0800 - 24 24 123 Hilfe und Kontakt
Telefonische Expertenberatung
Sie sind hier:

Tankstellen-Kreditkarten: Vergleichen statt teure Gebühren zahlen - Mywire 2go Visa (Teil 2)

28.11.2014 - 12:00

Die Mywire 2go Visa ist eine Kreditkarte, die man unter anderem an der Tankstelle kaufen kann. Man erhält sie, ohne SCHUFA-Prüfung und ohne persönliche Daten anzugeben zu müssen. Dafür ist sie jedoch vergleichsweise teuer. Wir haben zusammengefasst, welche Gebühren ihre Besitzer bezahlen müssen – bzw. nicht zahlen müssten, hätten Sie zuvor einen Kreditkartenvergleich durchgeführt und sich für eine preiswertere Karte entschieden.

Im ersten Teil dieser Artikelreihe zu Tankstellen-Kreditkarten, der sich ausführlich mit dem Einsatzbereich der Mywire 2go Visa und der Anonymität ihres Besitzers beschäftigt, wurde bereits geschildert, dass man als Besitzer der Karte nur so lange keine vertraulichen Daten anzugeben braucht, bis das Guthaben, das man nach ihrem Kauf aufgeladen hat, verbraucht wurde. Wer sich für die Freischaltung der Karte zur Wiederaufladung entschließt, kann die Karte weiterhin nutzen – und zahlt für ihren Besitz und ihre Nutzung folgende Gebühren.

Gebühren für die Aufladung der Tankstellenkreditkarte

Das Bezahlen im Handel ist mit der Mywire 2go Visa möglich, Bargeldabhebungen nicht!
Entschließt  man sich dazu, die Karte zur Wiederaufladung freizuschalten, kann sie danach auf mehrere Arten, z. B. Überweisung vom Bankkonto oder Bareinzahlung an den Aufladestationen, kostenpflichtig mit Guthaben befüllt werden. Dass für die Aufladung der Karte Gebühren anfallen, ist sehr unüblich. Während man beispielsweise die ADAC ClubmobilKarte kostenlos per Überweisung, Einzahlung und Dauerauftrag aufladen kann, werden dafür bei der Mywire-Karte folgende Gebühren verrechnet:
•    Aufladung per Überweisung: 1 Euro
•    Aufladung im Handel/Bargeldaufladung: vier Prozent (variabel) des aufgeladenen Geldbetrags
•    Aufladung per Sofortüberweisung: 1 Euro

 

Die Jahresgebühr

Ist die Karte zur Wiederaufladung freigeschalten, bezahlt man für sie eine Jahresgebühr von 9,95 Euro. Vor Ablauf der Jahresgültigkeit bekommt man automatisch eine neue Mywire 2go Visa zugeschickt. Die Jahresgebühr der Tankstellenkreditkarte erscheint auf den ersten Blick günstig. Allerdings sollte man auch die Anschaffungskosten, also den Kartenpreis von 9,95 Euro, zu den Fixkosten zählen. Diese liegen dann bei circa 20 Euro. Die Prepaid-Kreditkarte Valovis Prepaid Mastercard Swing ist mit einer Jahresgebühr von 19,90 Euro beim selben Fixpreis. Die eben schon genannte ADAC-Karte ist mit 24 Euro Jahresgebühr für eine Prepaid-Kreditkarte ebenfalls günstig. Allerdings muss man ADAC-Mitglied sein und Mitgliedsbeitrag zahlen, somit erhöhen sich auch hier die Gesamtkosten.

Gebühren für bargeldloses Bezahlen

Im Normalfall ist das Bezahlen mit Prepaid-Kreditkarten im Inland und der Euro-Währungszone kostenlos. Das gilt auch für die Tankstellenkreditkarte. Gebühren werden allerdings für das Bezahlen in Fremdwährung innerhalb und außerhalb Europas fällig. Bezahlt man mit der Mywire-Karte keine Euro-Beträge muss man dafür 1,5 Prozent des Umsatzes begleichen. Bei der LBB Visa Prepaid beträgt das Auslandsentgelt nur ein Prozent des Kartenumsatzes − allerdings zahlt man jedoch auch eine höhere Jahresgebühr von 39 Euro.

 

Auf der Website der Mywire 2go Visa werden Bargeldabhebungen nicht thematisiert. Auf telefonische Nachfrage wurde uns mitgeteilt, dass dieser Service nicht zur Verfügung steht, weil die Karte  keine PIN besitzt. Zahlungen im Handel müssen per Unterschrift bestätigt werden. Zwar können Bargeldabhebung im In- und Ausland mit Prepaid-Kreditkarte teuer werden, aber dass mit der Mywire-Karte gar keine Bargeldabhebungen möglich sind, ist definitiv eine Schwachstelle dieser Karte. Bei der Payango CristalCard Prepaid belaufen sich die Kosten für die Bargeldabhebung auf zwei Prozent des Kartenumsatzes, wobei mindestens 2,50 Euro pro Abhebevorgang fällig werden.

Was den Karteneinsatz betrifft können Prepaid-Kreditkarten teurer sein als Kreditkarten anderen Typs. Zu diesem Ergebnis kommt man, wenn man einen Kreditkartenvergleich durchführt. Auf diese Art und Weise kann man nämlich Debit-Kreditkarten wie die Cortal Consors Visa Classic finden, bei der Bargeldabhebungen und Bezahlungen weltweit kostenlos sind. Eine Jahresgebühr muss auch nicht bezahlt werden.

Auszahlung des Restguthabens möglich – aber nicht gratis

Ein Kreditkartenvergleich führt auf einfachem Weg zur günstigen Kreditkarte.
Nicht bei allen Kartenanbietern ist es möglich, dass Guthaben, das auf die Prepaid-Kreditkarte geladen wurde, ausgezahlt wird. Die Mywire-Karte bietet dieses Service gegen eine Gebühr an: Die Auszahlung per Überweisung kostet 1 Euro, die Auszahlung per Kundenservice wird mit 2,50 Euro verrechnet.

 

Voraussetzung, um das Guthaben bekommen zu können, ist die Freischaltung zur Wiederaufladung. Bei der ADAC-Karte wird das vorhandene Guthaben ebenfalls gegen Gebühr auf das der Bank genannte Abrechnungs- bzw. Referenzkonto überwiesen.

Freiwillige Serviceleistungen sind nicht kostenfrei

Um zu wissen, wie viel Geld sich noch auf der Karte befindet, kann man sich als Besitzer einer freigeschalteten Mywire-Karte im Login-Bereich der Website des Anbieters einloggen und im Online-Konto jede Buchung und das Guthaben überprüfen. Das ist kostenlos.

Will man das Guthaben aber per SMS abfragen, zahlt man dafür 0,14 Cent pro Abfrage zuzüglich der Kosten, die vom Mobilfunkanbieter für das Versenden einer SMS anfallen. Will man Einzahlungsbenachrichtigungen erhalten, muss man dafür 0,25 Euro pro Monat bezahlen. Ob man diese Services in Anspruch nehmen möchte, kann man nach der Registrierung entscheiden. Die Deaktivierung kann online erfolgen.

Gesamtfazit: Die Tankstellenkreditkarte ist weniger leistungsfähig und teurer als andere Kreditkarten

Wenn man keine Kreditkarte besitzt, aber dennoch zeitnah etwas mit einer solchen kaufen muss, ist die Mywire 2go Visa eine gute Lösung. Will man jedoch eine vollwertige, leistungsfähige und günstige Kreditkarte, ist sie nicht zu empfehlen. Denn wenn man sich umfassend über die Tankstellen-Karte informiert, merkt man, dass es ein paar negative Punkte gibt:
1)    Die Anonymität der Karte verfällt, wenn das Erstguthaben aufgebraucht ist.
2)    Bargeldabhebungen sind NICHT möglich.
3)    Für das Aufladen von Guthaben auf die Prepaid-Kreditkarte muss man Gebühren bezahlen - das ist unüblich.


All das sind Informationen, die wichtig sind und die Kaufentscheidung beeinflussen können. Deshalb sollte man sich immer zuvor über die Kreditkarte informieren, die man haben möchte. Auch ein Kreditkartenvergleich kann hilfreich sein, um die beste Kreditkarte für sich zu finden bzw. um zu erfahren, welche Gebühren vergleichsweise hoch oder niedrig ausfallen.

Als Schlussfazit kann man demnach festhalten: Wer ohne sich zu informieren, in die Tankstelle spaziert und sich eine Kreditkarte kauft, erhöht die Wahrscheinlichkeit, unangenehme Überraschungen zu erleben.

(* Alle Gebühren wurden den Angaben auf der offiziellen Homepage der Mywire 2go Visa entnommen. Stand: 27.11.2014)

(lsc)

Artikelreihe:

Kreditkarten an der Tankstelle kaufen: Mywire 2go Visa - Was Sie VOR dem Kauf wissen sollten (Teil 1)

Weitere Artikel: