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Versicherungen bei der Kreditkarte: Halten sie was sie versprechen?

06.02.2015 - 10:11

Viele Kreditkarten bieten ihren Besitzern Versicherungen inklusive. Doch ist der Schutz tatsächlich ausreichend? Erfahren Sie hier, welche Kreditkarten mit Versicherung sich lohnen und warum es in manchen Fällen günstiger ist, die Versicherung direkt abzuschließen und sich nicht auf die Kreditkarte zu verlassen.

Es kann nicht schaden, auf Nummer Sicher zu gehen, denken sich viele Deutsche und schließen daher lieber eine Versicherung mehr als eine zu wenig ab. Eine Kreditkarte mit zahlreichen Versicherungsleistungen kommt vielen da sehr gelegen, denn so kann man zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. In manchen Fällen zahlt man dabei jedoch völlig umsonst, denn einige Versicherungen kann man sich getrost sparen. Welche Versicherungen entbehrlich sind und welche Kreditkarten mit Versicherungen sich wirklich lohnen, erfahren Sie hier.

Die Kreditkarten mit den besten Versicherungsleistungen

Wie findet man ganz objektiv heraus, welche Kreditkarte die beste Versicherungsleistung bietet? Ganz einfach: Die Jahresgebühr wird den Einzelkosten der Versicherungen pro Jahr entgegengestellt. Das beste Preis-Leistungs-Verhältnis im Test bietet ganz klar die Advanzia Mastercard Gold.

Welche Kreditkarte jedoch die optimalen Versicherungsleistungen für die persönliche Situation bieten, muss jeder Verbraucher individuell entscheiden. Denn für Vielreisende kann sich eine bestimmte Karte eignen, die für Schnäppchenjäger im Internet eher nicht interessant ist. Darüber hinaus sollten die einzelnen Versicherungsleistungen der Karten ganz genau unter die Lupe genommen werden. Die Deckungssummen einzelner Versicherungen können sich beispielsweise deutlich unterscheiden.

Zudem sollten Verbraucher immer genau kontrollieren, ob etwa eine Auslands-Reisekrankenversicherung oder die Reiserücktrittsversicherung die Zahlung der Reise mit der Kreditkarte voraussetzt. Das Amtsgericht München entschied im Dezember 2013 in einem Urteil, dass der Versicherungsschutz nicht gewährleistet ist, sofern der Reisepreis nur teilweise per Kreditkarte beglichen wurde. Das Urteil bezog sich dabei auf eine Reiserücktrittsversicherung, die die Zahlung des gesamten Reisepreises voraussetzt.

Barclaycard Platinum DoubleAdvanzia Mastercard GoldAmercian Express Card Gold
Reisegepäck-Versicherung19 Euro*19 Euro*19 Euro*
Reiserücktritts-Versicherung59 Euro*59 Euro*59 Euro*
Reise-Unfallversicherung/4,50 Euro*/
Auslands-Reisekrankenversicherung9 Euro*9 Euro*9 Euro*
Verkehrsmittel-Unfallversicherung4,50 Euro*/4,50 Euro*
Einkaufsversicherung/Warenschutz4,50 Euro*//
Vollkasko Mietwagen///
Reise-Rechtschutzversicherung8,90 Euro*//
Gesamte Versicherungsleistung 100,40 Euro91,50 Euro 91,50 Euro
Jahresgebühr00,00 € 95 € ab dem 2. Jahr00,00 € 0 € ab dem 2. Jahr00,00 € 140 € ab dem 2. Jahr
Gesamtersparnis 1. Jahr 100,40 Euro91,50 Euro91,50 Euro
Gesamtersparnis ab dem 2. Jahr 5,40 Euro91,50 Euro minus 48,50 Euro
          * günstigste Preise für eine Einzelversicherung mittels Marktvergleich. Preise können im Einzelfall abweichen.

Auf diese Versicherungen können Sie getrost verzichten

Um den Versicherungsschutz in Anspruch nehmen zu können, müssen Verbraucher die Rechnung oftmals per Kreditkarte bezahlen.
Eine Reisegepäckversicherung ist in der Regel etwa entbehrlich, da laut dem Montrealer Luftverkehrs-Übereinkommen die Fluggesellschaft selbst für verlorenes und beschädigtes Reisegepäck haftet. Ein Schaden von bis zu 1.200 Euro wird übernommen. Die meisten Reisegepäckversicherungen bieten keinen Schutz über diesen Betrag hinaus und lohnen sich daher nicht.

Aber Achtung: Das gilt nur für Airlines aus Ländern, die das Luftverkehrs-Übereinkommen unterzeichnet haben – dazu gehören beispielsweise alle Länder der Europäischen Union, die USA und Australien. Reisende mit einer Fluglinie aus einem anderen Land könnten von einer Reisegepäckversicherung tatsächlich profitieren.

Eine Versicherung, die jedoch in jedem Fall entbehrlich ist, ist der sogenannte Internet-Lieferschutz. Denn diese Versicherung versichert etwas, was ohnehin eine gesetzliche Selbstverständlichkeit ist. Kommt die Ware beschädigt beim Kunden an oder geht auf dem Versandweg verloren, kann sich der Kunde den Kaufpreis erstatten lassen. Wird die Ware hingegen beschädigt geliefert, kann der Verbraucher Gewährleistung verlangen.

Der Händler hat dann zweimal die Chance, das Produkt durch Neulieferung oder Reparatur zu ersetzen. Klappt diese Nachbesserung nicht, kann der Kunde vom Kauf zurücktreten und erhält den Kaufpreis zurückerstattet. Bemerken Verbraucher Schäden an einem Paket, sollten sie dieses entweder gar nicht erst annehmen oder die Schäden gut dokumentieren – beispielsweise durch Fotos oder das Hinzuziehen von Zeugen, rät Rechtsanwalt Dr. Carsten Föhlisch im Gespräch mit CHECK24.

(bm)

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