0800 - 24 24 123 Hilfe und Kontakt
Telefonische Expertenberatung
Sie sind hier:

Apps gegen Phubbing und Smartphone-Sucht

23.12.2015 - 15:39

An die Omnipräsenz von Smartphones in unserem Alltag haben wir uns gewöhnt. Doch sie bedeuten nicht nur eine Ablenkung von der Arbeit, dem Studium oder im Straßenverkehr, sondern können sogar abhängig machen. Bonner Forscher haben eine App entwickelt, die den Anwendern deutlich macht, wie intensiv sie ihre Geräte nutzen.

Mädchen schauen auf ihre Smartphones
Chatten mit dem Smartphone statt persönliche Gespräche
Wir kennen sie aus dem ganz normalen Straßenbild: Menschen, die es kaum mehr schaffen, den Blick von ihrem Smartphone abzuwenden. Für die ständige geistige Abwesenheit und Vernachlässigung sozialer Kontakte durch das Smartphone gibt es jetzt ein Wort. „Phubbing“ ist eine Kombination aus „Phone“ und „snubbing“, was auf Englisch etwa „abweisen“ oder „vor den Kopf stoßen“ bedeutet. Und so fühlen sich die meisten Menschen, die versuchen, sich mit einem Phubber zu unterhalten.   

Mittlerweile gibt es Apps, die dabei helfen sollen, das Nutzungsverhalten zu kontrollieren und gegebenenfalls reduzieren. Die meisten verfolgen den Ansatz Offline-Zeiten einzurichten, um sich endlich wieder auf die Realität zu konzentrieren. Doch es geht auch noch gründlicher: Die Menthal-Balance-App überträgt die Nutzungsdaten an ein ganzes Forscherteam und soll dabei helfen, frühzeitig Anzeichen einer problematischen Handynutzung zu erkennen. Wir haben uns die Apps mal näher angeschaut.

Menthal-App   

Wer sich hier registriert wird nicht nur regelmäßig über sein Nutzungsverhalten aufgeklärt, sondern nimmt auch an einer wissenschaftlichen Studie teil. Alle wichtigen Informationen bekommt man nach der Installation und muss diese für die Anwendung auch akzeptieren. Im Folgenden kann man einen Fragebogen zur eigenen Persönlichkeit ausfüllen. Das Ziel: Die App soll nicht nur aufzeichnen, was man mit dem Smartphone tut, sondern auch hilfreiche Daten für die Analyse der Zusammenhänge zwischen Nutzung, Persönlichkeit und Wohlbefinden sammeln.

Die App berechnet einen Score, der die ebenfalls einsehbare detaillierte Messung der Aktivitäten auf dem Smartphone zusammenfasst. Alle Daten werden selbstverständlich anonymisiert und können jederzeit gelöscht werden. Wer an der Selbstbeobachtung interessiert ist und gleichzeitig einen Beitrag zu Wissenschaft leisten möchte, dem bietet sich hiermit eine sehr interessante Möglichkeit dazu. Allerdings ist die App nur für Android-Geräte zu haben.

Offtime

Auf einem Schreibtisch liegt zerknülltes Papier, eine Brille und ein Smartphone neben einem leeren Notizbuch
Der ständige Blick auf das Handy stört die Konzentration
Diese Anwendung soll helfen, den Stress durch ständige Erreichbarkeit und Ablenkung zu reduzieren und den Fokus neu zu setzen. Dafür wird vor dem Start abgefragt, welche Bedürfnisse oder Aufgaben mit Offtime mehr Raum bekommen sollen.

Mit individuellen Profilen lassen sich beispielsweise ausgewählte Anrufer und Nachrichten blockieren, Apps sperren und Zeitfenster einstellen, in denen das Smartphone nicht gebraucht werden soll. Einmal in die Offtime gestartet kommt man nur wieder raus, indem man den Bildschirm gedrückt hält und eine volle Minute auf die Entsperrung wartet.

Auch hier wird ein Protokoll angelegt, das Einblick in das eigene Nutzungsverhalten gibt. Die individuellen Einstellungen erlauben es, sehr spezifische Maßnahmen gegen den übermäßigen Umgang mit dem Smartphone zu ergreifen. Die App ist derzeit für Android und iOS erhältlich.

Forest

Gleiches Prinzip, jedoch eher spielerisch angelegt: Für jedes Zeitfenster von 30 Minuten, in dem Nutzer die Finger vom Smartphone lassen wird ein virtueller Baum gepflanzt. Jeder Abbruch tötet allerdings das Gehölz. Digital Disziplinierte können sich so ihren eigenen Wald anlegen. Das Zeitfenster lässt sich auf bis zu zwei Stunden einstellen, das Gewächs wird damit umso größer. Beim vorzeitigen Abbruch der Zeit muss man den Give up-Button drücken: Das motiviert, sich das Ganze nochmal zu überlegen. Der Empfang von Nachrichten ist allerdings trotzdem möglich.

Um sich wieder bewusst auf Arbeit, Studium oder Freunde zu konzentrieren ist die App ein guter und einfacher Helfer. Sie ist für nahezu jedes Betriebssystem verfügbar.
 

Weitere Artikel: