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JP5mini: Das Tablet für den Knast

17.08.2015 - 10:12

In deutschen Gefängnissen sind internetfähige Endgeräte für Insassen grundsätzlich verboten. In den USA ist das anders – dort  bekommen Sträflinge bald ihr eigenes Gefängnis-Tablet zum Surfen, Mailen und Spielen. Für den freilaufenden Tablet-User wäre die Ausstattung jedoch eine harte Strafe.
 

Tablet Knast
Gerade einmal 70 US-Dollar kostet das JP5mini. (Bild: © JPay)
Schön ist es nicht - schon auf den ersten Blick fällt auf, dass es sich beim JP5mini des US-amerikanischen Geräteherstellers JPay nicht um ein gewöhnliches Tablet und schon gar nicht um ein Highend-Gerät à la Samsung Galaxy Tab S 10.5 oder Apple iPad Air 2 handelt. Das Gehäuse des Knast-Tablets kommt nicht in Schwarz, Silber oder schicker Metalloptik daher, sondern ist Transparent. Das hat einen ganz praktischen Hintergrund: So können Wärter auf einen Blick sehen, ob in dem Gerät verbotene Gegenstände versteckt sind oder ob die Elektronik manipuliert wurde.

Auch über die Hardware-Spezifikationen freut man sich als US-Knacki wohl nur, wenn man schon seit 1985 einsitzt: 32 Megabyte (!) ist der nicht erweiterbare interne Speicher groß, das Display misst ganze 4,3 Zoll und angetrieben wird das Wunderwerk der Technik von einem Dual-Core Prozessor. Besser als nichts, klar. Aber aufwändige Actionspiele werden damit wohl vorerst vom Tisch sein. Dafür soll die Akkulaufzeit des JP5mini allerdings auch – wen wundert‘s – gewaltig sein. Satte 35 Stunden Musik- oder 12 Stunden Videowiedergabe sind laut Hersteller möglich. „Abgerundet“ wird die Ausstattung von einem Wlan-Modul und einem vorinstallierten E-Mail-Programm.

Aus Sicherheitsgründen ist der Bootloader des Tablets übrigens gesperrt. So kann kein Häftling heimlich ein anderes Betriebssystem installieren und sich damit etwa mehr Freiheiten verschaffen. Denn viele Konfigurationsmöglichkeiten sollen die User im mobilen OS nicht haben – die Oberfläche der speziellen Android-Version erinnert eher an ein Tablet für Kinder: ein paar große bunte Buttons, das war’s. Auch die Datenübertragung und die E-Mails können von der Gefängnisleitung bei Bedarf aus der Ferne eingeschränkt bzw. überwacht werden – willkommen im Knast.

Aber was zeichnet das JP5mini, neben der grausamen Ausstattung, noch als wirkliches Knast-Tablet aus? Natürlich seine Verarbeitungsqualität: Wie jedes Kind aus diversen Filmen und Serien weiß, bricht in US-Kittchen fast jeden Tag eine heftige Revolte aus oder die Insassen gehen sich gegenseitig an die Gurgel. Deshalb hat der Hersteller JPay sein Baby vorsorglich auch besonders robust gefertigt: Angeblich ist das JP5mini gegen Erschütterungen geschützt, hält Stürze aus bis zu neun Metern Höhe aus und ist zudem wasserdicht - wäre ja auch extrem ärgerlich, wenn man mit dem schicken neuen Tablet nicht mal Prison Break unter der Dusche gucken oder den Zellengenossen ordentlich verdreschen  könnte.

Wer nicht gerade ein Tablet für den amerikanischen Strafvollzug sucht, findet im Vergleich von CHECK24 garantiert bessere, schönere und weniger deprimierende Geräte zu günstigen Preisen.

(dro)

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