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Kreditkarte: So vermeiden Sie nachträgliche Abbuchungen von Mietwagenfirmen

21.01.2015 - 14:00

Mietwagenfirmen aus dem Ausland stellen ihren Kunden teilweise nachträglich Kosten in Rechnung - oftmals ohne dafür eine Rechnung zu übermitteln und die Aufwendungen aufzuschlüsseln. Das stellte die Stiftung Warentest in einer Untersuchung fest, die am vergangenen Dienstag veröffentlicht wurde. Erfahren Sie hier, wie Sie sich dagegen wehren können.

Rund 60 Leser der Zeitschrift „Finanztest“ berichteten nach einem Aufruf der Stiftung Warentest von nicht nachvollziehbaren, nachträglichen Abbuchungen von ihrer Kreditkarte nach einer Urlaubsreise ins Ausland.

Nachträgliche Abbuchungen: So gehen die Mietwagenfirmen vor

Gerade aus dem Urlaub zurück – schon ist es mit der Entspannung dahin, wenn eine Kreditkarten- rechnung ins Haus flattert, auf der nicht nachvollziehbare Abbuchungen vermerkt sind.
Wie die Stiftung Warentest herausfand, buchen Mietwagenfirmen aus dem Ausland in zahlreichen Fällen im Nachhinein Aufwendungen von der Kreditkarte ab. Und das, ohne ihren Kunden einen Nachweis zu liefern, wofür dieser Aufwand tatsächlich berechnet wurde.

In der Regel unterschreiben Kunden vor Ort mit den Mietwagenfirmen eine Vereinbarung, dass die Kreditkarte im Nachhinein mit „weiteren Kosten“ belastet werden darf. Dazu zählen beispielsweise Schäden am Fahrzeug oder ein nicht ganz voller Tank. Diese Abbuchung ist tatsächlich auch ganz ohne Beleg durchführbar, erklärt die Stiftung Warentest. Das ist möglich, weil das Unternehmen einen festgelegten Betrag auf der Kreditkarte als Sicherheit „blockt“.

Dieser Betrag kann sogar im dreistelligen Bereich liegen. Die Mietwagenfirma behält von dieser Kaution im Nachhinein Geld ein, sofern sie noch Forderungen geltend macht. Ob diese Forderungen berechtigt sind oder nicht, lässt sich für den Kunden im Einzelfall oftmals schwer prüfen.

Schwierig wird es auch, wenn Verbraucher in so einem Fall ihre Bank bitten, die Abbuchung rückgängig zu machen, denn viele Banken weigern sich schlichtweg. "Leider sind uns in diesem Fall die Hände gebunden", schrieb etwa die Berliner Sparkasse. Der Kunde hätte jedoch die Möglichkeit, auf privatrechtlichem Wege gegen die Autovermietung vorzugehen, so die Sparkasse weiter.

Banken weisen die Verantwortung der Stiftung Warentest zufolge häufig von sich und lassen den Kunden im Regen stehen. Als Privatperson eine ausländische Firma zu verklagen, ist in der Regel mit großem Aufwand verbunden. Dennoch sollte bei einer fälschlichen Abbuchung direkt die Bank informiert und um eine Rückbuchung gebeten werden.

Stiftung Warentest: Kreditkarte nach Rückkehr fürs Ausland sperren lassen

Jörg Fischer, ein von der Zeitschrift Finanztest befragter Urlaubsreisender, schilderte das Vorgehen der Mietwagenfirmen aus seiner Erfahrung. Er sei in Südafrika im Urlaub gewesen und hatte sich einen Mietwagen genommen. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland habe er seine Kreditkarte sperren lassen – wie sich herausstellte aus gutem Grund. Denn acht Wochen nach seiner Rückkehr hatte die Leihwagenfirma ohne jeden Nachweis oder eine Rechnung nochmals versucht, Geld abzubuchen. Wegen der Sperrung der Kreditkarte kam sie damit allerdings nicht durch. Fischer bekam von seiner Kreditkartengesellschaft eine SMS, dass sie den Zugriff abgelehnt hatten.

Die Stiftung Warentest empfiehlt daher, die Kreditkarte bei der Rückkehr aus dem Urlaub für Firmen aus dem Ausland sperren zu lassen. Das hat den Vorteil, dass Mietwagenfirmen keine nachträglichen Buchungen mehr vornehmen können – eine einfache Methode, sich viel Ärger zu sparen. Allerdings müsse man darauf achten, die Karte vor der nächsten Abreise in den Urlaub wieder freischalten zu lassen.

Sollte jedoch der Schaden bereits entstanden sein, da die Mietwagenfirma einen nicht nachvollziehbaren Betrag bereits abgebucht hat, sollte dies direkt bei der Firma reklamiert werden, rät die Stiftung Warentest. Zudem gibt es eine sogenannte Schiedsstelle, die für die neun internationalen Autoverleihfirmen Avis, Alamo, Budget, Europcar, Hertz, National Car Rental, Sixt, Firefly und Enterprise zuständig ist. Eine Beschwerde ist für Verbraucher kostenlos, sofern sie von Deutschland aus ein Auto einem EU-Land gemietet haben und sich bereits im Vorfeld vergeblich bei der Mietwagenfirma beschwert haben.

Im Idealfall werden Kunden jedoch bereits bei der Autorückgabe tätig, um spätere Abbuchungen zu vermeiden: Die Mietwagenfirma sollte direkt darauf hingewiesen werden, den geblockten Betrag sofort wieder freizugeben, sofern sie keine Beanstandungen hat. Das sollten sich Kunden im Idealfall schriftlich geben lassen. Zwar schütze das nicht hundertprozentig vor weiteren Abbuchungen, so die Stiftung Warentest, doch immerhin hätten Verbraucher dann einen Beleg.

Die Kreditkartenrechnung kann aber auch strapaziert werden, indem mit einer Kreditkarte gezahlt wird, bei der für den Auslandseinsatz Kosten fällig werden. Mit der richtigen Kreditkarte ist die Bargeldabhebung sowie die Bezahlung im Urlaubsland jedoch völlig kostenlos.

(bm)

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