0800 - 24 24 123
Telefonische Expertenberatung
Sie sind hier:

Kreditkarten für Jugendliche: Worauf ist zu achten?

12.09.2014 - 16:00

Viele Eltern reagieren zögerlich, wenn es darum geht, dem Nachwuchs eine eigene Kreditkarte zur Verfügung zu stellen. Ist das notwendig? Oder zu riskant? Und ist es überhaupt gesetzlich möglich?

Kinder sind ab dem vollendeten siebten Lebensjahr beschränkt geschäftsfähig – das regelt der Taschengeldparagraph §110 des Bürgerlichen Gesetzbuches. Die Einschränkung gilt bis zur Volljährigkeit. Aus diesem Grund dürfen Minderjährige keine Kredite erhalten und daher auch keine klassische Kreditkarte besitzen. Deshalb werden an sie ausschließlich Prepaid-Karten abgegeben.

Wie funktionieren Prepaid-Kreditkarten?

Mit Prepaid-Karten können Jugendliche die Vorteile einer Kreditkartegenießen.
Prepaid-Kreditkarten bieten denselben Vorteil wie Prepaid-Handys: Sie funktionieren erst, nachdem man sie mit einer selbst gewählten Guthabensumme aufgeladen hat.

Bei der Kreditkarte wird dabei die festgelegte Summe, zum Beispiel das Taschengeld, von einem Referenzkonto (in der Regel das Girokonto des Jugendlichen oder der Eltern) auf die Kreditkarte „überwiesen“. Ist das Geld eingetroffen, kann man die Karte zum bargeldlosen Bezahlen oder Geldabheben nutzen.

Da nur jene Summe verbraucht werden kann, die auf die Karte geladen wurde, ist das Verschuldungsrisiko äußerst gering. Um sicherzugehen, dass auch wirklich keine Überziehungsmöglichkeit besteht, sollte man das Kleingedruckte im Vertrag sehr genau und aufmerksam durchlesen.

Weitere Vorteile von Prepaid-Kreditkarten:

  • Wird das Taschengeld direkt auf die Kreditkarte gebucht, können Kinder und Jugendliche auf diese Weise nicht nur den verantwortungsbewussten Umgang mit Geld erlernen, sondern auch moderne Zahlungsarten kennenlernen. Diese Kombination ermöglicht es ihnen, ihre Geldgeschäfte eigenständig und auf dieselbe Weise zu tätigen wie Erwachsene – aufgrund der Prepaid-Funktion allerdings im geschützten Rahmen.
  • Egal ob im Urlaub oder auf Klassenfahrt - im Notfall können Eltern ihren Kindern mit einer Überweisung schnell Geld zukommen lassen.
  • Die Sperrung der Karte ist im Falle eines Diebstahls einfach durchzuführen. Ein Anruf unter der allgemeinen Sperr-Notrufnummer 116 116 genügt. Bemerkt man den Diebstahl nicht schnell genug, können die Übeltäter nur jenes Geld abheben, das sich auf der Kreditkarte befindet.

Mit welchen Kosten sind Prepaid-Kreditkarten verbunden?

Man kann mit Prepaid-Karten online oder im Laden bezahlen und Geld abheben. Nicht akzeptiert wird die Zahlung per Prepaid-Kreditkarte von Mietwagen-Verleihern, zum Teil auch von einzelnen Hotels. Summa summarum bieten sie dieselben Basis-Leistungen wie klassische Kreditkarten. Aber wie sieht es mit den Kosten aus? Im Oktober 2013 hat die Stiftung Warentest 24 Prepaid-Kreditkarten getestet und dabei herausgefunden, dass diese nicht teurer sind als echte Kreditkarten.

Jedoch sind nicht alle Anbieter dazu bereit, diese an Kinder und Jugendliche abzugeben. Neun der 24 getesteten Prepaid-Karten waren ausschließlich für volljährige Kunden bestimmt. Um via CHECK24 eine Prepaid-Kreditkarte beantragen zu können, muss man ebenfalls das 18. Lebensjahr vollendet haben.

Worauf sollte man bei Kreditkarten für Jugendliche besonders achten?

Ein Vergleich lohnt sich trotzdem, denn jede Karte bietet andere Vorteile. Mit der Wüstenrot Visa Prepaid sind keine Jahresgebühren verbunden, sie ist ab dem siebten Lebensjahr erhältlich und das bargeldlose Zahlen ist im Inland und der Eurozone kostenlos. Jedoch ist die Karte nur erhältlich, wenn man ein Girokonto eröffnet und einer Schufa-Prüfung zustimmt.

Um eine LBB Visa Prepaid zu erhalten ist das nicht notwendig. Allerdings muss man dafür mindestens zwölf Jahre alt sein. Die Jahresgebühr für unter 18-Jährige ist günstiger (zwölf Euro) als die für Erwachsene. Auch bei dieser Prepaid-Kreditkarte fallen für das bargeldlose Bezahlen im Inland und der Eurozone keine Kosten an. Zusätzlich zu den eben genannten Kriterien, sollte man sich vor Vertragsabschluss auch über die Gebühren für das Bargeldabheben im In- und Ausland informieren.

(lsc)

Weitere Artikel: