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Urlaubskatastrophe: Kreditkarte weg - und jetzt?

07.08.2013 - 14:00

Volle Strände, vielbesuchte Touristenattraktionen und überfüllte Einkaufspassagen sind beliebte Aufenthaltsorte für Urlauber – ziehen deswegen auch viele Taschendiebe und Gauner an.  Gerade im unübersichtlichen Getümmel vieler Menschen gehen Langfinger ans Werk und klauen Fotoapparate, Handtaschen und natürlich auch Geldbeutel. Wir erklären, was Sie tun müssen, wenn Ihre Kreditkarte im Urlaub plötzlich nicht mehr auffindbar ist.

Sollte die Kreditkarte im Urlaub von einem Dieb gestohlen werden oder anderweitig abhandenkommen, ist es wichtig, dass Verbraucher nicht lange zögern, sondern sofort aktiv werden: Die Karte muss auf schnellstem Wege bei der zuständigen Bank oder dem Kreditkartenherausgeber gesperrt werden. Nur wenn die Sperrung der Karte unverzüglich nach Bemerken des Verlustes erfolgt, haftet der Herausgeber für einen möglichen Schaden.

Kreditkarte sofort sperren

Eva Raabe, Beraterin der Verbraucherzentrale Hessen, legt allen Karteninhabern nahe, sofort alle Kreditkarten sperren zu lassen. Sie empfiehlt weiter, dass Verbraucher hierzu ihre Kontonummer und Bankleitzahl bereithalten und diese separat vom Geldbeutel aufbewahren sollten. Viele Kreditkarten können unter der bundesweiten Sperr-Notruf Nummer 116 116 gesperrt werden.

Sollte die eigene Bank beziehungsweise der Kartenherausgeber nicht über diese Rufnummer erreichbar sein, ist es für Verbraucher ratsam, stets die Nummer des Sperr-Notrufes ihrer Bank bereitzuhaben – diese Nummer können Karteninhaber beispielsweise in ihr Handy einspeichern, um die Nummer im Notfall griffbereit zu haben. Hier finden Sie eine Übersicht über die Sperrrufnummern verschiedener Banken und Kreditkarten-Anbieter.

Kreditkarteninhaber sollten zudem unbedingt den Zeitpunkt und den Namen des Bankmitarbeiters notieren, der die telefonische Kartensperrung vorgenommen hat, rät Verbraucherschützerin Raabe weiter. Noch besser sei es, wenn während des Gesprächs ein Zeuge anwesend ist. Sollten nach der Sperrung Transaktionen mit der gestohlenen Karte vorgenommen werden oder Bargeld am Automaten abgehoben werden, haftet der Kartenherausgeber für den entstandenen Schaden.

Bei grober Fahrlässigkeit haftet die Bank nicht

Wird die Kreditkarte durch einen Dritten missbräuchlich eingesetzt, haftet der Karteninhaber auch bei einer unverzüglichen Sperrung bis zur Höhe des Selbstbehaltes: Je nach Kreditkarte und Bank beträgt der Betrag, den der Kunde am entstandenen Schaden selbst tragen muss, zwischen 50 und 150 Euro - alle Beträge, die über den Selbstbehalt hinausgehen übernimmt die Bank.

Die Bank übernimmt den Schaden, der durch den Missbrauch der Karte entsteht jedoch nur, wenn der Verbraucher zuvor nicht grob fahrlässig gehandelt hat: Unter grober Fahrlässigkeit ist beim Umgang mit der Kreditkarte beispielsweise zu verstehen, wenn die geheime PIN auf der Karte notiert oder auf einem separaten Zettel im Geldbeutel des Karteninhabers aufbewahrt wurde. Um nicht grob fahrlässig zu handeln muss der Karteninhaber zudem stets darauf achten, dass er während der Eingabe der Geheimzahl im Laden oder am Geldautomaten nicht beobachtet wird.

Unser Tipp: Da die Bank nur bei unverzüglicher Sperrung haftet, zögern Sie auf keinen Fall, die Karte sperren zu lassen, auch wenn Sie sich unsicher sind, ob Sie die Karte nur verlegt haben! Die Kosten für die Beantragung einer neuen Kreditkarte sind mit Sicherheit niedriger als der Schaden, der durch einen Missbrauch entsteht.

(as)

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