0800 - 24 24 123 Hilfe und Kontakt
Telefonische Expertenberatung
Sie sind hier:

Messenger-Dienste immer beliebter - steht die E-Mail vor dem Aus?

16.10.2014 - 16:00

Irgendwie erinnert die Entwicklung der E-Mail-Nutzung stark an die des guten alten Briefes. Früher war er das Kommunikationsmedium Nr.1, jeder hat Briefe geschrieben - egal ob an Freunde, Verwandte, den Geschäftspartner oder die Behörde. Dann stand plötzlich ein Paradigmenwechsel  an, die elektronische Post verdrängte den klassischen Brief aus der privaten Alltagskommunikation. Ähnliches droht nun scheinbar der E-Mail selbst.

Mal Hand aufs Herz, wann haben Sie den letzten Brief privater Natur geschrieben? So richtig mit Papier, Stift und Briefmarke? Vermutlich ist es schon länger her. Genauso könnte es Ihren privaten E-Mails auch bald ergehen. Der Branchenverband BITKOM hat es in dieser Woche ans Licht gebracht: Nach Feierabend lassen wir die gute alte E-Mail langsam aber sicher links liegen. Nur jeder fünfte Internetnutzer über 14 Jahre verschickt demnach noch täglich eine private E-Mail. Die E-Mail folgt mehr und mehr dem Beispiel des klassischen Briefes und verabschiedet sich ins berufliche Umfeld. Die zunehmende Verbreitung von leicht zu bedienenden Smartphones, hat einer neuen Form der privaten Kommunikation den Weg geebnet.

So schreibt man heute…

Die neuen Medien der Wahl heißen: Social-Media-Nachrichten und Messaging-Apps. Die kleinen Sofortnachrichten also, die man sich über Facebook oder Twitter schickt und natürlich die Messaging-Dienste WhatsApp, iMessage, Telegram & Co. Sie sind schnell, formlos und die Kommunikation erfolgt oft sogar in Echtzeit. Sie sind  im Prinzip eine verbesserte Version der SMS.

Die Menschen müssen lustige Bilder und Internet-Fundstücke nicht mehr per E-Mail an Freunde und Bekannte schicken – sie posten einfach schnell in die entsprechende WhatsApp-Gruppe und bekommen direkt eine Reaktion vom Publikum. Smartphones von Apple, wie das neue iPhone 6, haben die Messaging-App „iMessage“ sogar schon ab Werk an Bord, bei aktuellen Android-Smartphones können Apps wie WhatsApp oder Threema kinderleicht über den Google-Play-Store nachinstalliert werden.

E-Mail forever

Aber keine Angst, trotz aller Unkenrufe und Kampfansagen von Fortschritts-Freunden: die E-Mail wird bleiben. Nicht, weil sie so wahnsinnig praktisch ist und auch nicht aus nostalgischen Gründen. Sondern einfach weil sie – ähnlich wie ihr Großvater der Brief – eine gewisse Seriosität ausstrahlt. Ihr vertraut man, sie hat eine altbekannte Form und bewährte Merkmale (die dem Brief gar nicht so unähnlich sind):  Jeder kann sie Empfangen egal über welche Hardware er verfügt, auch für längere Texte ist sie optimal geeignet und es hat sich bereits eine sinnvolle  „E-Mail-Knigge“ etabliert.

Der nächste Schritt in der Fortschrittskette ist hier wohl eher, dass die E-Mail zunächst den Brief in Rente schickt. Denkt man aber das Ganze weiter, ist die Formulierung „forever“ wohl nicht ganz richtig – auch die E-Mail wird irgendwann verschwinden – zumindest in ihrer heutigen Form – das wird allerdings noch dauern und ob wir dann tatsächlich WhatsApp-Nachrichten an die Behörde oder den Geschäftspartner schreiben, ist fraglich.

(dro)

Weitere Artikel: