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Ratgeber: Was tun beim Wildunfall mit dem Mietwagen?

22.10.2015 - 14:54

Reh im Feld
Konnten sich Rehe im Sommer noch in Felder verstecken, kreuzen sie im Herbst auf Nahrungssuche vermehrt auch unsere Straßen.
Zweimal im Jahr ist auf deutschen Landstraßen besondere Vorsicht geboten. Während im Frühjahr Rehe, Hirsche und Wildschweinen von Hormonen getrieben auch entlang unserer Verkehrswege auf Brautschau gehen, werden die Tiere im Herbst auf Futtersuche vor allem in den Morgen- und Abendstunden der Monate September bis November zur Gefahr für Autofahrer. Wir haben einen kleinen Ratgeber für Sie zusammengestellt, wie Sie Wildunfälle vermeiden und wie Sie sich im Fall einer Kollision mit Ihrem Mietwagen am besten verhalten.

Unfälle vermeiden durch richtiges Verhalten

Egal ob mit dem eigenen Auto oder einem Mietwagen, der Königsweg ist natürlich die Vermeidung eines Unfalls. Fast drei Viertel der jährlich circa 250.000 Wildunfälle in Deutschland ereignen sich in der Zeit zwischen 18 Uhr und 6 Uhr, wobei die Tiere in der Dämmerung besonders aktiv sind. In dieser Zeit sollten Autofahrer vor allem auf ländlichen Straßen besonders aufmerksam den Straßenrand beobachten und gegebenenfalls Ihre Geschwindigkeit anpassen. Denn bereits bei 80 km/h benötigt ein Pkw im Schnitt 55 Meter bis zum Stillstand.

Sollte sich ein Tier vor Ihnen auf oder neben der Straße befinden, drosseln Sie Ihre Geschwindigkeit und schalten das Fernlicht aus. Die grellen Scheinwerfer blenden das Tier und verhindern so eine etwaige Fluchtreaktion. Zusätzlich können Sie versuchen, das Tier durch Hupen zu verscheuchen. Doch selbst dann sollten Sie erhöhte Vorsicht walten lassen, da Rehe und Wildschweine häufig im Rudel auftreten.

Richtig reagieren bei Wild auf der Straße
Schild Wildwechsel
Wild benutzt auf Wanderung immer die gleiche Route. Dort stellen Behörden Warnschilderauf.
  • Tempo Drosseln
  • Fernlicht ausschalten
  • Tier durch Hupen verscheuchen
  • Auf weitere Tieres des Rudels achten

Wildwechsel-Warnschilder ernst nehmen

In der Wildwechselzeit sollten Sie sich daher noch strikter als sonst an Tempolimits und vor allem Wildwechsel-Warnschilder halten. Rot- und Schwarzwild benutzt auf seinen Wanderungen nämlich immer die gleichen „Routen“. An genau diesen Schnittstellen von Tierpfaden und Autostraßen stellen Behörden die Warnschilder auf.

Unfall: Was tun?

Kommt es trotz erhöhter Vorsicht zu einem Wildunfall, gilt es zunächst die Unfallstelle abzusichern. Schalten Sie den Warnblinker ein und lassen Sie vor allem im Dunkeln die Fahrzeugbeleuchtung angeschaltet. Ist der Wagen noch fahrtüchtig, müssen Sie ihn laut Straßenverkehrsordnung an die Seite fahren. Vor dem Verlassen des Fahrzeugs sollten alle Insassen die vorgeschriebenen Warnwesten anlegen, damit sie auch bei Dunkelheit von anderen Verkehrsteilnehmer rechtzeitig erkannt zu werden. Stellen Sie danach das Warndreieck in ausreichendem Abstand zum Fahrzeug auf. Ist die Unfallstelle gesichert, helfen Sie zunächst etwaigen Verletzten und alarmieren danach die Polizei.

