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Weiterbildung: So finanzieren Sie den nächsten Karriereschritt

27.05.2015 - 15:55

Ob ein berufsbegleitender Abendkurs oder ein Vollzeitstudium: Viele Arbeitnehmer planen im Laufe ihres Berufslebens eine Weiterbildung. Oftmals schrecken Berufstätige vor den Kosten einer Weiterqualifizierung zurück. Mit staatlicher Förderung und zinsgünstigen Weiterbildungskrediten lässt sich der Wunsch nach dem beruflichen Auf- oder Umstieg jedoch günstig verwirklichen.

Lebenslanges Lernen ist in der heutigen Zeit wichtiger denn je. Der Aussage „Arbeitnehmer müssen sich ständig weiterbilden, um mithalten zu können“ stimmen laut der aktuellen Arbeitnehmerstudie des sozialen Netzwerkes XING über 66 Prozent der befragten Akademiker zu, bei allen anderen Arbeitnehmern waren es knapp über 60 Prozent. Vom berufsbegleitenden Abendkurs bis zum Vollzeitstudium gibt es zahlreiche Möglichkeiten, um beruflich weiterzukommen. In einigen Fällen bieten Arbeitgeber interne Fortbildungen an oder übernehmen die Kosten für die Weiterqualifizierung ihrer Mitarbeiter. Doch oftmals sind Berufstätige, die sich fortbilden möchten, bei der Finanzierung auf sich gestellt.

Karrierewünsche: Sprachkurse und Unternehmensgründung liegen vorn

Bücher, Doktorhut und Abschlussdiplom
Ob Doktor oder Diplom: Eine Weiterbildung eröffnet neue Karrierechancen.
Kurskosten, Prüfungsgebühr, Fahrtgeld: Eine Weiterbildung kann teuer werden. Viele Arbeitnehmer schrecken vor den möglichen Kosten zurück. Wer sich laufend weiterbildet, seine Fachkenntnisse verbessert oder sich spezialisiert, hat jedoch häufig bessere Aufstiegschancen und kann mit einem höheren Gehalt rechnen. Nicht nur finanziell kann sich die Investition lohnen, sondern eine Umschulung oder Weiterbildung führt unter Umständen auch zu mehr Zufriedenheit im Job.

Bei den Karrierewünschen der Deutschen liegen laut einer Studie der Creditplus Bank Sprachkurse und die Unternehmensgründung weit vorne. Wenn Geld keine Rolle spielt, würden sich knapp jeder Dritte bzw. 26 Prozent für diese Optionen entscheiden. Jeder Vierte würde sich den Wunsch vom Arbeiten im Ausland erfüllen, 23 Prozent eine Ausbildung, Weiterbildung oder Umschulung absolvieren. Rund 13 Prozent geben an, ein Studium beginnen zu wollen, je zwölf Prozent würden sich für ein individuelles Coaching entscheiden bzw. eine Doktorarbeit schreiben. Aber auch wenn Geld eine Rolle spielt, müssen Karrierewünsche nicht unerfüllt bleiben.

Staatliche Förderung für Weiterbildung nutzen

Mit Stipendien, Prämien und Bildungsdarlehen unterstützt der Staat Bundesbürger, die sich beruflich weiterentwickeln oder eine Ausbildung absolvieren möchten. Stiftung Warentest hat im vergangenen Jahr die wichtigsten Förderprogramme für verschiedene Zielgruppen zusammengetragen:

Förderung für angehende Meister/ Fachwirte/ Studenten:

- Wer eine Berufsausbildung im handwerklichen oder industriellen Bereich abgeschlossen hat und sich weiterqualifizieren möchte, kann das sogenannte Meister-Bafög in Anspruch nehmen. Gefördert werden Lehrgangs- und Prüfungskosten mit Zuschüssen und zinsgünstigen Darlehen.

- Das Weiterbildungsstipendium richtet sich an junge Fachkräfte unter 25 Jahren, die in Ausbildung und Beruf besonders gute Leistungen erbracht haben. Sie können bis zu drei Jahr lang Zuschüsse für Fortbildungen erhalten, etwa für die Qualifizierung zum Fachwirt oder Betriebswirt oder für EDV- und Sprachkurse. Die Teilnehmer müssen jedoch mindestens zehn Prozent der Lehrgangskosten selbst aufbringen.

- Mit dem Aufstiegsstipendium fördert der Staat besonders begabte junge Berufstätige, die erstmals ein Studium aufnehmen möchten. Voraussetzung ist ein sehr guter Ausbildungsabschluss. Die geförderten Studierenden erhalten monatliche Zuschüsse von bis zu 750 Euro, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten.

- Der staatlich geförderte und deshalb sehr zinsgünstige Studienkredit der KfW-Förderbank wird an Personen zwischen 18 und 44 Jahren vergeben, die ein Erst- oder Zweitstudium sowie ein Ergänzungs- oder Aufbaustudium aufnehmen möchten oder eine Promotion anstreben. Voraussetzung ist, dass das Studium an einer staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschule mit Sitz in Deutschland als Vollzeit-, Teilzeit- oder als berufsbegleitendes Studium aufgenommen wird. Die monatlich ausgezahlten Beträge liegen zwischen 100 und 650 Euro.

