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Auto fahren bei Glatteis: Was tun wenn es auf der Straße rutschig wird?

24.01.2013 - 18:38

Wer bei den aktuellen Witterungsbedingungen in Deutschland und anderen Teilen Europas in den nächsten Tagen mit dem Auto unterwegs ist oder sich ein Auto mietet, muss damit rechnen, auch mal ins Rutschen zu geraten. Wer trotz Glätte auf einen Pkw angewiesen ist, sollte einige Tipps beachten, um Unfälle zu vermeiden. Denn bei einer Schlitterpartie ist es nicht unbedingt sinnvoll, dem ersten Reflex zu folgen. Wichtig ist deshalb vor allem: Langsam fahren und Ruhe bewahren.

Oft bringen hektische Lenkbewegungen das Fahrzeug erst richtig ins Schleudern. Wer trotzdem ins Schlingern gerät, sollte Hindernissen mit ruhigen Lenkbewegungen ausweichen und das Tempo gleichzeitig moderat reduzieren. Das hilft dabei, das Auto trotzdem weiter lenken zu können.

Glatt ist nicht gleich glatt

Insgesamt werden – neben dem Aquaplaning – vier Formen von Glätte unterschieden, die Autofahrern gerade im Winter zu schaffen machen können: Reifglätte, Eisglätte, Schneeglätte und Blitzeis. Letzteres ist deshalb so gefährlich, weil es – dem Namen entsprechend – so schnell auftreten kann. Wenn es an eiskalten Tagen anfängt zu regnen, ist größte Vorsicht geboten. Doch auf dem Standstreifen sollten Autofahrer bei Blitzeis besser nicht anhalten und ausharren, denn die Gefahr in einen Folgeunfall verwickelt zu werden, ist dort besonders hoch.

Wie merkt man, dass es glatt ist?

Allgemein gilt: Signale für Glätte sind leisere Abrollgeräusche der Reifen, eine unnatürlich weich werdende Lenkung und durchdrehende Antriebsräder. Laut ADAC ist es garantiert glatt, wenn schon bei leichtem Druck auf das Bremspedal das ABS anspringt. Wer auf glatte Autobahnen gerät, sollte mit langsamer Geschwindigkeit zur nächsten Ausfahrt fahren oder auf dem nächsten Parkplatz warten, bis die Fahrbahn mit Tausalz bestreut wurde.

Gefährliche Zeiten und Stellen

Wer morgens und abends Auto fährt sollte besonders vorsichtig sein, da die Räumdienste in der Regel noch nicht oder nicht mehr im Einsatz sind. Nachts kann sich in Gebieten mit hoher Luftfeuchtigkeit, wie an Flüssen und Seen oder in Wäldern, schneller Glätte auf den Straßen bilden. Insbesondere Brücken und Kuppen können dann gefährlich rutschig sein. Auch nicht geräumte Nebenstraßen sowie Straßenabschnitte vor und nach Landkreisgrenzen und Ortsschildern sind mit Vorsicht zu genießen: Hier könnten andere Winterdienste zuständig und der Untergrund deshalb anders behandelt worden sein.

Konkrete Fahrtipps bei Glätte

Im Falle eines Mietwagens ist es zunächst wichtig, sich bei dem Autovermieter über die Ausstattung des Wagens zu informieren. Verfügt das Mietauto über Vorder- oder Heckantrieb? Ist der Wagen außer mit ABS noch mit weiteren Funktionen wie dem Schleuderschutz ESP ausgestattet? Gibt es ein spezielles Winterprogramm für den Automatikwagen? Ist ausreichend Frostschutzmittel im Scheibenwasser? Sind alle nötigen Informationen vorhanden, kann die Reise losgehen.

 

Anfahren: Am besten direkt im zweiten Gang anfahren, um zu vermeiden, dass die Räder durchdrehen. Das Gaspedal nur behutsam drücken - sonst rutscht der Wagen oder bricht aus. Wer einen Pkw mit Automatikgetriebe fährt, sollte das Winterprogramm aktivieren und den „Kick-down“ nicht betätigen.

Beschleunigen: Das Gaspedal sollten Autofahrer – egal in welche Richtung – nur vorsichtig betätigen. Wenn sie zu plötzlich Gas geben oder wegnehmen, bricht der Wagen leichter aus oder rutscht weg. Außerdem sollte nicht gleichzeitig gelenkt und Gas gegeben beziehungsweise reduziert werden.

Im Schleuderfall: Wenn das Auto ins Schleudern gerät: auskuppeln und schnell - aber behutsam - gegensteuern und ruckartige Lenkbewegungen unbedingt vermeiden.

Bremsen ohne ABS: Wer ohne ABS unterwegs ist, sollte nur vorsichtig und mit durchgedrückter Kupplung bremsen, damit der Wagen nicht anfängt zu schleudern und beispielsweise in den Gegenverkehr hineindreht. Wenn jedoch auf einer geraden Strecke eine Notbremsung nötig sein sollte, muss das Bremspedal von Autos ohne ABS mit voller Kraft durchgedrückt werden, um den Bremsweg möglichst kurz zu halten. Bricht der Pkw aus, sollte der Fahrer die Bremse sofort loslassen und erst wieder betätigen, wenn sich das Auto wieder stabilisiert hat.

Bremsen mit ABS: Dasselbe gilt für Bremsvorgänge auf Geraden, wenn ABS vorhanden ist: Nur wenn man mit maximaler Kraft auf das Pedal tritt, entfaltet das System seine volle Wirkung. In der Regel bleib das Auto dann ausreichend stabil und lässt sich weiter lenken. Wer auf Schnee unterwegs ist, sollte aber trotz ABS mit einem längeren Bremsweg rechnen.

Bergauf fahren: Bei rutschiger Fahrbahn mit dem Auto einen Berg zu erklimmen, ist besonders schwierig. Generell ist es dabei von Vorteil, wenn mehr Gewicht auf der Antriebsachse liegt. Bei Frontantrieb sollten die hinteren Passagiere an heiklen Stellen kurz aussteigen. Bei Autos mit Heckantrieb sollten sowohl der Beifahrer als auch das Gepäck möglichst nach hinten.

Streusalz lösen: So notwendig es im Winter auch ist – Streusalz kann sich zwischen Bremsscheibe und Bremsbelag ablagern und dadurch die Bremswirkung reduzieren. Um das Salz wieder zu entfernen, sollten Fahrer auf gestreuten Straßen immer wieder leicht anbremsen, wenn sich die Gelegenheit dazu anbietet.

Zugeschneite Straßenschilder: Wenn Verkehrsschilder derart eingeschneit sind, dass sie nicht mehr lesbar sind, kann man sie in Deutschland getrost ignorieren. So kann ein Autofahrer beispielsweise nicht für eine Geschwindigkeitsüberschreitung bei eingeschneiten Schildern belangt werden. Das gilt jedoch nicht für Schilder, die aufgrund ihrer Form unverwechselbar sind. Ein Stopp-Schild etwa muss immer beachtet werden.

Wenn es doch kracht – der Versicherungsschutz bei Mietwagen

Bei den Mietwagen-Versicherungen ist der Vollkaskoschutz meistens inbegriffen. Wer auf der sicheren Seite sein und im Schadensfall nicht zusätzlich bezahlen möchte, sollte sich für einen Versicherungsschutz ohne Selbstbeteiligung entscheiden. Außerdem empfiehlt es sich, die Bedingungen der Vollkasko genau zu überprüfen, denn oft werden nicht alle am Mietfahrzeug entstandenen Schäden übernommen. Beispielsweise Reifen-, Glas- und Unterbodenschäden sind häufig nicht inbegriffen, wenn sie nicht ausdrücklich in den Bedingungen des Veranstalters aufgeführt sind.

 

(jwö)

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