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SEPA-Umstellung: Das ändert sich für Kreditkarteninhaber (Teil 5)

17.10.2013 - 12:04

Der Countdown läuft: Noch 106 Tage, dann treten die neuen Regelungen des einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraums SEPA auch für Verbraucher in Kraft. Banken und Medien klären vor allem über Neuerungen im Bereich des Girokontos auf, doch was ändert sich am 1. Februar 2014 eigentlich für Kreditkarteninhaber?

Teile der Artikelreihe:

  1. Was ist SEPA?
  2. SEPA-Umstellung beim Girokonto: Was sollten Bankkunden beachten?
  3. Welche Folgen hat die SEPA für Kreditnehmer?
  4. SEPA und Tagesgeld: Was ändert sich für Verbraucher?
  5. Auswirkungen der SEPA für Kreditkartenbesitzer
  6. Beeinflusst die SEPA-Umstellung auch Festgeldanlagen?
Der einheitliche Zahlungsverkehrsraum - auf Englisch Single Euro Payments Area, kurz SEPA genannt - ist ein europäisches Projekt, das den Zahlungsverkehr der Währungsunion betrifft. Ziel ist es, die Transaktionen im Euro-Raum einheitlicher, sicherer und einfacher zu gestalten. Für Verbraucher hat die Umstellung viele Vorteile. Internationale Überweisungen innerhalb der 33 SEPA-Mitgliedsstaaten gehen etwa in Zukunft schneller, da sie dann nur noch einen Werktag dauern dürfen. Auch Kreditkarteninhaber profitieren von der Umstellung des EU-Zahlungsverkehrs: Das Bezahlen mit Kreditkarte wird einheitlicher – sämtliche in Deutschland ausgegebenen Karten können ab Februar in jedem Land der Euro-Zone zu den Konditionen des Heimatlandes eingesetzt werden.

Lastschrift-Verfahren: Bank übernimmt die Änderungen

Ab Februar werden Transaktionen von deutschen Konten statt über die bisherige Kontonummer und Bankleitzahl, über die sogenannte IBAN und BIC, eine internationale Kontonummer und Bankleitzahl, abgewickelt. Für Inhaber der Plastikkarten ist dies relevant, da sämtliche Zahlungen und Bargeldabhebungen, die mit der Karte vorgenommen werden, ein zugehöriges Giro- oder Kreditkartenkonto belasten. Für eine Übergangsfrist von zwei Jahren muss bei Lastschriften und Überweisungen neben der Kontonummer IBAN auch die Bankenkennung BIC angegeben werden – ab Februar 2016 wird dann auch bei ausländischen Transaktionen nur noch die internationale Kontonummer verwendet.

Der Verzicht auf die Bankenkennungsziffer ist möglich, weil in der  International Bank Account Number IBAN sowohl die bisherige nationale Kontonummer, als auch die Bankleitzahl enthalten sind. Die Umstellung der Lastschrift- und Überweisungsverfahren nach SEPA-Richtlinien sieht auch die Einführung einer sogenannten Gläubiger-ID und einer Mandatsreferenz vor. Gläubiger-ID und Mandatsreferenz sind Gegenstücke: Mit der Gläubiger-ID identifiziert sich der Kontoinhaber und gibt der Bank eine Einzugsermächtigung über die Lastschrift. Die Mandatsreferenz hingegen identifiziert jede Bank im EU-Raum eindeutig und gestattet ihr die Abbuchung eines bestimmten Geldbetrages vom Konto des Mandanten.

Aber keine Sorge: Die Bank stellt Ihren Lastschriftauftrag für den Einzug der Kreditkartenrechnung selbstständig auf die neuen SEPA-Richtlinien um. Kreditkarteninhaber sind bei der SEPA-Umstellung also auf der sicheren Seite.

Mehr Sicherheit durch SEPA

Die Verbesserung der Sicherheit beim bargeldlosen Bezahlen hat sich die EU als wichtiges Ziel auf die Fahnen geschrieben. Bereits seit rund drei Jahren wird an der praktischen Umsetzung dieser SEPA-Maßnahme gefeilt. Seit 2011 sind alle neu ausgegebenen Plastikkarten mit einem sogenannten EMV-Chip ausgestattet - alle wichtigen Kunden- und Kartendaten werden mit dieser neuen Technologie nun über den Chip ausgelesen. Bei älteren Kreditkarten wurden die wichtigsten Daten bisher auf dem Magnetstreifen der Karte gespeichert, der einfacher manipulierbar ist: Betrüger konnten die sensiblen Kundendaten leichter abgreifen und für ihre kriminellen Zwecke einsetzen. Mit dem neuen Chip steigt also die Sicherheit.

Ein weiterer Vorteil des EMV-Chips: Bei alten Kreditkarten konnten die Daten auf dem Magnetstreifen durch einen einfachen Magneten – wie er oft in Verschlüssen von Handtaschen oder Geldbeuteln zu finden ist - zerstört werden. Da die Daten auf EMV-Chips auf diese Weise nicht angegriffen werden, ist die neue EMV-Technologie der Entwicklergesellschaften Master Card Europa, MasterCard und Visa somit auch als langlebiger. Trotz neuester Technik: Auch die EMV-Chips reagieren auf mechanische Beanspruchung. Wenn die Kreditkarten beispielsweise verbogen werden, können die Chips kaputt gehen.

Lesen Sie nächste Woche im sechsten Teil der Artikelreihe, wie sich die SEPA-Umstellung auf Festgeldanlagen auswirkt.

(bm)

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