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Alternativen zu Android und iOS: Firefox OS, Ubuntu, Sailfish

27.02.2015 - 14:00

Momentan gibt es für Smartphone-Fans kaum einen Weg vorbei an Google oder Apple: Die beiden Megakonzerne dominieren mit ihren mobilen Betriebssystemen iOS und Android mittlerweile überwältigende 96 Prozent des globalen Smartphone-Marktes. Kein Wunder, denn ihre Smartphones sind erstklassig und machen einfach Spaß. Trotzdem ist eine derartige Marktdominanz auf Dauer natürlich nicht unproblematisch. Gut, dass deshalb inzwischen ein paar vielversprechende alternative Betriebssysteme am Markt aufgetaucht sind, die diese Dominanz mit innovativen Bedienkonzepten und einer offenen Architektur brechen wollen. Wir stellen Ihnen die Herausforderer von Google & Apple vor.

Die Emporkömmlinge im Bereich der mobilen Betriebssysteme gehen alle einen deutlich anderen Weg als es aktuell bei den Platzhirschen üblich ist: Sie arbeiten nach dem Open-Source-Prinzip – d.h. der Quellcode des Systems und der Apps ist für User frei einsehbar. Dadurch ist ein hohes Maß an Transparenz gewährleistet und die Gefahr von eingeschmuggelter Schad- oder Spionagesoftware in Prinzip von vornherein gebannt. Der User kann „unter die Haube“ des Betriebssystems schauen und in einigen Fällen sogar aktiv an seiner Weiterentwicklung mitarbeiten.

Firefox OS

Ein Smartphone mit Firefox OS. (© Mozilla Foundation)
Seit April 2013 sind in Deutschland die ersten Smartphones mit Firefox OS zu haben. Den Namen Firefox kennt man bereits vom beliebten Webbrowser - bei Firefox OS handelt es sich um ein quelloffenes mobiles Betriebssystem auf Basis von Linux, entwickelt von der Mozilla Foundation. Das Besondere an Firefox OS ist, dass es komplett webbasierend ist, d.h. die Apps auf dem Gerät sind eigentlich Web-Apps und werden auf Grundlage der offenen Webstandards HTML5, CSS und JavaScript programmiert. Viele davon verfügen zudem über einen Offline-Modus, damit man sie auch nutzen kann, wenn man mal keine mobile Internetverbindung hat.

Die Bedienung des Firefox OS ist extrem simpel und selbsterklärend: Zentrales Element ist der Homescreen auf dem sich eine Suchleiste befindet. Über diese sucht man entweder direkt nach einer App oder auch nach bestimmten Webinhalten. Die Ergebnisse werden dann direkt auf dem Homescreen angezeigt. Zu den Apps, die man bereits installiert hat, gelangt man, indem man auf dem Homescreen nach rechts wischt.

Seit seinem Start vor knapp zwei Jahren kann Mozilla mit Firefox OS bereits erste Erfolge verbuchen: In Brasilien und Mexiko sind Smartphones mit dem alternativen Betriebssystem bereits sehr beliebt – in Venezuela haben Firefox OS-Geräte sogar schon einen Marktanteil von rund zwölf Prozent.

Sailfish OS

So sieht Sailfish OS auf dem Jolla Phone aus. (© Jolla Ltd.)
Bereits seit Ende 2013 ist das finnische Unternehmen Jolla mit seinem Jolla Phone und dem darauf installierten Sailfish OS am Markt vertreten. Auch Sailfish OS basiert auf Linux und ist zumindest teilweise quelloffen – die vollständige Offenlegung soll laut Jolla aber in Kürze folgen.

In Sachen Bedienung setzt Sailfish OS voll auf Gestensteuerung. So findet der User zum Beispiel nirgends die aus anderen Betriebssystemen bekannte „Zurück-Taste“. Man wischt einfach zurück,  wenn man zurück will – egal ob im Menü oder innerhalb einer App. Dieses einfache Bedienkonzept bringt den Vorteil mit sich, dass man ein Smartphone auf dem Sailfish OS installiert ist, recht bequem mit nur einer Hand steuern kann.

Sailfish OS läuft sicherlich am besten auf dem speziell dafür konzipierten „Jolla Phone“, da es sich aber um ein Open-Source-Betriebssystem handelt, sind auch Portierungen auf andere Smartphones möglich. Im Internet findet man bereits zahlreiche Anleitungen, die zeigen, wie man Sailfish OS zum Beispiel auch auf einem Google Nexus 4 installieren kann.

Ubuntu OS

Mit Spannung erwartet: das "Ubuntu Phone" (© Canonical Ltd.)
Der neuste Störenfried im Revier von Apple und Google ist Ubuntu OS aus dem Hause Canonical. Bekannt ist das US-Unternehmen bereits durch sein sehr beliebtes Desktop-Betriebssystem Ubuntu - der mobile Ableger wurde deshalb mit großer Spannung erwartet. Im Februar 2015 wurde dann mit dem Aquaris E4.5 von BQ das erste offizielle „Ubuntu-Phone“ vorgestellt.

Wie schon Firefox OS und Sailfish OS setzt auch Ubuntu OS komplett auf Open Source und kommt mit einem neuartigen Bedienkonzept daher: Alle Smartphone-Inhalte werden auf sogenannten „Scopes“ dargestellt, dabei handelt es sich um thematisch geordnete Sammelbildschirme, zwischen denen man einfach hin und her blättern kann. Geht man zum Beispiel auf den Scope "Musik", sieht man alle Musik-Apps, aber auch gespeicherte MP3-Dateien und Webinhalte zum Thema.

Auch für Ubuntu OS gilt natürlich: wer will, kann sich das Betriebssystem auch herunterladen und es auf einem anderen Smartphone installieren - Open Source sei Dank! Eine Liste kompatibler Geräte mit dazugehörigen Installationsanleitungen findet man online.

Das Problem mit der App-Kompabilität

Viele User schrecken vor alternativen Betriebssystemen zurück, weil sie fürchten, dass sie dann auf ihrem Smartphone auf liebgewonnene Apps, die sie von ihrem iPhone oder Android-Smartphone kennen, verzichten müssen. Diese Sorge ist nicht ganz unbegründet, grundsätzlich reicht die Anzahl an Apps in den noch jungen Betriebssystemen natürlich noch nicht an die im Google Play Store oder Apple App Store heran. Gerade wenn Must-Have-Apps wie z.B. WhatsApp fehlen, ist das für viele User ein K.O.-Kriterium.

Dieser Umstand ist bei Mozilla, Canonical und Jolla natürlich bekannt und die Unternehmen arbeiten an Lösungen: So ist WhatsApp unter Ubuntu OS bisher zwar offiziell noch nicht verfügbar, soll laut Hersteller aber möglichst bald folgen. Auch unter FirefoxOS ist der beliebte Messenger nicht im Original verfügbar, hier kann man allerdings als User zur Alternativ-App „connectA2“ greifen. Die verwendet das WhatsApp-Protokoll und man hat vollen Zugriff auf alle Kontakte und Chats des Originals. Einzig die Firma Jolla hat gut mitgedacht und ermöglicht es in Sailfish OS auch Android-Apps zu starten. WhatsApp läuft auf dem Jolla Phone also bereits.

Wer diesen Exoten lieber noch ein wenig Zeit geben will, findet im Smartphone-Vergleich von CHECK24 natürlich jederzeit die aktuellen Top-Smartphones mit Android, iOS und Windows!

(dro)

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