Feld der WhatsApp-Verfolger anführen – ein nicht zu unterschätzender Punkt, denn eine Messaging-App ist nur wirklich sinnvoll, wenn auch viele andere sie benutzen. Die Threema-App kostet 1,60 Euro für Android und 1,79 Euro für iOS, danach ist die Benutzung kostenfrei.

Fazit

Beide Messaging-Dienste sind in Ihrer Optik und im Handling von WhatsApp kaum zu unterscheiden, auch der Funktionsumfang ist nahezu identisch. Threema ist sogar noch ein bisschen schicker als TextSecure, dafür ist TextSecure nicht nur kostenlos sondern auch komplett quelloffen. Threema gewährt Usern nur Einblicke in bestimmte Teile des Quellcodes. Auch hier steht also wieder bis zu einem gewissen Grad der Komfort der Sicherheit entgegen.

Wer Wert auf aktuelle Datenschutzstandards legt und nicht will, dass seine Nachrichten mitgelesen werden, ist aber mit beiden Messengern gut bedient. Wer mit dem iPhone chattet muss zurzeit auf TextSecure noch verzichten. Angeblich ist die App für iOS jedoch in Kürze verfügbar.

(dro)

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