Förderung für Arbeitnehmer mit einem Einkommen bis zu 20.000 Euro:

- Arbeitnehmer und Selbständige, die älter sind als 25 Jahre und über ein zu versteuerndes Jahreseinkommen von bis zu 20.000 Euro verfügen, können vom Programm Bildungsprämie der Bundesregierung profitieren. Förderberechtigte Arbeitnehmer können alle zwei Jahre an beruflichen Weiterbildungen teilnehmen und erhalten dafür einen Prämiengutschein, der die Hälfte der Kurskosten abdeckt. Maximal steuert der Staat 500 Euro bei, die übrigen Kosten müssen Teilnehmer selbst aufbringen. Zusätzlich können Verbraucher mit dem Weiterbildungssparen die Kosten für langwierige und teure Fortbildungen ansparen und erhalten dafür eine Arbeitnehmersparzulage.

Förderung für Beschäftigte in kleinen und mittleren Betrieben und Arbeitnehmer ohne Berufsabschluss:

- Mit dem Förderprogramm WeGebAU unterstützt die Bundesagentur für Arbeit Beschäftigte, die keinen Berufsabschluss haben und Arbeitnehmer in Betrieben mit weniger als 250 Mitarbeitern. Sie können einen Weiterbildungskurs außerhalb des Unternehmens besuchen, den die Arbeitsagentur anteilig oder sogar komplett finanziert. Bei Arbeitnehmern ohne Berufsabschluss wird auch gefördert, wenn sie innerhalb ihres Betriebs einen Berufsabschluss oder eine Teilqualifikation erlangen möchten.

Förderung für Arbeitslose und Arbeitssuchende:

- Arbeitslose und Arbeitssuchende können eine Weiterbildung über einen Bildungsgutschein der Bundesagentur für Arbeit finanzieren und damit ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt verbessern. Das gilt auch für Berufstätige, deren Arbeitsvertrag ausläuft oder die von einer Kündigung betroffen sind. Hält die Arbeitsagentur eine Weiterbildung für sinnvoll, übernimmt sie alle Kosten, die für den Lehrgang oder Kurs anfallen, wie Fahrt und Verpflegung sowie gegebenenfalls Kosten für die Unterbringung und Kinderbetreuung.

Darüber hinaus bieten einzelne Bundesländer Weiterbildungsprogramme an, die sich meist an Berufstätige mit geringen und mittleren Einkommen richten.

Tipp: Zuschüsse mit günstigem Weiterbildungskredit kombinieren

Um die Kosten für eine Weiterbildung zu tragen und den eigenen Lebensunterhalt zu bestreiten, reicht die Förderung durch staatliche Programme nicht immer aus. Zudem werden oft nur bestimmte Vorhaben oder Personengruppen gefördert – nicht jeder erhält staatliche Unterstützung für seine Fortbildung. Wer in diesem Fall nicht auf ausreichende Ersparnisse zurückgreifen kann, muss dennoch nicht auf eine Weiterqualifizierung verzichten.

Neben der KfW-Förderbank bieten auch andere Banken Weiterbildungskredite zu günstigen Konditionen an. Wird durch staatliche Förderung nur ein Teil der Fortbildungskosten abgedeckt, können Arbeitnehmer diese Darlehen als Ergänzung nutzen. Wer nicht staatlich gefördert wird, kann die Kosten einer Qualifizierung auch komplett über einen Kredit finanzieren. Vom Staat können sich Verbraucher trotzdem Geld zurückholen, denn die Kosten für Weiterbildungen sind in der Regel steuerlich absetzbar.

Verbraucher, die eine Weiterbildungsmaßnahme planen, sollten zunächst ausrechnen, wie viel Geld sie für das geplante Vorhaben benötigen. Neben Kosten für Kurse oder Lehrgänge sollten auch mögliche Fahrt- sowie Unterbringungskosten berücksichtigt werden. Den benötigten Betrag können Arbeitnehmer anschließend bequem über das Internet als Darlehen beantragen. Um sich passende Kreditangebote für Ihre Weiterbildung anzeigen zu lassen, geben Sie in den CHECK24-Kreditvergleich den gewünschten Betrag und die passende Monatsrate für die Rückzahlung ein sowie, dass Sie den Kredit zur „freien Verwendung“ beantragen möchten. In diesem Fall sind Sie bei der Verwendung des Geldes nicht eingeschränkt und können den Betrag je nach Wunsch und Bedarf für die Kosten eines Weiterbildungskurses verwenden sowie für Fahrtkosten, Lehrmaterial und Prüfungsgebühren, aber auch für eine Sprachreise oder ein individuelles Coaching.
 
Bildungsurlaub für Weiterbildung beantragen
Arbeitnehmer können sich in den meisten Bundesländern für eine bestimmte Zeit von ihrer Berufstätigkeit freistellen lassen, um an einer Weiterbildung teilzunehmen. Einen Überblick über die Regelungen für Bildungsurlaub in Deutschland finden Interessierte auf der Homepage des Deutschen Bildungsservers, einem Gemeinschaftsservice von Bund und Ländern.

(hd)

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