0800 - 24 24 123
Telefonische Expertenberatung
Sie sind hier:

Kreditkartenzahlung im Ausland - lokale Währung bevorzugen!

29.07.2013 - 12:13

Viele Verbraucher empfinden es als lästig, bei Reisen ins außereuropäische Ausland auf Bargeld und Wechselstuben angewiesen zu sein. Für Zahlungen und Abhebungen am Automaten bevorzugen sie deshalb ihre Kreditkarte. Außerhalb des Euro-Raums ist dabei allerdings Vorsicht geboten. Denn ob im Hotel, in Geschäften oder sogar am Geldautomaten - immer häufiger erhalten Verbraucher die Option,  in Euro statt in Landeswährung zu bezahlen.

Dieses Angebot wird von Reisenden gerne genutzt, da es auf den ersten Blick übersichtlich und bequem erscheint. Die Rechnungssumme wird auf dem Display angezeigt, sodass Verbraucher scheinbar direkt über den Preis informiert werden, ohne dass sie diesen erst umständlich errechnen müssen. Finanzexperten raten von einer sofortigen Währungsumrechnung allerdings dringend ab.

Dies hat den Grund, dass sich die Händler nicht an den aktuell gültigen Wechselkurs halten müssen. Stattdessen sehen die Geschäftsbedingungen vieler Kreditkartenherausgeber eine dynamische Umrechnung der Währungen („Dynamic Currency Conversion“) vor. Das bedeutet, dass der Betreiber des EC-Terminals den Wechselkurs selbst festlegen darf.

Die Dynamic Currency Conversion wird von den Händlern oft ausgenutzt

Häufig nutzen die Händler diese Regelung aus, um ihre Marge zusätzlich zu erhöhen. Durch eine Auslegung des Wechselkurses zu ihren Gunsten zahlt der Kunde immer etwas mehr als den eigentlichen Produktpreis – die Differenz streicht der Betreiber des EC-Terminals ein. In einigen Ländern kommt diese Praxis sogar systematisch zum Einsatz.

Die Geschäftsbedingungen der Kartenherausgeber schreiben zwar vor, dass der Umrechnungskurs vor der Bestätigung der Zahlung auf dem Display angezeigt werden muss. Dabei handelt es sich allerdings um eine vierstellige Zahl, mit der die meisten Verbraucher in der Regel nichts anfangen können, da ihnen die Vergleichsmöglichkeiten fehlen.

Der Umrechnungstrick kommt weltweit zum Einsatz

Verbraucherschützer raten deshalb immer zu einer Zahlung in Landeswährung. Auch dabei können Umrechnungskosten anfallen. Diese nimmt jedoch die Hausbank des Verbrauchers vor, die sich generell deutlich enger an den internationalen Devisenkursen orientiert. Der Umrechnungstrick kommt nicht nur im außereuropäischen Ausland zur Anwendung. Auch in europäischen Ländern außerhalb der Euro-Zone – wie beispielsweise das Vereinigten Königreich, Polen oder die Schweiz –  wurden bereits derartige Fälle bekannt.

Auf der Homepage der Europäischen Zentralbank können sich Reisende stets über die aktuell geltenden Wechselkurse informieren. Wer die Direktumrechnung am EC-Terminal im Ausland trotz aller Warnungen in Anspruch nehmen möchte, sollte sich vor der Reise – und auch währenddessen – unbedingt über den Devisenkurs informieren.

(fr)

Weitere Artikel: