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Revolvierender Kredit: Flexible Lösung oder gefährliche Kostenfalle?

27.05.2013 - 17:08

Während sie in den USA und vielen Commonwealth-Ländern längst gang und gäbe ist, ist sie in Deutschland noch immer die Ausnahme: Die klassische Kreditkarte mit revolvierendem Kredit. Bei dieser Kreditkartenart erhalten Verbraucher jeden Monat ein Darlehen. Dieses ist über den jeweiligen Monat hinweg zinsfrei. Anders als bei der gängigen Chargekarte mit monatlicher Abrechnung haben Karteninhaber am Monatsende jedoch die Möglichkeit, den fälligen Kreditbetrag in Raten zurückzuzahlen. Diese Flexibilität bringt sowohl Vor- als auch Nachteile mit sich.

Entscheidet sich der Kunde für eine Ratenzahlung, muss er in der Regel einen bestimmten Teilbetrag anzahlen. Dieser fällt jedoch relativ gering aus. Der Restbetrag wird in monatlichen Raten zurückgezahlt. Diese können – je nach Kreditinstitut und Vertrag – beispielsweise fünf, zehn oder 50 Prozent des Saldos betragen. Anders als beim klassischen Ratenkredit können Karteninhaber jedoch jederzeit Sonderzahlungen in beliebiger Höhe leisten.

Kostenfalle: Auf den revolvierenden Kredit fallen hohe Zinsen an

Was sich im ersten Moment vorteilhaft und flexibel anhört, birgt dennoch einige Risiken. So liegen zum einen die Kreditzinsen beim revolvierenden Kredit extrem hoch, und übersteigen die eines Ratenkredits in der Regel deutlich. Im Extremfall können sie sogar über 20 Prozent betragen. Somit können Kredite auch dann sehr teuer werden, wenn die geliehene Summe nur einige hundert Euro beträgt.

Die klassische Kreditkarte birgt eine hohe Verschuldungsgefahr

Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn das Saldo über mehrere Monate hinweg mitgezogen wird. Der zweite Fallstrick des revolvierenden Kredits ist nämlich der, dass der Kreditrahmen Monat für Monat voll ausgeschöpft werden kann – auch dann, wenn noch Beträge offen sind. Im Rahmen dessen neigen viele Verbraucher dazu, mehr Geld auszugeben, als ihnen tatsächlich zur Verfügung steht. Zu groß ist oft die Versuchung – schließlich wird das Geld am Monatsende nicht rigoros abgebucht.

Somit verlassen sich Karteninhaber häufig darauf, dass sie ihre Schulden einige Wochen später problemlos abbezahlen können. Dies ist jedoch oft leichter gesagt als getan. Ist der Kunde erst einmal in der Verschuldungsspirale gefangen, findet er nur schwer einen Weg heraus. Im schlimmsten Fall steigt die Schuldenhöhe sogar Monat für Monat weiter an.

An die regelmäßige Rückzahlung des Darlehens denken

Vorsicht ist auch dann geboten, wenn eine vollständige Zahlung des Kreditbetrags am Monatsende geplant ist. Bei einigen Anbietern ist der revolvierende Kredit standardmäßig aktiviert. Wenn der Karteninhaber am Monatsende nicht eigenständig eine Rückzahlung vornimmt, kommen hohe Sollzinsen auf ihn zu. Aus diesem Grund ist es besonders wichtig, im Vorfeld umfassende Informationen über die Rückzahlungsmöglichkeiten einzuholen.

Vorteile beim revolvierenden Kredit

Selbstverständlich bringt der revolvierende Kredit auch einige Vorteile mit sich. So sind Verbraucher mit der klassischen Kreditkarte wesentlich flexibler als mit Charge- oder Prepaidkarten. Fallen beispielsweise kurzfristig Mehrkosten an – wie etwa für eine Reparatur oder eine Urlaubsreise – so können diese bequem beglichen werden, ohne dass jedes Mal ein Ratenkredit aufgenommen werden muss. Anders als beim klassischen Kredit müssen auch keine Laufzeiten eingehalten werden. Sobald der Karteninhaber wieder besser bei Kasse ist, kann die Restschuld beglichen werden.

Fazit: Ein verantwortungsvoller Umgang mit der Kreditkarte ist unerlässlich

Wägt man Risiken und Vorteile ab, so wird deutlich, dass sich Kreditkarten mit revolvierendem Kredit nur für bestimmte Personengruppen eignen. Karteninhaber sollten in jedem Fall finanziell erfahren sein und über ihre monatlichen Einnahmen und Ausgaben genau Bescheid wissen. Nur so kann eine frühestmögliche Rückzahlung der Kreditsumme genau geplant werden. Generell sollte auch ein finanzielles Polster vorhanden sein, auf das zurückgegriffen werden kann, bevor die Schuldenhöhe zu sehr ansteigt.

Sicherheitshalber sollten zudem nicht mehrere Kreditkarten mit revolvierendem Kredit parallel verwendet werden. Hier verlieren Verbraucher schnell den Überblick über die tatsächliche Höhe der ausstehenden Beträge. Im Kreditkarten Vergleich werden die Kreditzinsen der verschiedenen Anbieter aufgeführt. Wer zukünftig plant, über seine Kreditkarte einen revolvierenden Kredit in Anspruch zu nehmen, sollte deren Höhe in jedem Fall in die Entscheidung mit einbeziehen.

(fr)

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