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Tag des Studenten: Teures Studium über Kredit finanzieren

17.11.2013 - 10:00

Knapp 80 Prozent der Abiturienten in Deutschland studieren nicht, weil sie Sorge haben, die Ausbildung nicht finanzieren zu können – dies ergab eine 2009 durchgeführte Erhebung des Bundesbildungsministeriums unter 86.000 potentiellen Hochschülern. Diese Sorge ist nicht unberechtigt: Der deutsche Durchschnittsstudent benötigt laut einer Schätzung des Deutschen Studentenwerks im Monat knapp 757 Euro – auf diesen Betrag summieren sich die monatliche Ausgaben für die eigene Wohnung, Lehrmaterial, Lebensmittel und Konsumausgaben. Insbesondere, wenn die Eltern ihre studierenden Kinder finanziell nicht unterstützen können und die Voraussetzungen für die staatliche Finanzstütze BAföG nicht gegeben sind, müssen sich die angehenden Akademiker nach alternativen Geldquellen umschauen.

Um auch Schulabgängern ohne wohlhabendes Elternhaus den Studienwunsch zu ermöglichen, bieten verschiedene Banken spezielle Studienkredite zu besonders günstigen Konditionen an - normale Ratenkredite bekommen Studenten, aufgrund des meist fehlenden monatlichen Einkommens, von der Bank oft nicht bewilligt. Die speziellen Studienkredite unterscheiden sich von Ratendarlehen durch zwei Eigenschaften: Anstatt einer einmaligen Auszahlung der benötigten Darlehenssumme, zahlt die Bank dem Studenten monatlich den vereinbarten, benötigten Geldbetrag aus. Die Tilgung des Studienkredites beginnt bei den meisten Banken zudem erst nach Beendigung des Studiums, um den Studenten die Möglichkeit zu geben, nach der Hochschulausbildung einen Arbeitsplatz zu finden und die ausstehende Schuld über das Gehalt zurückzuzahlen.

Staatlich geförderter KfW-Studienkredit

Vor dem Abschluss eines Studienkredites sollten Hochschüler die verschiedenen Konditionen genau vergleichen.
Deutsche Studenten, die für die Finanzierung ihres Studiums auf fremde Finanzmittel angewiesen sind, greifen am häufigsten auf den staatlich subventionierten Studienkredit der KfW-Bankengruppe zurück. Laut der Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerkes nutzten im Jahr 2012 vier Prozent aller deutschen Hochschüler die Finanzspritze der staatlichen Förderbank. Studenten werden bei der KfW-Bankengruppe mit maximal 650 Euro monatlich unterstützt. Aktuell werden für das subventionierte Darlehen 3,16 Prozent Effektivzinsen fällig. Die Verzinsung des Studiendarlehens orientiert sich an der Höhe des 6-Monats-Euribor und wird immer zum ersten April und Oktober für ein halbes Jahr festgelegt. Studenten im Erst- und Zweitstudium können das Darlehen für eine Auszahlungsphase zwischen sechs Monaten und sieben Jahren in Anspruch nehmen – bei postgradualen Studiengängen liegt der Auszahlungszeitraum zwischen sechs Monaten und drei Jahren.

 

Der KfW-Studienkredit muss jedoch nicht direkt im Anschluss an die Auszahlungsphase getilgt werden: Bei beiden Fördermöglichkeiten besteht nach der Auszahlung des Darlehens die Möglichkeit, eine Karenzphase von sechs bis 23 Monaten zu nutzen, in der weder Zinsen noch Rückzahlungsraten fällig werden. Für die Rückzahlung des Darlehens haben Studenten je nach Höhe des gesamten Kreditbetrages bis zu 25 Jahre Zeit.

Gefördert werden Studenten, die bei Aufnahme des KfW-Studienkredites maximal 44 Jahre alt sind, die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen und im Bundesgebiet studieren. Förderberechtigt sind zudem EU-Bürger, die sich bei Beantragung des Studienkredites bereits mindestens drei Jahre rechtmäßig in der Bundesrepublik leben und sogenannte Bildungsinländer, die über eine deutsche Hochschulzugangsberechtigung verfügen.

Das Studiendarlehen der KfW-Bankengruppe kann jedoch nicht bei der Förderbank selbst oder über einen Kreditvergleich beantragt werden. Über private Banken oder ein Studentenwerk können interessierte Hochschüler die ausgefüllten und unterschriebenen Unterlagen zur Beantragung des staatlichen Studienkredites einreichen.

Studenten-Bildungsfonds der Deutschen Kreditbank

Unter den Privatbanken bietet die Deutsche Kreditbank, DKB, einen sehr günstigen Studienkredit an – den DKB-Studenten-Bildungsfonds. Dieses Darlehen kann direkt bei der Bank oder über einen kostenlosen Kreditvergleich beantragt werden. Potentielle Darlehensnehmer müssen bei einer Universität, Fachhochschule oder privaten Bildungseinrichtung immatrikuliert sein und dürfen zu Beginn des Studiums maximal 30 Jahre alt sein. Um den Studienkredit der DKB aufnehmen zu können, muss der Hochschüler zudem deutscher Staatsbürger sein und seinen ständigen Wohnsitz in der Bundesrepublik haben.

 

Ebenso wie der Studienkredit der KfW-Bank werden die Finanzspritzen bei der DKB in monatlichen Raten auf das Konto des Studenten überwiesen. Die maximale monatliche Auszahlung beträgt 650 Euro – zudem haben Kreditnehmer die Möglichkeit, eine einmalige Zusatzfinanzierung in Höhe von 5.000 Euro in Anspruch zu nehmen. Für das Darlehen erhebt die Privatbank aktuell einen Effektivzins in Höhe von 6,49 Prozent. Die Rückzahlung des DKB-Bildungsfonds gestaltet sich ähnlich wie beim staatlichen Förderkredit: Im Anschluss an die Auszahlungsphase haben Studenten eine zwölfmonatige Zahlungspause, in der weder Zinsen noch Tilgungsraten fällig werden. Zurückgezahlt werden muss die geliehene Geldsumme im Anschluss innerhalb von zwanzig Jahren. Im deutschlandweiten Studienkredit-Test des Centrums für Hochschuldentwicklung (CHE) erzielte der DKB-Studenten-Bildungsfonds im Juni dieses Jahres mit vier von fünf Punkten einen Spitzenplatz.

Worauf Studenten bei der Wahl des passenden Kredites achten sollten

Egal für welche finanzielle Förderung sich angehende Studenten entscheiden: Vor der Unterzeichnung eines Kreditvertrages sollten Hochschüler genau prüfen, wie viel Geld sie wirklich für ihr Studium benötigen, rät Ulrich Müller, Projektleiter beim CHE. Auch die Bedingungen für die Rückzahlung der Darlehen sollten Verbraucher vor der Aufnahme eines bestimmten Studienkredites genau prüfen. Neben elementaren Kreditkonditionen, wie dem Annahmerichtlinien, dem effektiven Jahreszins und den Rückzahlungsmodalitäten sollten sich Studenten überlegen, ob sie während des Studiums ein Auslandssemester absolvieren möchten und ob dieser Auslandsaufenthalt von der Bank finanziert wird. Bei Studienkrediten sei nicht alles Gold, was glänzt – Interessierte sollten daher genau prüfen, ob die angebotenen Konditionen zu den individuellen Bedürfnissen passen, rät Müller allen Studenten. Über einen unverbindlichen Kredit-Vergleich können sich interessierte Studenten über die unterschiedlichen Darlehenskonditionen und Annahmerichtlinien verschiedener staatlicher und privater Banken informieren.

 

(as)

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