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Die modernsten Bezahlmethoden der Gegenwart (Teil 1): Kontaktlose Bezahlung

05.03.2014 - 16:07

„Ich denke niemals an die Zukunft. Sie kommt früh genug“, sagte einst Albert Einstein. Und er behielt Recht: Während Drohnen bald unsere Pakete liefern, laufen Menschen bereits heute mit Google Glasses durch die Straßen oder zahlen im Supermarkt mit nur einer Handbewegung. Was sich anhört wie eine Zukunftsvision ist bereits Realität: Neue Technologien halten bei der Bezahlung Einzug in unseren Alltag und haben viele Vorteile für Verbraucher - aber auch so manche Schwachstelle.

Wer kennt das nicht: Man möchte nur kurz eine Kleinigkeit im Supermarkt um die Ecke kaufen und dann passiert es: In der Warteschlange vor einem fallen die gefürchteten drei Worte „Ich hab´s passend!“. Genau für diese Situationen wurde die kontaktlose Zahlung erfunden. In nur einer Handbewegung wird der Rechnungsbetrag in Sekundenschnelle per Funk von der Kreditkarte abgebucht – lange Warteschlangen und das Suchen nach Kleingeld sollen damit bald der Vergangenheit angehören.

Die Technologie hinter der kontaktlosen Bezahlung

Kontaktlose Bezahlung am Terminal: In Sekundenschnelle werden Beträge bis zu 25 Euro per Funk beglichen.
Möglich macht die kontaktlose Bezahlfunktion die sogenannte Near Field Communication, kurz NFC. Die Nahfeldkommunikation ermöglicht die verschlüsselte Datenübertragung per Funk, die Übertragungsrate liegt bei 424 Kilobit pro Sekunde.

Die NFC-Technik stellt im Grunde eine Weiterentwicklung der RFID-Technik dar – der Radio Frequency Identification. Die Datenübertragung per NFC-Technologie ist auf einen bestimmten Frequenzbereich genormt. Dieser liegt bei 13,56 MHz und ermöglicht so die Kommunikation zweier Geräte – etwa eines Terminals und einer Kreditkarte – miteinander.

Anders als etwa bei der konkurrierenden BLE-Technologie gibt es mit NFC keinen Sender und Empfänger, beide Geräte sind gleichwertig.

Die Marktführer in der Kreditkartenbranche, MasterCard und Visa, bieten ihren Kunden diese kontaktlose Bezahlfunktion unter verschiedenen Namen an: Bei MasterCard heißt sie PayPass und ist auf Beträge von 20 Euro beschränkt, Visa nennt sie PayWave, hier können Kunden Beträge bis zu 25 Euro kontaktlos begleichen.

In Deutschland ist die kontaktlose Bezahlung bereits an 35.000 Terminals möglich, unter anderem in Filialen von Galeria Kaufhof, Starbucks, Kaiser´s Tengelmann, Vapiano und vielen mehr. Europaweit gibt es über 1,3 Millionen Terminals, an denen die kontaktlose Bezahlung möglich ist. 80 Millionen kontaktlose Kreditkarten sind allein von Visa in Europa im Umlauf, 1,7 Millionen davon in Deutschland.

Obwohl die Technologie also bereits weit verbreitet ist, scheitert die kontaktlose Bezahlung in so manchem Ladengeschäft noch an einer Komponente: Dem Menschen. Auf Nachfrage von CHECK24 räumt etwa das Kreditkartenunternehmen Visa ein, dass Mitarbeiter der Unternehmen, die kontaktlose Bezahlung anbieten zwar geschult werden. Dennoch komme es vor, dass eine Kassenkraft nicht mit dieser Bezahlvariante vertraut sei. Der Kunde muss in diesem Fall doch wieder nach Münzen suchen oder auf die herkömmliche Art per PIN-Eingabe mit der Debit- bzw. Kreditkarte bezahlen.

Das werde sich nach Meinung des Kreditkartengigantens aber bald ändern: Innerhalb der nächsten zwei bis drei Jahren müssten ohnehin viele Terminals in Deutschland ausgetauscht werden, so Visa. Diese würden dann mit Terminals ersetzt, die die kontaktlose Bezahlung unterstützen. Dadurch werde sich die Verbreitung dieser Zahlvariante in absehbarer Zeit rasant erhöhen.

So sicher ist die kontaktlose Bezahlung

Aus Sicherheitsgründen funktioniert die Übertragung per NFC-Technologie nur verschlüsselt und bei einem Abstand von nur wenigen Zentimetern zwischen Kreditkarte und Terminal. Das überzeugt sowohl Verbraucherorganisationen als auch Sicherheitsexperten: Die Stiftung Warentest etwa gibt grünes Licht für die kontaktlose Bezahlung. Nach einem Test gab die Verbraucherorganisation bekannt, dass die Zahlung per NFC genauso sicher sei wie die herkömmliche Zahlung per Kreditkarte.

Auch Sicherheitsexperten sind von der neuen Technologie überzeugt: SySS-Geschäftsführer Sebastian Schreiber, bekannt für Live-Hacking- und Fernsehauftritte – unter anderem bei Günther Jauch – hält die kontaktlose Bezahlung für eine Technologie mit Zukunft. Im Interview mit CHECK24 sagt Schreiber, die NFC-Technologie sei zu Recht auf dem Vormarsch. Er habe den Eindruck, dass mit der neuen Technologie verantwortungsvoll umgegangen werde und das Risiko sinnvoll verteilt und dimensioniert sei. Eine schnelle Bezahlung und Abfertigung der Kunden sei im Interesse aller Beteiligten und das Risiko lasse sich managen, so Schreiber weiter. Er stellt jedoch auch klar, dass es hundertprozentige Sicherheit niemals geben könne – egal bei welcher Bezahlmethode.

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(bm)

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