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Onlineshopping mit der Kreditkarte: Das sollten Sie beachten

23.10.2013 - 16:00

Auch wenn der goldene Herbst in Deutschland es gerade nicht vermuten lässt: Die kalte Jahreszeit steht kurz bevor und bald muss wieder der Wintermantel ausgepackt werden. Im Internet kann man sich die neuesten Modelle und Kollektionen bereits ansehen und direkt im Online-Shop bestellen. Dabei stellt sich dem Kunden oft die Frage nach der Sicherheit der Bezahlmethoden. Die Zahlung mit Kreditkarte ist dank der neuen EMV-Chiptechnologie wesentlich sicherer geworden, wie die Europäische Zentralbank in einer Studie feststellte und bietet auch sonst viele Vorteile wie etwa den Chargeback-Service.

Die EMV-Chiptechnologie wird seit 2011 bei allen neu ausgegebenen Debit- und Kreditkarten verwendet. Die Missbrauchsschäden sanken 2011 im Vergleich zum Vorjahr in den 33 SEPA-Mitgliedsstaaten um 5,8 Prozent, wie eine aktuelle Studie der EZB belegt. Im Durchschnitt ist damit im gesamten Euro-Zahlungsverkehrsraum, zu dem auch Staaten wie Liechtenstein, Monaco, Norwegen und die Schweiz gehören, nur eine von 4.000 Transaktionen betrügerisch. 61 Prozent aller Betrugsfälle mit Kartendubletten entstanden zudem außerhalb des SEPA-Raums. Dies gilt laut EZB als klares Zeichen für die größere Sicherheit der Kreditkarten, die mit dieser neuen Technologie ausgestattet sind.

Falsche Abbuchung? Geld zurück!

Die Zahlung mit Kreditkarte kann sich lohnen. Denn der Chargeback-Service macht es möglich, dass fälschliche Belastungen der Kreditkarte rückgängig gemacht werden können. Es gibt verschiedene Fälle, in denen der Kunde diesen Service in Anspruch nehmen darf: Beispielsweise wenn die Ware nicht geliefert wird, der Kunde vom Widerrufs- oder Rückgaberecht Gebrauch macht oder der Händler sogenannte Nachbelastungen abbucht. Eine Nachbelastung etwa ist meist sehr ärgerlich. Etwa, wenn nachträglich die Kosten für einen Kratzer am Mietwagen vom Konto abgezogen werden, den man nicht verursacht hat.

Der Kunde sollte seine Beanstandungen durch Verträge oder Schriftverkehr belegen können und sich mit seiner kartenausgebenden Bank in Verbindung setzen. Dann storniert das Kreditkartenunternehmen den abgebuchten Betrag meist provisorisch und leitet ein Chargeback-Verfahren ein. Dabei wendet sich der Kreditkartenherausgeber des Kunden zunächst an den Zahlungsabwickler des Händlers. Dieser muss dann beweisen, dass der Betrag rechtmäßig abgebucht wurde.

Wenn sich Kreditkartenherausgeber und Zahlungsabwickler des Händlers nicht einig werden, wird das Kreditkartenunternehmen zum Schiedsrichter. Selbst wenn festgesellt wird, dass der Betrag zu Recht abgebucht wurde, übernimmt das Kreditkartenunternehmen die Summe oft aus Kulanz, wie die Berner Zeitung berichtet. Ein echter Vorteil für Kreditkartennutzer.

Kosten beim Onlineshopping: Darauf sollten Sie achten

Für die Zahlung mit Kreditkarte entstehen dem jeweiligen Händler Kosten - die sogenannten Transaktionskosten. Der Händler, beispielsweise der Online-Shop-Besitzer, schließt einen Kreditkartenakzeptanzvertrag mit einem Zahlungsabwickler, dem sogenannten Acquirer. Jeder Online-Shop kann im Prinzip selbst bestimmen, ob Gebühren für verschiedene Bezahlweisen erhoben werden oder nicht. In der Regel ist das Bezahlen mit Kreditkarte im Internet jedoch für den Verbraucher kostenlos. Das hat vor allem einen Grund: Kunden sind sehr preissensibel,  die Erhebung von Gebühren wird meist sehr negativ bewertet.

Stefanie Basner des Payment Service Provider Payone erklärt hierzu, dass Gebühren bei vielen Kunden regelmäßig zum Kaufabbruch führen würden, sofern es Alternativen gäbe. Stellt man also fest, dass ein Online-Shop für die Zahlung mit Kreditkarte eine Gebühr verlangt, sollte man zunächst prüfen, ob man das gewünschte Produkt auch in einem anderen Online-Shop bestellen kann, der keine Gebühr erhebt. Was viele nicht wissen: Werden andere Bezahlverfahren – zum Beispiel das Zahlen auf Rechnung - ohne Aufschläge angeboten, untersagt beispielsweise das Kreditkartenunternehmen Visa den Händlern explizit, Gebühren für die Zahlung mit Kreditkarte zu verlangen. Dies wird als die sogenannte Anti-Diskriminierungsklausel bezeichnet. Wenn sich Händler nicht daran hielten, so Basner, können sie in letzter Instanz sogar mit dem Verlust der Kartenakzeptanz geahndet werden.

Einem Verstoß werde jedoch nur auf Beschwerde des Kunden nachgegangen, ergänzt die Marketing-Managerin von Payone. Verbraucher können also in solchen Fällen gegen eine unrechtmäßige Erhebung von Gebühren vorgehen. In jedem Fall sollten Kunden wissen, dass Händler im Rahmen der AGB Besonderheiten bei der Zahlungsabwicklung dokumentieren und die Käufer bei der Kaufabwicklung auf etwaige Gebühren hinweisen sollten.

(bm)

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