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Wie viel Smartphone ist zu viel?

08.04.2015 - 09:13

Für die meisten ist das Smartphone mittlerweile weit mehr als „nur“ ein Telefon – es ist ein mobiler Tausendsassa, das Schweizer Taschenmesser unserer Zeit. Mühelos ersetzt es Tageszeitung, Spielkonsole, Navigationsgerät, Digitalkamera und vieles mehr. Kein Wunder also, dass wir es jeden Tag intensiv nutzen. Doch jüngste Studien zeigen, dass das durchaus negative Auswirkungen auf unser körperliches und seelisches Wohlbefinden haben kann. Welche Gefahren drohen und was man dagegen tun kann, lesen Sie hier.

Drei Stunden lang beschäftigen sich Smartphone-Besitzer jeden Tag mit ihrem elektronischen Begleiter, das ergeben neueste Studien der Berliner Humboldt-Universität und der Universität Bonn. Forscher der Baylor University Waco im US-Bundesstaat Texas ermittelten im Rahmen einer Umfrage aus dem August vergangenen Jahres sogar eine durchschnittliche tägliche Nutzung von rund neun Stunden. Das klingt viel und könnte bereits zu viel sein.
 

Gesundheitliche Auswirkungen von extensiver Handynutzung

Ähnlich wie Alkohol- oder Drogenkonsum, birgt auch die Handynutzung Suchtpotential und bringt entsprechende Entzugserscheinungen mit sich: So stellten die Wissenschaftler von der Baylor University unter anderem fest, dass 80 Prozent der Studienteilnehmer innerhalb weniger Sekunden starke Gefühle der inneren Unruhe und Nervosität entwickelten, wenn ihnen ihr Smartphone weggenommen wurde. Weitere Symptome von „Handyentzug“ können starke Angstgefühle, Wut, depressive Verstimmungen und Schweißausbrüche sein. Auch ein schlechter Netzempfang kann solche Verstimmungen bereits hervorrufen. Durch die ständige geistige Abwesenheit kann zudem das soziale Leben von Intensivnutzern erheblichen Schaden nehmen, fanden die Forscher heraus.

Eine weitere Folge übertriebener Smartphone-Nutzung, die sich bereits nach kürzester Zeit körperlich bemerkbar macht, ist der sogenannte „Smartphone-Nacken“. Eine Studie des US-amerikanischen Chirurgen Kenneth Hansraj aus dem Herbst vergangenen Jahres zeigt, wie stark die Halswirbelsäule bereits bei durchschnittlicher Handynutzung von zwei bis drei Stunden am Tag belastet wird. Natürlich bezieht sich diese Beobachtung auf eine ganz bestimmte Körperhaltung, die aber viele von uns einnehmen, wenn wir im Stehen das Handy bedienen: Smartphone auf Brusthöhe in beide Hände und den Kopf schräg nach unten geneigt. Durch diese Haltung und den Blick nach unten auf das Smartphone-Display wirken bereits bei leichter Kopfneigung (15 Grad) rund 12 Kilogramm Gewicht auf die Wirbelsäule und die Schulter- und Nackenmuskulatur. Normalerweise liegt die Belastung durch das Gewicht des menschlichen Kopfes nur bei etwa fünf Kilogramm. Schaut ein Smartphone-Nutzer tatsächlich mehrere Stunden täglich so auf das Handydisplay kann es deshalb zu schweren Haltungsschäden kommen.
 
    3 Tipps gegen den „Handy-Nacken“

Smartphone Nacken
  • Gewöhnen Sie sich an, längere E-Mails lieber am PC zu schreiben.
 
  • Gönnen Sie der Muskulatur Abwechslung und halten Sie das Smartphone zwischendurch in verschiedenen Positionen.
 
  • Halten Sie das Gerät generell möglichst auf Augenhöhe – das könnte komisch aussehen, entlastet aber die Hals- und Nackenmuskulatur ungemein.
 

Mit Apps die eigene Smartphone-Nutzung beobachten

Zwar ist nicht jeder, der sein Smartphone oft und gerne benutzt gleich ein hoffnungsloser „Handy-Junkie“, allerdings schadet es natürlich nichts, einmal das eigene Nutzungsverhalten genauer unter die Lupe zu nehmen. Den schmerzenden Nacken zu bemerken und ihn mit der gekrümmten Körperhaltung beim SMS schreiben in Verbindung zu bringen, ist dabei kein Kunststück –psychische Entzugserscheinungen zu bemerken, ist allerdings schon schwerer.

Apps wie der „Checky - Phone Habit Tracker“ für Android und iOS können dabei helfen, sich seiner Handynutzung bewusster zu werden und langfristig mehr Spass an seinem Apple iPhone 6 oder Samsung Galaxy S6 zu haben. Die Ironie die darin liegt, eine Smartphone-App zu nutzen um herauszufinden, ob man sein Smartphone zu oft nutzt, ignorieren wir jetzt einfach mal, denn „Checky“ kann durchaus ein Augenöffner sein. Das Funktionsprinzip ist relativ simpel: die App läuft permanent im Hintergrund und zählt, wie oft Sie über den Tag verteilt zum Smartphone greifen. Die Daten werden dann grafisch ansprechend aufbereitet und auf Wusch kann man sich den aktuellen Zwischenstand sogar per Push-Meldung anzeigen lassen. Die App „Moment“ macht dasselbe und ermöglicht es dem User zudem, ein Nutzungs-Tageslimit festzulegen. Ist dieses Limit erreicht, wird man von der App benachrichtigt. „Moment“ ist aktuell leider nur für iOS-Geräte verfügbar.

(dro)

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