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Kreditkarte: MasterCard profitiert in Venezuela von hoher Inflationsrate

25.05.2015 - 07:29

Die Inflationsrate in Venezuela könnte nach Ansicht der Bank of America bald 200 Prozent erreichen. Seit Februar verlor die Währung Bolivar rund 74 Prozent an Wert. Das berichtet der Nachrichtendienst Bloomberg News. Auch die Kriminalitätsrate des Landes ist hoch. Von diesen beiden Entwicklungen profitiert die Kreditkartengesellschaft MasterCard enorm.

Obwohl Venezuela in einer tiefen Rezession steckt, entwickelt sich der Umsatz von MasterCard analog zum Rest Südamerikas. Angesichts der hohen Inflationsrate versuchen die Menschen in Venezuela ihr Geld so schnell wie möglich auszugeben und verwenden hierfür vor allem ihre Kreditkarte, um nicht riesige Mengen an Bargeld dabei haben zu müssen. Das hat einerseits praktische Gründe, andererseits ist es auch eine Frage der Sicherheit. Denn Venezuela verzeichnet die zweithöchste Mordrate der Welt.

Die Schlangen in den Supermärkten sind lang, die Regale leer und selbst Grundnahrungsmittel werden knapp. Rund acht Stunden verbringen die Menschen dem Institut Datanálisis zufolge im Schnitt pro Woche mit dem Einkauf. Mittlerweile hat sich daher sogar das Berufsbild des professionellen „Schlangestehers“ (Colero) herausgebildet. Coleros sind Menschen, die für andere in der Schlange stehen und damit ihr Geld verdienen. Grund für die Situation im Land ist der hohe Preisrückgang von Erdöl. Venezuela verfügt vermutlich über die größten Erdölreserven der Welt.

MasterCard verdrängt das Bargeld

Mann zahlt in Venezuela mit Kreditkarte
MasterCard verdrängt in Venezuela nach und nach das Bargeld. Die Zahlung per Karte ist sicherer und praktischer.
“Wir weiten unsere Beteiligung im Bereich Konsum von Familien aus und verdrängen Bargeld. Auch wenn diese Familien vielleicht dasselbe konsumieren, oder sogar weniger als zuvor”, sagte Gilberto Caldart, der MaterCard-Chef in Lateinamerika gegenüber Bloomberg. Das sei ein Paradoxon, so Caldart weiter.

Obwohl die Kreditkartengesellschaft von der misslichen Lage im Land profitiert, stellt sich dem Unternehmen doch die Frage, wie die Gewinne außer Landes gebracht werden können. Zahlreiche andere Unternehmen seien daran bereits gescheitert, so der Bloomberg-Bericht. Einer der Vorteile ist Bloomberg zufolge, dass MasterCard die Zahlungen der Interbankenentgelte, die Banken leisten müssen, in US-Dollar statt in Bolivar erhält.

Darüber hinaus bedient sich MasterCard eines Tricks: Das Unternehmen nimmt Kredite in Bolivar auf und investiert das Geld in Immobilien. Diese werden in der Regel in US-Dollar bewertet. Sinkt dann der Wert der Landeswährung Bolivar, wird auch die Kreditsumme weniger wert – MasterCard macht Gewinn. Venezuela hingegen kämpft: Die Importe sanken allein im Januar um 18 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat.

Über MasterCard

MasterCard ist ein weltweit operierendes Kreditkartenunternehmen. 1951 begann die Erfolgsgeschichte des Konzerns, als die Franklin Bank in New York zum ersten Mal eine MasterCard-Kreditkarte herausgab. Heute gibt es rund 35 Millionen MasterCard-Akzeptanzstellen in mehr als 210 Ländern.

(bm)


 

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