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Gorilla-Glas: So schützt das Spezialglas Ihr Smartphone

08.12.2014 - 13:00

Ein zersplittertes Display ist wohl der Albtraum jedes Smartphone-Besitzers. Eine Sekunde nicht aufgepasst und das geliebte High-End-Gadget flutscht einem aus der Hand und landet auf dem Boden. Da nützt es auch nichts, wenn man das gute Stück ansonsten wie ein rohes Ei behandelt - ein Sturz endet oft mit einem gebrochenen Display. Seit moderne Smartphones jedoch mit „Gorilla-Glas“ ausgestattet werden, ist die Zahl der „Sturzopfer“ zumindest deutlich gesunken. Kein Wunder, denn das Spezialglas hält einiges aus.

Affenstarker Schutz: Gorilla-Glas verhindert Kratzer & Displayrisse.
Bei den ersten Smartphones wurde der empfindliche Touchscreen entweder mit einer Schutzschicht aus Kunststoff oder Glas vor äußeren Einwirkungen geschützt. Die Kunststoff-Variante war zwar relativ immun gegen Stürze, zerkratzte dafür aber schnell. Glasabdeckungen waren kratzfester und fühlten sich hochwertiger an, waren dafür aber recht spröde und damit extrem anfällig für Risse.

Vor rund sieben Jahren entwickelte das US-Unternehmen Corning dann erstmals das sogenannte „Gorilla Glass“ – ein Spezialglas, das sowohl kratzfest als auch bruchsicher ist. Erster prominenter Abnehmer: Die Firma Apple, die für ihr erstes iPhone gerade auf der Suche nach einem widerstandsfähigen Schutzglas war.

Mittlerweile wurde das Gorilla-Glas laut Herstellerangaben bereits in über drei Milliarden Geräte weltweit eingebaut. Neben der Firma Corning stellen auch noch weitere Unternehmen schützendes Displayglas her, das Funktionsprinzip ist aber bei allen gleich.

Alkali-Aluminiumsilikat schützt den Touchscreen

Die sensible Touchscreen-Einheit ist das, was durch das Schutzglas gut geschützt werden soll. Denn wenn der Touchscreen selbst reißt, kann das Gerät nicht mehr bedient werden und ein teurer Austausch ist unvermeidlich. Deshalb besteht das Gorilla-Schutzglas aus sogenanntem Alkali-Aluminiumsilikat, das über eine extrem hohe chemische Festigkeit verfügt, die verhindert, dass es schnell splittert. Zusätzlich wird das Glas noch mit einer speziellen Schutzbeschichtung überzogen, die es resistent gegen Wasser und Chemikalien macht.

Um das Glas flexibler und weniger spröde als gewöhnliches Glas zu machen, verleiht man ihm schließlich noch eine große Oberflächenspannung, die sogenannte „chemische Vorspannung“. Trotz dieser Behandlung bleibt Glas natürlich Glas und kann brechen – auch das Gorilla-Glas ist demnach nicht unzerstörbar. Im Gegensatz zu normalem Glas, das schon bei fünf Newton Krafteinwirkung erste Risse bekommt, hält das Gorillaglas aber bis zu 40 Newton aus, bevor es reißt.

Gorilla Glass 4: stärker, dünner, besser

Das Display wird wohl immer die Schwachstelle unserer Technik-Gadgets bleiben, dennoch wird das Spezialglas natürlich immer weiterentwickelt und verbessert. Mittlerweile sind Top-Smartphones wie das iPhone 6 oder das Samsung Galaxy S5 sogar schon mit Gorilla Glass der dritten Generation ausgestattet.

Vor wenigen Wochen stellte das US-Unternehmen Corning mit dem „Gorilla Glass 4“ offiziell die vierte Entwicklungsstufe des Displayglases vor. Es soll nicht nur noch widerstandsfähiger gegen Kratzer und Stürze sein, sondern auch dünner als der Vorgänger. In einem umfangreichen Testszenario simulierte Corning tausende Smartphone-Stürze und analysierte sie, um herauszufinden, wie man das Schutzglas noch bruchsicherer machen kann.

Besonders wichtig bei der Entwicklung ist dabei, den richtigen Mittelweg zwischen Sicherheit und Bedienkomfort zu finden. Denn das Schutzglas muss möglichst so dünn und unauffällig sein, dass es dem Smartphone-User gar nicht auffällt.

Ist Ihr Smartphone schon mit Gorilla-Glas ausgestattet? Wenn nicht, finden Sie zahlreiche widerstandsfähige Multimediatalente in unserem Smartphone-Vergleich.

(dro)

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