0800 - 24 24 123 Hilfe und Kontakt
Telefonische Expertenberatung
Sie sind hier:

Kreditkarten an der Tankstelle kaufen: Mywire 2go Visa - Was Sie VOR dem Kauf wissen sollten (Teil 1)

26.11.2014 - 14:42

Würden Sie eine Kreditkarte an der Tankstelle kaufen? Klingt unseriös, oder? Der Haken an diesen schnell und anonym zu erstehenden Prepaid-Karten ist, dass sie im Vergleich zu anderen Kreditkarten teuer und weniger leistungsfähig sind.

Eine Kreditkarte ist ein Produkt, das im Normalfall von einer Bank ausgegeben wird. Seit einiger Zeit ist es aber möglich, sie ebenso wie Zigaretten, Kaugummis und Schokoriegel an der Kasse von Tankstellen oder Kiosken zu erstehen. Für 9,95 Euro kann man bei teilnehmenden Verkaufsstellen die Prepaid-Kreditkarte Mywire 2go Visa oder die Joker Mastercard (9,99 Euro) erhalten. Guthaben zum Aufladen kann man ebenfalls direkt vor Ort kaufen.

Nach der Aktivierung der Karte, die per SMS oder über die Internetseite des Anbieters erfolgen kann, steht dem Gebrauch der Karte nichts mehr im Wege. Das alles klingt wunderbar einfach. Für die schnelle Verfügbarkeit der Karte muss der Kunde aber tief in die Taschen greifen. Wir haben in dieser Artikelreihe "Kreditkarte an der Tankstelle kaufen" für Sie zusammengefasst, was sie vor dem Kauf der Mywire 2go Visa wissen sollten.

Was ist eine Prepaid-Kreditkarte?

Vorweg: Die Kreditkarten, die man im Handel kaufen kann, sind immer Prepaid-Kreditkarten. Von anderen Kreditkartentypen unterscheidet sich die Prepaid-Karte durch ihre Guthaben-Funktion. Wie ein Prepaid-Handy funktioniert auch die Kreditkarte erst nachdem sie mit Guthaben aufgeladen wurde. Da die Ausstellung der Karte nicht von der Bonität des Kunden abhängig ist, wird auch keine SCHUFA-Prüfung vorgenommen.

Prepaid-Kreditkarten eignen sich sehr gut für Geringverdiener, Studenten und Jugendliche. Da nicht mehr Geld ausgegeben werden kann, als auf die Kreditkarte geladen wird, ist die Gefahr einer Verschuldung so gut wie nicht vorhanden.

Einsatzbereich der Mywire 2go Visa

Kreditkarte an der Tankstelle kaufen - machst das Sinn?
Mit der Mywire-2go-Visa-Prepaid-Kreditkarte kann man laut den Informationen des Anbieters weltweit überall dort bezahlen, wo Visa akzeptiert wird. Bezahlungen im Handel und bei Online-Shops sind möglich. Im Ausland kann die Karte ebenfalls genutzt werden, allerdings fallen dort Gebühren für das Bezahlen in Fremdwährung an (1,5 Prozent des Umsatzes).

Worüber der Anbieter auf der Website jedoch nicht informiert, ist, dass trotz Visa-Logos viele Händler Prepaid-Kreditkarten nicht immer akzeptieren. So kann es beispielsweise passieren, dass Hotels, Fluggesellschaften oder Mietwagenfirmen im In- und Ausland keine Prepaid-Kreditkarten akzeptieren, weil sie keine Sicherheit haben, dass der Kartenbesitzer ausreichend Guthaben auf die Karte gebucht hat, um tatsächlich bezahlen zu können.

Das gilt allerdings für alle Prepaid-Karten, nicht nur für jene, die an Tankstellen erhältlich sind. Verbraucher, die ihre Kreditkarte häufig einzusetzen wollen und sie auch für die oben genannten Tätigkeiten brauchen, sollten daher auch andere Kreditkartentypen in Betracht ziehen.

Unterschiede zur anderen Prepaidkarten: Schnelle Verfügbarkeit, Anonymität, teure Gebühren

Besonderheiten der Tankstellen-Kreditkarte sind, dass man nicht warten muss, bis die Karte zugeliefert wird, und dass man keine persönlichen Daten anzugeben braucht, um sie zu erhalten. Die Anonymität reicht aber im Falle der Mywire 2go Visa gerade mal bis zur nächsten Aufladung. Ist nämlich das Erstguthaben verbraucht, muss der Kartenbesitzer sich entscheiden: Kauft er eine neue Karte und bleibt dadurch weiterhin anonym oder registriert er sich mit seinen persönlichen Daten, sodass er zur Wiederaufladung freigeschalten wird.

