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Apple Music: Bringt Tim Cook die Konkurrenz aus dem Takt?

26.06.2015 - 11:16

Auch Apple steigt ab sofort in das Geschäft mit Musik-Streaming ein und präsentiert auf der hauseigenen Entwicklerkonferenz WWDC 2015 seinen Dienst Apple Music. Damit sind die US-Amerikaner deutlich später dran als die Konkurrenz. Hat der Dienst trotzdem das Potential die Streaming-Branche auf den Kopf zu stellen?
 

Apple Music
Ende einer Ära: Auf Apples Website hat Apple Music den iPod bereits ersetzt.
Wie schon bei den Smartwatches, hat Apple sich auch beim Thema Musik-Streaming ordentlich Zeit gelassen für einen eigenen Beitrag. Noch vor gut acht Jahren winkte der damalige Apple-Patriarch Steve Jobs beim diesem Thema müde ab: „Die Menschen wollen Musik besitzen“ – das scheint sich mit der Zeit geändert zu haben. Aktuelle Userzahlen und Studien zeigen, das Musik-Streaming, auch in Deutschland, so beliebt ist, wie nie. Trotz großer Konkurrenz am Markt, ist der Zeitpunkt für Apple also perfekt, selbst einen Dienst zu starten.

Ab dem 30. Juni soll Apple Music in 100 Ländern offiziell verfügbar sein. Für 9,99 US-Dollar im Monat können Abonnenten dann uneingeschränkt auf die rund 30 Millionen Songs im Apple-Musikkatalog zugreifen.
 

Ausstattung: Radio, Playlisten und jede Menge Songs

Zwar wurde offiziell noch kein Abopreis für Deutschland kommuniziert, mehrere Technikblogs wollen aber bereits erfahren haben, dass die Monatsgebühr hierzulande bei 9,99 Euro liegen wird. Apples Musikflat wird also ähnlich oder zumindest genauso teuer werden, wie die Angebote der Mitbewerber. Auch die Größe des Musikkatalogs ist mit 30 Millionen Songs mehr oder weniger identisch mit dem Angebot von Spotify, Deezer & Co.

Ob Apple sich hier zumindest inhaltlich abgrenzen oder hervorheben kann, wird abzuwarten sein. Gerüchten zufolge, sollen die US-Amerikaner aber viele kleine Indie-Labels unter Vertrag genommen haben. Deren Musik ist bei anderen großen Streaming-Portalen oft nicht zu finden.

Neben dem Musikkatalog, sollen den Usern vom Start weg auch ein umfangreiches Angebot von kuratierten Wiedergabelisten und der Live-Radio-Sender „Beats 1“ gehören, der neben Musik auch Interviews und News übertragen will. Im Künstlerbereich „Connect“ sollen Fans außerdem mit ihren Stars kommunizieren können und Zugriff auf exklusive Demos und Musikvideos haben.

Klingt alles ziemlich solide – aber wenig spektakulär oder innovativ. Einen ähnlichen Leistungsumfang gibt es auch von bereits bestehenden Portalen. Mit dieser Ausstattung ist Apple Music nicht die Revolution, die sich viele Branchenexperten erwartet hätten, sondern „nur“ ein guter Musik-Streaming-Dienst.
 

Streaming-Qualität: vergleichsweise schlecht

Hinzu kommt, dass – sollten sich die Vorabinformationen bestätigen – Apple seine Musik nur mit 256 Kilobit pro Sekunde streamen wird. Ein Großteil der Konkurrenz überträgt die Songs längst in einer besseren Qualität –mit 320 Kilobit pro Sekunde. Für Musikliebhaber kein ganz unwesentlicher Faktor.
 

Potential: riesig

Auf den ersten Blick wirkt Apple Music also eher unscheinbar und mittelmäßig – eigentlich keine Attribute mit denen man für gewöhnlich Apples Produktneuvorstellungen beschreibt. Aber: der Dienst muss auch gar nicht überragend sein, um ein großer Erfolg zu werden. Denn im Gegensatz zur Konkurrenz hat Apple seine Kunden praktisch schon längst gewonnen – schließlich verwalten Millionen von Usern Ihre Musik bereits jetzt über Apple iTunes.

Es dürfte dem Unternehmen nicht schwer fallen, viele davon früher oder später davon zu überzeugen, mit ein paar Klicks Streaming-Abonnent zu werden. Besonders wenn man bedenkt, dass die Apple Music App vermutlich ab sofort auf so ziemlich jedem Apple Gerät vorinstalliert sein wird. Bis Ende des Jahres soll es sogar eine Android-Variante geben. Und selbst wenn die Abozahlen weniger sprunghaft steigen, als Apple sich dies vorstellt, können Tim Cook & Co. ganz in Ruhe abwarten. Der Unternehmenserfolg wird nicht mit der Entwicklung von Apple Music stehen oder fallen. Bei Spotify, Napster oder Deezer sieht die Lage da schon anders aus.

Der Start von Apple Music erinnert vielmehr an den von Googles Musik-Streaming-Dienst: Ganz in Ruhe und ohne viel Spektakel startete der Suchmaschinenriese vor vier Jahren Google Music. Zum Start hin waren Funktionsumfang, Performance und Bedienung noch eher suboptimal und die App keine ernsthafte Bedrohung für die Konkurrenz. Nach und nach jedoch erweiterte und optimierte Google den Dienst und benannte ihn sogar mehrfach um – bis endlich alles passte. Heute ist die Google Music App tief ins Android-Betriebssystem integriert und wurde bereits über 500 Millionen Mal heruntergeladen.

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(dro)

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