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Die modernsten Bezahlmethoden der Gegenwart (Teil 2): Mobile Payment

14.03.2014 - 08:00

Erst kürzlich wurde bekannt, dass die Marktführer in der Kreditkartenbranche - Mastercard und Visa - die Bezahlung per Smartphone und NFC-Technologie weiter vorantreiben wollen. Während die Anbieter um die Schlüsselposition in diesem Markt kämpfen, fragen sich Anwender noch, weshalb sie diese Bezahlweise eigentlich verwenden sollten. Wie Mobile Payment funktioniert und wie sich diese Zahlweise künftig entwickelt.

International gibt es verschiedenste Definitionen zu Mobile Payment. Wenn jedoch in Deutschland von der mobilen Bezahlung die Rede ist, ist in der Regel die Zahlung mit dem Smartphone gemeint. Es gibt verschiedene Technologien, um Mobile Payment umzusetzen, eine davon ist die Near Field Communication, kurz NFC. Vor allem Mobilfunkanbieter setzen auf die kontaktlose Bezahlung per NFC – statt der Kreditkarte hält der Verbraucher einfach sein Smartphone an das Terminal, per Funk werden die Zahldaten übertragen und der Kunde zahlt in Sekundenschnelle – soweit die Theorie. In der Praxis steckt diese Zahlweise allerdings noch in den Kinderschuhen.

So funktioniert Mobile Payment

Die Near Field Communication ermöglicht die kontaktlose Bezahlung.
Aktuell gibt es etwa 30 Mobile Payment-Anbieter in Deutschland, die jeweils ein eigenes Verfahren anbieten und untereinander nicht kompatibel sind. Bei der kontaktlosen Bezahlung per NFC schrumpft die Zahl der Anbieter sogar auf nur zwei: Einerseits die mPass genannte Lösung von O2 und MasterCard, andererseits der mobile Bezahldienst Smartpass von Vodafone und Visa.

In Zusammenarbeit mit der Wirecard Bank und dem Kreditkartenunternehmen Visa, das für die Abwicklung zuständig ist, wurde beispielsweise Smartpass zunächst nur im Raum Düsseldorf im Beta-Stadium eingeführt und wird seit wenigen Wochen nun auf den gesamtdeutschen Raum ausgeweitet. Erst Anfang März wurde Mobile Payment von Vodafone auch in München eingeführt.

Aktuell erfolgt die Zahlungsabwicklung noch per Prepaid-Kreditkarte, die von Visa zur Verfügung gestellt wird. Künftig sollen Kunden jedoch auch andere Kreditkarten hinterlegen können.

Um mit ihrem Smartphone mobil zahlen zu können, müssen Kunden die Vodafone App „Smartpass“ herunterladen und sich registrieren – alle nötigen Unterlagen werden per Post zugesandt. Im Anschluss kann das SmartPass-Konto aufgeladen werden. Die Idee dieser Zahlweise: In Sekundenschnelle soll der Kunde per Smartphone bezahlen können. Lange Warteschlangen sollen so bald der Vergangenheit angehören.

Tatsächlich schneiden aber gerade die Bezahl-Apps beim Thema Geschwindigkeit schlechter ab als beispielsweise die kontaktlose Zahlung per Kreditkarte, gibt etwa Maik Klotz, Technologie-Experte und Autor der Fachzeitschrift T3N, zu bedenken. Aus Anwendersicht gebe es heute keinen Vorteil für den Kunden mit seinem Smartphone zu zahlen, so Maik Klotz weiter.

Aufstieg oder Fall: Die Zukunft von Mobile Payment

Die Umsätze bei der kontaktlosen Bezahlung per Smartphone lagen Angaben von Statista zufolge in Europa im Jahr 2010 bei 4,8 Millionen Euro. Eine Prognose des Steinbeis Research Center for Financial Services erwartet bis zum Jahr 2020 eine Steigerung der Ausgaben via Mobile Payment um 375 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro. Dabei soll die Nutzerzahl europaweit nach Angaben von Statista von aktuell 35,4 Millionen (2013) auf 64 Millionen im Jahr 2016 ansteigen.

Während diese Zahlen Mobile Payment einen steilen Aufstieg vorhersagen, sehen andere die Technologie bereits im Niedergang begriffen. Diese Überzeugung befeuert vor allem eine Neuigkeit aus Kalifornien: Apple meldete im vergangenen Jahr ein Patent an, von dem manche Experten meinen, es könnte den Todesstoß für die Technologie NFC bedeuten.

Nach Ansicht von Maik Klotz gehe es jedoch nicht darum, ob sich die eine oder andere Technologie durchsetze. Vielmehr werde sich, so Klotz weiter, eine Lösung durchsetzen, die dem Anwender einen Mehrwert biete. Denn eine neue Technologie soll für Kunden ein aktuelles Problem lösen oder einen Zusatznutzen schaffen. Beides erreicht Mobile Payment aktuell nicht und macht das Leben der Kunden nicht einfacher, sondern umständlicher.

Das schlägt sich auch in der tatsächlichen Nutzung dieser Zahlweise nieder: Die Nutzung liege im "homöopathischen" Bereich, so der Mobile Payment-Experte. Zwar gibt es deutschlandweit 35.000 Akzeptanzstellen - im Vergleich zu 650.000 aktiven Terminals ist diese Zahl aber gering.

Diese Sichtweise unterstützen auch Zahlen einer aktuellen Umfrage des Marktforschungsunternehmens Nielsen. Der Umfrage zufolge stehen Deutsche mobilen Zahlungsmethoden skeptisch gegenüber. Mehr als die Hälfte aller Befragten würden diese Zahlweise selbst dann nicht nutzen, wenn sie absolut sicher wäre. Nur 26 Prozent gaben an, sich vorstellen zu können, mobil zu bezahlen.

Der Technologie-Experte Maik Klotz beschäftigt sich seit langem mit dem Thema und für ihn ist klar: Mobile Payment ist aktuell keine überzeugende Anwendung. Das müsse aber nicht so bleiben. Es stehe fest, dass sich die Art und Weise wie wir in Zukunft bezahlen, ändern werde. Ob das dann noch Mobile Payment sei, werde sich zeigen. Denkbar sei etwa auch, dass wir in fünf bis zehn Jahren biometrisch bezahlen, beispielsweise per Fingerabdruck.

Die modernsten Bezahlmethoden der Gegenwart (Teil 1): Kontaktlose Bezahlung Die modernsten Bezahlmethoden der Gegenwart (Teil 2): Mobile Payment Die modernsten Bezahlmethoden der Gegenwart (Teil 3): MasterPass Wallet, V.me und Krypotowährungen Die modernsten Bezahlmethoden der Gegenwart (Teil 4): Apple PayDie modernsten Bezahlmethoden der Gegenwart (Teil 5): High-Tech-Kreditkarten

(bm)

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