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Trotz EZB-Leitzinssenkung: Sollzinsen bei Kreditkarten bleiben hoch

28.06.2014 - 12:00

Der Leitzins der EZB liegt derzeit mit 0,15 Prozent auf einem historisch niedrigen Niveau. Doch die Banken geben die günstigen Zinsen oftmals nicht an ihre Kunden weiter. Die Sollzinsen bei Kreditkarten etwa sind weiterhin hoch. Mit den richtigen Tipps finden Verbraucher dennoch eine Kreditkarte mit fairen Konditionen.

Die Niedrigzinsphase könnte noch bis Ende 2016 andauern. EZB-Präsident Mario Draghi machte in einem Interview mit der niederländischen Zeitung De Telegraaf entsprechende Andeutungen. Womöglich könnte diese Maßnahme die Geldhäuser dazu bringen, auch Dispo- und Kreditkartenzinsen deutlicher zu senken. Bislang reagierten die Banken kaum.

Leitzinssenkung: So reagieren die Banken

Während im Kreditbereich die Zinsen purzeln und auch bei vielen Tagesgeld- und Festgeldkonten die Zinssätze nach unten angepasst werden, gibt es kaum Bewegung bei Kreditkarten-Überziehungszinsen oder bei Dispozinsen auf Girokonten. Etwa zehn Geldhäuser senkten angesichts der Niedrigzinsen auch die Zinssätze für Dispositionskredite – allerdings nur geringfügig. Die Deutsche Bank beispielsweise korrigierte die Dispozinsen um nur 0,1 Prozentpunkte auf 11,8 Prozent nach unten. Verbraucherschützer kritisieren die hohen Dispozinsen seit langem, sie halten einen Zinssatz in Höhe von sieben Prozent über dem Dreimonats-Euribor – also etwa 7,3 Prozent - für gerechtfertigt. Dispozinsen in zweistelliger Höhe bezeichnet etwa Nicole Maisch, verbraucherpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion Die Grünen, als „Abzocke“.

Noch weniger passierte bislang allerdings im Bereich der Sollzinsen bei Kreditkarten - diese blieben seit der Leitzinssenkung unverändert. Ein Vergleich verschiedener Kreditkartenkonditionen ergibt: Der höchste Kreditkarten-Sollzins liegt derzeit bei 18,11 Prozent effektiv. Doch einige Anbieter beweisen, dass es auch anders geht.

Diese Kreditkarten haben die günstigsten Sollzinsen

Der EZB-Leitzins liegt auf einem Rekordtief, doch die Banken geben die günstigen Zinsen nicht an ihre Kreditkartenkunden weiter.
Sollzinsen fallen nur bei echten Kreditkarten an, sogenannten revolvierenden Kreditkarten. Dem Kunden wird bei diesen Kreditkarten ein Kreditrahmen eingeräumt. Die geschuldete Summe kann entweder am Monatsende komplett beglichen oder in Raten abbezahlt werden. Wird letztere Möglichkeit gewählt, fällt ein Sollzins an.

Dieser Zinssatz liegt deutlich über dem eines herkömmlichen Ratenkredites, das ist auch der Grund, weshalb mit der Kreditkarte lediglich kurzfristige finanzielle Engpässe überbrückt werden sollten – ansonsten wird es schnell teuer. Kunden, die einen guten Überblick über ihre Finanzen haben, sind mit einer revolvierenden Kreditkarte sehr flexibel.

Wer sich für eine Karte mit Kreditrahmen entschieden hat, sollte bei der Auswahl der Karte auch auf die Sollzinsen achten. Denn die Konditionen in diesem Bereich unterscheiden sich stark. Ein Kreditkarten-Vergleich ergibt, dass der höchste Sollzins bei über 18 Prozent liegt, der niedrigste knapp zehn Prozent darunter bei 8,51 Prozent.

Hat man verschiedene Kreditkarten mit günstigen Zinsen in der näheren Auswahl, sollten auch weitere Konditionen unter die Lupe genommen werden. Entscheidend sind etwa die Höhe der Kartengebühr sowie die Kosten für den Einsatz der Karte im In- und Ausland. Beides muss nichts kosten. Die Cortal Consor Visa Classic Kreditkarte bietet beispielsweise einen Sollzins von 8,51 Prozent, kommt dauerhaft ohne Jahresgebühr aus und auch der Einsatz der Karte ist weltweit komplett kostenlos.

Übrigens: Manche Banken verlangen nicht nur überhöhte Zinsen, sondern machen auch Fehler bei der Abrechnung wie die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen feststellte.

(bm)

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