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Diese Grenzen gelten für Barzahlungen im Ausland

06.07.2015 - 07:30

Wer im Ausland höhere Summen bar bezahlt, muss mit Strafen rechnen. Einen ausgiebigen Einkaufsbummel in Italien oder ein Auto für die Rundreise in Griechenland sollte man daher lieber per Überweisung oder Karte bezahlen. Erfahren Sie hier, in welchem Urlaubsland Sie das Bargeld lieber in der Tasche lassen.

In Deutschland ist es zwar unüblich, eine Immobilie in bar zu erwerben – theoretisch wäre es aber möglich. Es ist lediglich geregelt, dass Händler eine Bezahlung mit mehr als 50 Münzen ablehnen können. Ebenso ist es reine Kulanz des Händlers, wenn Kunden einen sehr niedrigen Betrag mit einem großen Schein bezahlen möchten. Obergrenzen für Barzahlungen hingegen sind nicht vorgesehen. Das ist in vielen Ländern Europas bereits anders.

Diese Obergrenzen gibt es für Zahlungen mit Bargeld in Europa

Bargeld liegt auf einer Landkarte
Bargeld in der Urlaubskasse ist praktisch - höhere Summen sollte man allerdings lieber per Kreditkarte bezahlen.
Mit der richtigen Kreditkarte kann im Ausland gebührenfrei Bargeld abgehoben werden. Bei kleinen Summen ist die Barzahlung problemlos möglich, gerade in manchen Restaurants oder Ladengeschäften kann oft nur bar bezahlt werden. Doch ab einem gewissen Betrag werden für Verbraucher satte Strafen fällig, wenn sie Scheine und Münzen zücken.
Die Höchstgrenzen für die Bezahlung mit Bargeld dienen dem Kampf gegen Steuerhinterziehung, Kriminalität und Schwarzgeld.

Barzahlen in Europa - von A bis Z

Belgien: In Belgien dürfen Immobilien grundsätzlich nicht bar bezahlt werden, alle anderen Waren und Dienstleistungen können nur bis zu einem Betrag von 3.000 Euro bar beglichen werden. Die Strafe beläuft sich auf Beträge zwischen 250 und 250.000 Euro.

Bulgarien: In Bulgarien können Beträge bis zu einer Summe von 7.670 Euro (umgerechnet) bar bezahlt werden.

Dänemark: In Dänemark wurde die Obergrenze für Barzahlungen bei Dienstleistungen auf rund 1.340 Euro (10.000 Dänische Kronen) festgelegt.

Frankreich: Ortsansässige dürfen in Frankreich lediglich 3.000 Euro bar bezahlen. Für ausländische Verbraucher hingegen liegt die Obergrenze bei 15.000 Euro. Ausnahmen gelten beispielsweise bei einem Autokauf unter Privatpersonen.

Griechenland: Generell liegt die Grenze für Barzahlungen in Griechenland bei 1.500 Euro. Einzige Ausnahme ist der Autokauf, hier dürfen auch höhere Summen bar fließen.

Italien: In Italien dürfen lediglich Beträge von bis 999,99 Euro bar bezahlt werden. Ab 1.000 Euro muss per Karte, Scheck oder Banküberweisung bezahlt werden. Seit 2014 dürfen Mieten generell nicht mehr bar bezahlt werden. Das gilt auch für Ferienhäuser sowie Ferienwohnungen. Die Strafen bei einem Verstoß sind saftig: Mindestens werden 3.000 Euro fällig, es können aber auch bis zu 40 Prozent des bezahlten Betrags berechnet werden.

Polen: Die Höchstgrenze für Zahlungen in bar liegt in Polen bei 15.000 Euro.

Portugal: In Portugal dürfen nur Beträge bis zu 1.000 Euro in bar bezahlt werden, sofern eine der Parteien ein Händler ist.

Rumänien: Beträge über 2.260 Euro müssen in Rumänien per Überweisung oder Karte bezahlt werden.

Spanien: Ausländer dürfen in Spanien Beträge von bis zu 15.000 Euro in bar bezahlen. Wichtig ist, dass die betreffende Person nicht in Spanien lebt. Für Ortsansässige hingegen gilt eine Obergrenze von 2.500 Euro. Wer gegen diese Regelung verstößt, kann mit einer Strafzahlung von 25 Prozent des Betrags rechnen.

Slowakei: Privatpersonen können in der Slowakei Beträge von bis zu 5.000 Euro bar bei Händlern bezahlen. Unter Privatleuten liegt die Höchstgrenze bei 15.000 Euro.

Tschechien: Pro Tag können in Tschechien 13.000 Euro in bar bezahlt werden.

In Schweden, Finnland, Estland, den Niederlanden, Irland und Großbritannien können Händler teilweise die Annahme von hohen Summen an Bargeld verweigern, sofern sie dies in ihrem Geschäft zuvor ausgewiesen haben. In Deutschland, Österreich, Slowenien, Zypern, Litauen, Lettland und Island gibt es keine Höchstgrenzen für die Bargeldzahlungen.

Bargeld komplett abschaffen? Das spricht dafür - und dagegen

Die Deutschen mögen ihr Bargeld. Einer Umfrage von YouGov zufolge, möchten drei von vier Befragten in Geschäften weiterhin bar bezahlen können. Auch Datenschützer befürworten die Barzahlung. Schließlich hinterlässt Bargeld keine Datenspuren, in Zeiten des NSA-Skandals und der Vorratsdatenspeicherung scheint das ein schlagendes Argument zu sein. Genau diese Anonymität des Bargelds machen sich allerdings auch Steuerhinterzieher und Kriminelle zunutze.

Müsste alles bargeldlos bezahlt werden, könnte der Kriminalität und Steuerhinterziehung ein Riegel vorgeschoben werden, so die Überlegung der Bargeld-Gegner. Einer von ihnen ist der ehemalige Abba-Sänger Björn Ulvaeus. Er lebte im Rahmen eines Selbstversuchs ein Jahr lang ohne Bargeld in Schweden. Unannehmlichkeiten habe er nur erlebt, wenn er eine Münze für den Einkaufswagen im Supermarkt gebraucht habe, erklärte Ulvaeus in einer Mitteilung. Seiner Meinung nach ist Bargeld mit hohen Transaktionskosten verbunden, unhygienisch und fördert zudem die Kriminalität. Die Kartenzahlung bietet außerdem große Sicherheit: Geht die Karte verloren, kann sie direkt gesperrt werden, das Geld ist gerettet. Bargeld hingegen ist in der Regel einfach weg.

Kritiker geben zu bedenken, dass die Abschaffung von Bargeld vor allem ein Vorteil für die Banken sei. Björn Eriksson, der Vorsitzende der Sicherheitsbranche in Schweden, glaubt, dass Geldinstitute die Kartenzahlung lediglich fördern, weil sie damit Geld verdienen. „Wenn es kein Bargeld mehr gibt, können Banken die Gebühren für die Zahlung per Karte beliebig erhöhen“, so Eriksson.

(bm)
 

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