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LTE schließt Lücken in DSL Verfügbarkeit

11.03.2011 - 11:53

In Deutschland gibt es noch immer viele Haushalte ohne DSL Anschluss. Aufgrund schlechter DSL Verfügbarkeit, ist eine schnelle Verbindung ins Internet nicht möglich. Die Lücken in der DSL Verfügbarkeit zeigen sich vor allem in ländlichen Regionen. Ein Ausbau der konventionellen DSL Versorgung ist für die Anbieter in diesen Landstrichen jedoch nicht wirtschaftlich. Die Verfügbarkeit von schnellem Internet in den sogenannten „Weißen Flecken“ stellen die Netzbetreiber nun per Funk über LTE (Long Term Evolution) her, einen neuen Mobilfunkstandard.

Dies geschieht allerdings nicht ganz uneigennützig: Die Bundesnetzagentur hat festgelegt, dass vor dem Aufbau von LTE Netzen in den Ballungsgebieten, zunächst die Verfügbarkeit von schnellem Internet in den Regionen ohne DSL Anschluss herzustellen ist.

LTE Tarife: Anbieter starten Vermarktung

Vodafone hat als erster Anbieter bereits 2010 das erste LTE Netz in Betrieb genommen. Die Verfügbarkeit von LTE verbessert sich nahezu wöchentlich. Bis Ende 2011 sollen alle weißen Flecken in Deutschland verschwunden sein.

Die Telekom startet ihre LTE Aktivitäten Anfang April 2011 mit der Vermarktung entsprechender LTE-Tarife. Allerdings gibt es eine Einschränkung: Wer in einem der LTE-Gebiete zu Hause ist und dort DSL light (384 kBit/s) per Kabel empfangen kann, bekommt von der Telekom zunächst kein Equipment bzw. passenden Tarif.

O2 hat indes bekanntgegeben, dass noch im zweiten Quartal die ersten ländlichen Gebiete mit LTE versorgt werden und nach Erfüllung der gesetzlichen Auflagen, eine zeitnahe Erschließung der Ballungszentren erfolgen soll. Derzeit betreibt O2 LTE Versuchsnetze in München, Ebersberg und Halle/Saale.

E-Plus kann als einziger Netzbetreiber nicht auf leistungsfähige Frequenzen zurückgreifen. Vielmehr will man sich auf den Ausbau von TD LTE im 2,6 GHz-Bereich konzentrieren. Der Unterschied zu LTE liegt nur in der Realisierung des Up- und Downlinks. Außerdem sollen die bestehenden HSPA+-Netze weiter aufgestockt werden und somit Download-Geschwindigkeiten von bis zu 21,6 MBit/s realisiert werden.

LTE Speed nur gegen Cash bei LTE-Tarifen

Die Anbieter überschlagen sich in ihrer Werbung für die neue Technik und die LTE-Tarife mit Lob für bisher nie dagewesene Geschwindigkeit. Tatsächlich berichten die Friendly User im O2-Netz von atemberaubender Geschwindigkeit beim Download über LTE. Sogar HD-Videos lassen sich bequem über LTE ansehen.

So schön und schnell die neue Technologie auch sein mag: In der kommerziellen Welt von LTE könnte das Bild anders aussehen. Der Geschwindigkeitsrausch durch LTE wird für die meisten LTE User ausbleiben – es sei denn, sie buchen entsprechende LTE-Tarife. Die bisher veröffentlichten Tarife von Vodafone zeigen beispielsweise, dass unterschiedliche Geschwindigkeiten auch unterschiedlich kosten werden. So werden bei Vodafone 3,6 MBit/s 29,99 Euro pro Monat kosten, während 21,6 MBit/s schon mit 49,99 Euro zu Buche schlagen. Dabei gibt es auch kein grenzenloses Surfvergnügen, wie man es aus der Kabel-DSL-Welt gewohnt ist, sondern bei diesen Tarifen wird es Drosselungsgrenzen geben, wie man sie von Surfsticks für Mobiles Internet kennt. Ab diesen Grenzen wird dann die max. verfügbare Geschwindigkeit deutlich gesenkt. Telekom wird für den Anfang nur max. 3 MBit/s Downloadgeschwindigkeit zur Verfügung stellen und erhebt dafür eine stattliche Gebühr von 39,95 Euro/Monat. Im Vergleich dazu: Wer das Glück hat und in einem Ballungsgebiet wohnt, kann ab 20 Euro pro Monat konventionelles DSL mit 16 MBit/s erhalten.

Digitale Dividende: Leistungsfähige Frequenzen für LTE

LTE nutzt Frequenzbereiche, die ursprünglich für die Fernsehprogramme genutzt wurden. Im Zuge der Einführung von DVB-T wurden diese Frequenzen frei und können daher für die Datenübertragung mit LTE genutzt werden. Der Vorteil der LTE-Frequenzen ist ganz einfach zu beschreiben: Die Reichweite dieser Frequenzen ist deutlich höher, als im UMTS-Bereich. Somit können mit einem einzigen Sendemast per LTE deutlich größere Flächen abgedeckt werden. Außerdem ist der LTE Empfang, verglichen mit UMTS, innerhalb von Gebäuden deutlich besser. Mit LTE sind theoretisch bis zu 300 MBit/s an Übertragungsgeschwindigkeit möglich.

Die Frequenzbänder wurden unter den Netzbetreibern als künftige LTE-Anbieter versteigert. Bei der letztjährigen Auktion standen die Frequenzbänder der sogenannten „Digitalen Dividende“ im Vordergrund, über welche die neue Übertragungstechnik LTE realisiert wird. Hierbei handelt es sich um das Spektrum von 790 bis 862 MHz. Die Bundesnetzagentur hat an die Versteigerung der Frequenzen die Bedingung geknüpft, dass zuerst 70 Prozent der bisher unterversorgten Gemeinden, die weniger als 5.000 Einwohner haben, in den Genuss des schnellen Internets per LTE kommen müssen. Da dies aber nicht die wirtschaftlich attraktiven Regionen für die Netzbetreiber sind, sind alle Netzbetreiber bemüht, die bisherige Unterversorgung auf dem Land so schnell wie möglich zu schließen, damit der LTE Ausbau in den Ballungszentren gestartet werden kann.

Die aktuellen LTE Tarife aller Anbieter lassen sich übersichtlich in einem LTE Vergleich gegenüberstellen.

(ag)

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