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Android 6.0: Keks oder Krümel?

03.06.2015 - 11:29

„Macadamia Nut Cookie“ ist laut jüngsten Gerüchten die offizielle Versionsbezeichnung die sich hinter dem „M“ in Googles neuester Android-Version verbirgt. Aber auch über „Milky Way“ und „Manchego“ wird in Expertenkreisen noch spekuliert. Klingt alles lecker, war auf Googles hauseigener Entwicklerkonferenz I/O aber eher nebensächlich. Denn viel interessanter sind die neuen Features von Android 6.0, auf die Sie sich als Smartphone-User freuen können.

Nach Android Froyo, Gingerbread, Ice Cream Sandwich, Jelly Bean, KitKat und Lollipop kommt nun also „M“. Jede neue Version brachte bislang eine ganze Reihe von Verbesserungen mit sich, auch die siebte Hauptversion von Googles mobilem Betriebssystem sieht vielversprechend aus.
 

Das ist neu:


Bessere App-Kontrolle
Auf dem iPhone gibt es die Funktion schon lange, als Android-User mussten Sie bisher – zumindest offiziell - darauf verzichten: die Rede ist vom Rechtemanagement für Apps. Wie eine Studie erst kürzlich wieder gezeigt hat, sind mobile Anwendungen in punkto Sicherheit oftmals eine Katastrophe. Deshalb ist es gut, dass Sie in der neuesten Android-Version endlich die Möglichkeit haben, die Berechtigung jeder heruntergeladenen App im Detail festzulegen. Wenn Sie also zum Beispiel der Meinung sind, dass die App „Furz Sound Board“ nicht unbedingt Zugriff auf Ihr persönliches Adressbuch haben muss, entziehen Sie ihr einfach dieses Recht.

Fingerabdruck-Support
Bis es endlich den Iris-Scan gibt, ist der Fingerscanner die wahrscheinlich coolste Art das Smartphone zu entsperren. Leider war das James Bond-Feature bisher fast ausschließlich in den Oberklasse-Geräten großer Hersteller verbaut, wie zum Beispiel im Samsung Galaxy S6. Für die Produzenten von günstigeren Geräten war die Entwicklung einer Software, die mit dem Scanner kommuniziert bisher einfach nicht wirtschaftlich. In Android 6.0 ist diese Zusatzsoftware nicht mehr nötig, denn Fingerabdruckscanner werden endlich auch offiziell unterstützt. Den kleinen Sensor werden wir also bald in immer mehr Smartphones und Tablets finden. Laut Google können Android 6-User übrigens nicht nur das Handy mit dem Finger entsperren, sondern auch Play-Store- und In-App-Käufe damit bestätigen.

Effizientere Akkunutzung
Der Akku ist nach wie vor die Schwachstelle jedes Android-Smartphones. Selbst in der Hosentasche „verbrauchen“ die meisten Geräte eine ganze Menge kostbare Akkuladung. Googles neue „Döse“-Funktion „Doze“ setzt genau hier an und soll beim Energiesparen helfen: Anhand der Lage- und Beschleunigungssensoren im Smartphone erkennt „Doze“, wenn Sie das Smartphone gerade nicht benutzen – wenn es also „döst“ - und beendet ungenutzte Apps die im Hintergrund laufen. Nachrichten, Anrufe und Terminerinnerungen sollen aber weiterhin angezeigt werden.

Android 6.0Android Pay
Das Thema „Bezahlen mit dem Smartphone“ beschäftigt die Branche bereits seit Jahren. Bisher setzte sich aber kein Konzept wirklich durch. Auch Google wagte mit der „Google Wallet“ bereits einen ersten Versuch in diese Richtung und scheiterte. Mit dem Nachfolger „Android Pay“ soll jetzt aber alles anders werden. Dafür wurde die Payment-Lösung tief in Android 6.0 integriert und der Smartphone-User kann Zahlungen zum Beispiel mit seinem gewöhnlichen Entsperrcode oder seinem Fingerabdruck authentifizieren. Bis Sie jedoch auch in Deutschland an der Kasse mit dem Smartphone bezahlen können, dürfte noch einige Zeit vergehen. Vorerst wird es Android Pay nur in den USA geben. Die Ansätze sehen jedoch sehr vielversprechend aus und auch die Akzeptanz ist in den USA scheinbar groß. Rund 700.000 Unternehmen sollen sich schon bereit erklärt haben, Android Pay in Zukunft als Zahlungsmethode zu akzeptieren.

Und sonst?
Neben diesen großen Neuerungen gibt es in Android 6.0 auch zahlreiche kleinere Verbesserungen, die den Gebrauch des Smartphones ein bisschen komfortabler machen sollen. So können App-Entwickler beispielsweise künftig den populären Chrome-Browser direkt in ihre Anwendungen integrieren. Wenn Sie dann in einer App auf einen Link klicken, öffnet der sich nicht mehr in einem externen Browser-Fenster, sondern direkt in der Anwendung.

Apropos Links: Eine weitere kleine, aber nützliche Weiterentwicklung sind die sogenannten „App Links“. Wenn Sie bisher in einer E-Mail zum Beispiel einen Facebook-Link angeklickt haben, öffnet der sich oft im mobilen Browser und nicht in der Facebook-App – was ja eigentlich sinnvoll wäre. Android 6.0 soll diese Links künftig besser „erkennen“ und sie gleich in der passenden App öffnen.
 

Erscheinungstermin

Bis der Suchmaschinengigant die neue Android-Version an die Smartphones von Endkunden verteilt, wird es, laut Google, noch bis zum Herbst 2015 dauern. Vorher müssten noch viele Fehler behoben werden. Schon jetzt steht aber eine Test-Version für App-Entwickler bereit.
 

Wer bekommt das Update?

Wie bei jedem großen Android-Update, stellt sich auch in diesem Fall wieder einmal die große Frage, auf welchen Geräten die neue Version des Betriebssystems wann verfügbar sein wird. Wenig überraschend ist, dass im Fall von Android M, laut Google, zunächst die Nexus-Geräte der jüngsten Generation, also das Nexus 5, 6, 7 und 9 sowie die Set-Top-Box Nexus-Player aktualisiert werden. Alle in diesem Jahr erscheinenden Oberklasse-Smartphones dürften das Update aber erfahrungsgemäß ebenfalls zeitnah nach Veröffentlichung erhalten. Auch auf den zwei Nexus-Smartphones die Google angeblich noch in diesem Jahr vorstellen will, wird mit großer Wahrscheinlichkeit ab Werk Android 6.0 installiert sein.

(dro)

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