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Worauf Sie bei den verschiedenen Abrechnungsmodellen bei Kreditkarten achten sollten

26.01.2013 - 13:00

Bei Hotelbuchungen via Internet oder Car-Sharing sind sie zum Teil die einzig mögliche Währung, wer einen Mietwagen bucht, muss als Sicherheit für den Verleiher mit ihr bezahlen – die Kreditkarte. In Deutschland sind über 1.000 verschiedene Kreditkarten zu teils sehr unterschiedlichen Konditionen und Extraleistungen aber auch mit einigen versteckten  Fallen auf dem Markt.

Damit Sie den Überblick nicht verlieren, stellen wir Ihnen die drei gängigsten Kreditkarten-Arten vor.

Die Charge Kreditkarte

Was bietet sie?

Die Charge Kreditkarte bietet dem Kunden streng genommen keinen Kredit, sondern einen zinsfreien Zahlungsaufschub. Sämtliche Umsätze, die mit der Charge Karte getätigt werden, werden gesammelt und dem Kunden zu einem fixen Zeitpunkt, meist einmal monatlich, in Rechnung gestellt. Charge Kreditkarten sind in Deutschland fast überall zur bargeldlosen Bezahlung akzeptiert. Im In- und Ausland kann man mit dieser Kreditkarte auch Bargeld abheben. Weit verbreitet ist der Einsatz der Charge Karte im Internet und beispielsweise zur Bestätigung einer Mietwagenbuchung. American Express und Diners Club sind Finanzdienstleister, die in Deutschland ausschließlich Charge Karten anbieten. Karten von VISA oder MasterCard können als Charge, Debit oder Prepaid Karten angefordert werden.

Vorteile:

  • Für eine Charge Kreditkarte fallen meist weder Jahres- noch Buchungsgebühren an
  • Der Zeitraum zwischen dem Kauf einer Ware und deren Bezahlung ist zinsfrei und kann bis zu zwei Monate betragen
  • Mögliche Zusatzfunktion „charge and credit-Verfahren“: Dem Kreditnehmer wird von der Bank ein gewisser Kreditrahmen eingeräumt, der mit der Charge Karte beansprucht werden kann
  • Bei einer Charge Kreditkarte mit Teilzahlungsfunktion kann der Schuldner die Forderungen auch in  Ratenzahlung begleichen

Nachteile:

  • Das Risiko der monatlichen Abrechnung besteht darin, viel „auf Pump“ zu kaufen und so den Überblick über seine Ausgaben zu verlieren
  • Bei der Nutzung einer Ratenzahlung der Forderungen passiert es schnell, dass man über seinen Möglichkeiten lebt, außerdem verlangt die Bank für Ratenzahlungen z.T. bis zu 19 Prozent Zinsen

Debit Card

Was bietet sie?

Die Debit Karte bietet im Prinzip die gleichen Vorteile wie eine EC-Karte – bargeldloses Bezahlen im Internet oder im Alltag. Voraussetzung für die Ausstellung einer Debit Karte ist der Abschluss eines Girokontos bei der gleichen Bank. Der große Unterschied zur normalen EC-Karte liegt darin, dass man mit der Debit Kreditkarte besondere Onlinegeschäfte, wie Hotel- oder Mietwagenreservierungen, bestätigen kann. Sie kombiniert die Vorzüge von klassischen Kreditkarten mit der Sicherheit, dass nur derjenige Betrag ausgegeben werden kann, der auf dem Girokonto verfügbar ist. Wird etwas mit der Debit Card bezahlt, wird dieser Betrag sofort von Girokonto abgebucht.

Vorteile:

  • Im Gegensatz zur Charge Kreditkarte ist hier ein größerer Datenschutz des Kreditkarteninhabers gegeben. Auf der Karte sind weder der Name noch andere persönliche Daten des Kontoinhabers abgedruckt
  • Die Debit Kreditkarte wird meist ohne weitere Bonitätsprüfung oder Schufa-Abfrage vergeben, da dies im Zuge der Kontoeröffnung durch die Bank vorgenommen wird
  • Für Online-Zahlungen oder die Buchung eines Mietwagens akzeptieren Anbieter auch die Debit Karte anstelle einer Charge Kreditkarte
  • Durch die tagesaktuelle Abbuchung der Forderungen hat der Karteninhaber einen besseren Überblick über seine laufenden Kosten

Nachteile:

  • Ist das Girokonto bei der Abbuchung nicht gedeckt, nimmt der Kontoinhaber automatisch einen Dispokredit in Anspruch; die durchschnittlichen Kreditzinsen betragen hier durchschnittlich 11 Prozent.
  • Wer eine große Anschaffung plant, aber aktuell nicht genug Geld auf dem Konto hat, ist mit der Debit nicht gut beraten, da sie dem Schuldner keinen Kredit bei der Bank einräumt

Prepaid Card

Was bietet sie?

Mit dem Wort „Kredit“ hat die Prepaid-Karte am wenigsten gemein. Wird Geld über die Karte ausgegeben, muss es vorher zunächst auf die Karte geladen werden. Die Prepaid-Karte eignet sich für Auslandsreisen, da mit ihr im In- und Ausland Bargeld abgehoben werden kann. Verbraucher mit negativen Schufa-Einträgen, die aber trotzdem bargeldlos bezahlen wollen, oder Jugendliche, die im Internet shoppen möchten können auf die immer populärere Prepaid-Karte zurückgreifen.

Vorteile:

  • Eltern die ihren Kindern bargeldloses Shoppen im Internet ermöglichen möchten, behalten so die Kontrolle über den zu Verfügung stehenden Betrag
  • Bei Beantragung der Karte wird weder eine Einsicht in die Schufa-Akte noch eine andere Bonitätsprüfung durchgeführt
  • Die Prepaid Karte verhindert eine Überschuldung der Kartennutzer, da nur so viel ausgegeben werden kann, wie auf die Karte geladen wurde
  • Ein Verlust der Karte zieht meist nur geringe Konsequenzen mit sich, da nur der auf die Karte überwiesene Betrag verloren geht

Nachteile:

  • Die Prepaid-Karte wird bei Online-Buchungen oder Mietwagen-Reservierungen anstatt der Kreditkarte meist NICHT akzeptiert
  • Der auf die Prepaid-Karte eingezahlte Betrag wird in der Regel nur sehr gering oder gar nicht verzinst. Daher ist die Einzahlung von Geld auf die Prepaid-Karte ein unrentables Geschäft für den Karteninhaber
  • Zu den einmaligen Anschaffungskosten von 20-40 Euro kommt meist noch eine zusätzliche Jahresgebühr
Jetzt kann jeder schnell für sich selbst entscheiden, ob ein Ratenkredit im Kartenformat oder die totale Kontrolle über die eigenen Ausgaben die wichtigere Funktion einer Kreditkarte sind. Anhand der Vor- und Nachteile wurde deutlich, welche Kreditkarte für welchen Gebrauch am sinnvollsten ist. Doch egal für welche Kreditkartenart man sich entscheidet, um eine Sache kommt man nicht herum: ein gründlicher und fundierter Vergleich der verschiedenen Kreditkartenanbieter. Versteckte beziehungsweise übersehene Kosten können aus dem bargeldlosen Zahlen schnell ein Grab für das eigene große oder kleine Vermögen machen.

(as)

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