Diese rät als nächsten Schritt, wenn möglich auch etwaige Fahrzeugteile und das tote Tier von der Fahrbahn zu bugsieren. Berühren Sie wegen Tollwutgefahr den Kadaver jedoch auf keinen Fall mit bloßen Händen. Verletzte Tiere sollten tunlichst nicht bewegt oder berührt werden, ein verletzter Keiler kann zur ernsten Gefahr für das eigene Leben werden. Flüchtet das verletzte Tier vom Unfallort, merken Sie sich die Fluchtstelle und -richtung. So kann der zuständige Jäger das verletzte Tier später leichter aufspüren.

Checkliste beim Wildunfall
  • Warnblinker und Licht an
  • Auto wenn möglich zur Seite fahren
  • Warnwesten anziehen
  • Warndreieck aufstellen
  • wenn möglich, Straße frei räumen
  • Notruf absetzen

Versicherung: wer kommt für den Schaden auf?

Kurios: Bei Teilkaskoversicherung werden Schäden mit "Haarwild" generell reguliert. Haben Sie einen hingegen einen Unfall mit Nutztieren wie Kuh oder Hausschwein, zahlen nicht alle Policen.
Generell kommen Versicherungen für Schäden nach Wildunfällen auf. Was genau übernommen wird, hängt davon ab, ob für das Fahrzeug eine Voll- oder Teilksaskpversicherung abgeschlossen wurde. Bei Teilkaskoversicherungen gibt es hier nämlich einige Fallstricke. Viele Versicherungen verlangen zum Beispiel einen Beweis in Form von Fotos oder einer sogenannte Wildbescheinigung des zuständigen Jagdpächters. Weiterer Stolperstein: Einige Kfz-Versicherer decken in der Teilkasko nur Unfälle mit Haarwild ab. Darunter fallen beispielsweise Hirsche, Wildschweine, Rehe, Füchse, Hasen oder Dachse. Rennen Ihnen jedoch Kuh, Pferd, Schaf oder ein Elch (so geschehen im September 2009 bei Berlin) vors Auto, muss die Versicherung nicht zahlen.

Achten Sie daher bei einem Mietwagen unbedingt auf einen Vollkaskoschutz. Diese Police greift bei Schäden durch jegliche Tierart und kommt auch für Unfälle nach Ausweichmanövern auf, es sei denn, Sie haben grob fahrlässig gehandelt. Die im Mietvertrag festgelegte Selbstbeteiligung müssen Sie jedoch in jedem Fall bezahlen. Sie wird auch nicht von der privaten Haftpflichtversicherung übernommen, schwankt je nach Vermieter und Vertrag stark und kann bis zu mehreren Tausend Euro betragen.

Bei CHECK24: Ohne Selbstbeteiligung oder Geld zurück

Wollen Sie dieses Risiko lieber nicht eingehen, bietet Ihnen der CHECK24-Mietwagenvergleich zwei Optionen. Als erste Möglichkeit können Sie Ihre Suchergebnisse bereits nach Angeboten ohne Selbstbeteiligung filtern. Je nach Ort und Angebot zahlen Sie hierfür eventuell nur ein paar wenige Euro mehr am Tag. Alternativ bietet CHECK24 mit dem exklusiven Selbstbeteiligungs-/Unfallschutz ein Rundum-sorglos-Paket für Ihren Urlaub. Mit diesem Angebot erstatten wir Ihnen im Falle eines Schadens an Ihrem Mietwagen die vom Verleiher einbehaltene Selbstbeteiligung und sichern Sie obendrein gegen die häufig ausgeklammerten Schäden an Glas, Reifen, Unterboden und Dach ab. Unabhängig vom Mietwagen ist im Preis auch eine Reise-Unfallversicherung inklusive Rücktransport im Krankheitsfall oder Tod inbegriffen, die Sie Sie bei einem Unfall oder akut eintretender Krankheit auf Ihrer Reise absichert.

hze

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