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Kostenlose Kreditkarte mit Girokonto - lohnt sich das?

23.11.2014 - 12:00

Auf der Suche nach einer neuen Kreditkarte stolpern Verbraucher häufig über Kombi-Angebote: Die begehrte, kostenlose Kreditkarte mit den besten Konditionen gibt es nur, wenn zusätzlich ein Girokonto bei der Bank abgeschlossen wird. Lohnen sich solche Angebote für Verbraucher eigentlich - oder profitiert davon nur die Bank?

Die aktuelle Niedrigzinsphase erhöht den Wettbewerbsdruck auf Banken. Kostenlose Girokonten sind bereits Standard und die Geldhäuser buhlen zusätzlich mit Prämien und Willkommensgutschriften um die Gunst der Kunden. Und das, obwohl Girokonten für Banken oft unwirtschaftlich sind: Experten rechnen mit etwa 70 Euro Kosten, die allein für Kontoeröffnung und EC-Karte pro Kunde anfallen – Prämien nicht eingerechnet. Fixkosten, beispielsweise für die Wartung von Geldautomaten, schlagen zusätzlich mit 64 Euro pro Jahr und Kunde zu Buche. Und dennoch ist das Girokonto für Banken das wichtigste Produkt im Privatkundengeschäft. Warum eigentlich?

Girokonto: Der erste Schritt zur Kundenbindung

Egal, ob online oder offline: Die Zahlung per Kreditkarte ist praktisch. Viele Karten gibt es im Kombi-Angebot. Doch lohnt sich das?
Girokonten sind das wichtigste Produkt im Privatkundengeschäft, denn über dieses Konto wickeln Verbraucher ihre täglichen Finanzgeschäfte ab, zahlen ihre Miete und erhalten ihren Lohn. So wird das zunächst fremde Geldhaus im Laufe der Zeit zur Hausbank des Kunden. Benötigt der Verbraucher dann einen Kredit oder eine Immobilienfinanzierung, wird das Darlehen oftmals über die Bank des Vertrauens abgeschlossen – so das Kalkül der Geldhäuser.

Experten wie etwa Oliver Mihm, Chef der Unternehmensberatung Investors Marketing, gehen davon aus, dass die Abschlussbereitschaft für weitere Finanzprodukte bei Neukunden im ersten Jahr dreimal höher ist als zu jedem späteren Zeitpunkt.

Bieten Banken eine Kreditkarte zusammen mit einem Girokonto an, erreichen sie dadurch in der Regel eine höhere Kundenbindung als bei der einzelnen Vergabe einer Kreditkarte. Oftmals werden zusätzlich Neukundenprämien angeboten, wenn das Girokonto als Gehaltskonto genutzt wird. Dadurch stellt die Bank sicher, dass das abgeschlossene Konto vom Kunden wirklich als Hauptkonto genutzt wird.

Sobald das Konto zum Gehaltskonto wird, wird in der Regel auch der restliche Zahlungsverkehr über dieses Konto geregelt - und die Bank entwickelt sich damit langsam aber sicher zur Hausbank des Kunden.

Lohnt sich der Abschluss einer Kreditkarte mit kostenlosem Girokonto?

Haben Kreditkarten mit Girokonto wirklich die besseren Konditionen? Um das festzustellen, reicht ein Blick in den unabhängigen Kreditkarten-Vergleich von CHECK24. Dieser bietet einen umfassenden Überblick verschiedenster Angebote auf dem Markt und listet diese übersichtlich auf. Bewertet werden die Angebote anhand der Kartennote. Diese ergibt sich aus der Bewertung der Kriterien Produkt, Bezahlung/Bargeld, Versicherung, Travel und Bonus. Die ersten fünf Karten des Vergleichs können separat miteinander verglichen werden. Nimmt man diese Möglichkeit in Anspruch und vergleicht die Kreditkarten auf den ersten fünf Plätzen, werden auf den erste Blick Unterschiede von Kreditkarten mit und ohne Girokonto deutlich:
KriterienBarclaycard New VisaICS Visa World CardCortal Visa Classiccomdirect VisaDKB Cash
mit Girokontoneinneinjajaja
Jahresgebühr0 €0 €0 €0 €0 €
Bargeld weltweit1,99%2,00%kostenloskostenloskostenlos
Bezahlung weltweit1,99%2,00%kostenlos1,50%1,75%
eff. Jahreszins18,11%15,90%8,14%8,95%7,50%
kontaktlos bezahlenneinneinjajaja
Gutschrift nein nein50€150€nein

Fazit: Kunden profitieren - unter bestimmten Voraussetzungen

Dass manche Kreditkarten nur mit Girokonto abgeschlossen werden können, ist in vielen Fällen kein Hindernis, sondern sogar ein Grund, genau diese Karte zu wählen. Denn Kreditkarten mit Girokonto bieten Kunden einen echten Mehrwert und unterm Strich die besseren Konditionen. Die Analyse hat gezeigt, dass die Bargeldabhebung nur bei Kreditkarten mit Girokonto kostenlos ist, der effektive Jahreszins deutlich niedriger liegt und auch die Gutschrift höher ausfällt.

Damit sparen sich Kunden nicht nur Kosten, sondern verdienen in manchen Fällen obendrein noch etwas dazu. Als einzige Karte im Test bietet die Cortal Consors Visa Classic nicht nur weltweit kostenlos Bargeldabhebung, sondern auch kostenlose Bezahlung. Das ist besonders für Reiselustige interessant.

Verbraucher sollten jedoch bei der Wahl der Kreditkarte bedenken, dass sowohl die Karte als auch das Girokonto wirklich zu Ihnen passen sollte. Auch Verbraucherschützer empfehlen, diese Finanzprodukte nur abzuschließen, wenn sie aufgrund ihrer Konditionen überzeugen. Auf keinen Fall sollte eine etwaige Prämie das einzige Argument sein, weshalb ein bestimmtes Girokonto abgeschlossen wird. Eine attraktive Prämie kann aber bei sonst gleichen Konditionen durchaus das Zünglein an der Waage sein, weshalb sich Verbraucher für ein bestimmtes Finanzprodukt entscheiden. Dabei sollten Kunden realistisch einschätzen, ob sie die Bedingungen für die Prämie wirklich erfüllen können.

Ist die Entscheidung für ein neues Konto endgültig gefallen, sollte das alte Konto in jedem Fall gekündigt werden. Das hat zwei Gründe: Einerseits löscht die Schufa dieses Konto dann aus der Akte des Kunden. Das ist ein wichtiger Aspekt, denn sowohl Girokonten als auch dazugehörende Kreditkarten werden in der Schufa-Akte des Kunden vermerkt. Zu viele Girokonten zu sammeln kann einen negativen Einfluss auf den Schufa-Score haben.

Das zweite Argument, weshalb ein altes Girokonto gekündigt werden sollte: Verbraucher gelten dann nach einer bestimmten Zeit wieder als Neukunden. Sie können langfristig wieder von bestimmten Neukunden-Angeboten profitieren. Beispielsweise bieten Banken neuen Kunden oftmals besonders attraktive Zinssätze sowie Zinsgarantien bei Tagesgeldkonten.

Übrigens: Wer die Kreditkarte seiner Wahl über CHECK24 abschließt, kann sich zusätzlich zur jeweiligen Gutschrift einen Reise-Gutschein in Höhe von 50 Euro sichern.

(bm)

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