Variante 1: Bewahrung der Anonymität – kein Wiederaufladen der Karte möglich

Wer nicht gewillt ist, seine Anonymität aufzugeben, die Karte aber dennoch öfter benutzen möchte, sollte bei der ersten Aufladung nach dem Kauf schon das gesetzliche Limit von 100 Euro Guthaben ausreizen, um lange davon zehren zu können. Denn zum einen ist nur die erste Aufladung kostenlos, zum anderen sind Wiederaufladungen nur mit Kundenkonto möglich.

Für den Fall, dass man genau weiß, dass man die Karte nur einmal benutzen wird, um etwas Spezielles zu kaufen, sollte man nicht viel mehr Geld auf die Karte laden als für den Kauf benötigt wird. Befindet sich nämlich am Ende der Gültigkeitsfrist, die ein Jahr nach Kaufdatum abläuft, noch Guthaben auf der Karte, verfällt dieses ebenso wie die Karte selbst. Wer sich gegen die Freischaltung zur Wiederaufladung – also gegen die Bekanntgabe persönlicher Daten – entscheidet, muss für die Verwaltung des Restguthabens nach Ablauf der Gültigkeit eine monatliche Gebühr von 50 Cent begleichen.

Auf der offiziellen Website des Anbieters gibt es keinen Hinweis darauf, dass es auch ohne Freischaltung möglich ist, nach Ablauf der Karte an das restliche Geld zu gelangen. Erkundigt man sich jedoch telefonisch bei den Servicemitarbeitern, erfährt man, dass man eine Kopie der Vorderseite der Karte und die Daten des Kontos, auf das das Restguthaben ausgezahlt werden soll, an die Wirecard Bank AG schicken soll. Danach erhält man − wahrscheinlich gegen eine Gebühr −  das sich noch auf der Karte befindliche Geld.

Variante 2: Bekanntgabe persönlicher Daten – Wiederaufladen der Karte möglich

Will man die Karte weiterverwenden, nachdem man das Guthaben der Erstaufladung verbraucht hat, muss man sich zur Wiederaufladung registrieren lassen. Dabei werden persönliche Daten abgefragt und ein Kundenkonto angelegt. Damit hat die Mywire 2go Visa ihren Vorteil der Anonymität gegenüber nicht im Handel erhältlichen Kreditkarten streng genommen schon verloren.

Das endgültige Ende der Anonymität ist jedoch dann erreicht, wenn der Kartenbesitzer das monatliche Aufladevolumen von 100 Euro erhöhen möchte. Dann muss er nämlich seine Identität über das PostIdent-Verfahren bestätigen lassen. Ab diesem Zeitpunkt unterscheidet sich die Karte nur noch durch die Höhe ihrer Gebühren von anderen Prepaid-Kreditkarten bzw. Kreditkarten anderen Typs. Auf die Gebühren und wie sie sich von anderen Kreditkarten unterscheiden, wird im zweiten Teil dieses Artikels eingegangen.

Egal ob Tanke oder Bank: Sich zu informieren und Angebote zu vergleichen ist wichtig!

Hotels und Flüge können nicht immer - mit Prepaid Kreditkarte bezahlt werden.
Immer, wenn man Finanzprodukte wie Kreditkarten oder ein Girokonto beantragt, sollte man sich davor gut und umfassend über das Produkt informieren und mehrere Angebote vergleichen. Im Falle der Mywire 2go Visa zerstört die Recherche die Illusion, dass die Tankstellen-Kreditkarte dieselbe Leistung wie andere Kreditkarten bietet, ohne dafür persönliche Daten übermitteln zu müssen.

Ein Kreditkartenvergleich zeigt zudem auf einen Blick, dass Prepaid-Kreditkarten anderer Anbieter beziehungsweise andere Kreditkartentypen leistungsfähiger sind, weil man mit ihnen auch Bargeld abheben kann. Das ist mit der Tankstellen-Kreditkarte nicht möglich.

Besonders deutlich sieht man durch den Vergleich, dass die Gesamtkosten bei anderen Kreditkarten günstiger ausfallen. Informieren Sie sich über die Gebühren, die man für Besitz, Einsatz, Auszahlung und eventuell in Anspruch genommene Services der Mywire 2go Visa bezahlt, im zweiten Teil dieses Artikels.

(lsc)

Artikelreihe:

Tankstellen-Kreditkarten: Vergleichen statt teure Gebühren zahlen - Mywire 2go Visa (Teil 2)

Weitere Artikel: