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Studienkredit: Wie finde ich das passende Darlehen? (1)

17.09.2015 - 13:15

An manchen Hochschulen in Deutschland hat das Wintersemester bereits begonnen, andernorts genießen (angehende) Studierende noch ihre Semesterferien oder bereiten sich auf den Studienstart vor. Für viele ist eine Frage dabei allgegenwärtig – die Frage nach dem Geld.

Ob Erstsemester, baldiger Absolvent oder Langzeitstudent: Angehende Akademiker sollten frühzeitig abklären, wie sie im nächsten Halbjahr über die Runden kommen. Ein Weg zu finanzieller Absicherung während des Semesters führt über einen Studienkredit. Wir erklären, wann ein solcher zu empfehlen ist und worauf Studierende bei der Auswahl des richtigen Darlehens achten sollten.

Vor dem Studienkredit: Unbedingt Alternativfinanzierungen überprüfen!

Studenten lernen gemeinsam
Unbeschwert an der Uni: Mit einem Studienkredit können sich angehende Akademiker voll und ganz auf ihr Studium konzentrieren.
Ein Studienkredit ist in aller Regel mit einer großen und vor allem langfristigen finanziellen Verpflichtung verbunden und sollte daher nie unüberlegt in Anspruch genommen werden. Stattdessen sollten Studierende und angehende Hochschüler zunächst andere, meist günstigere Wege der Studienfinanzierung in Betracht ziehen.

Können die Eltern oder Großeltern finanzielle Unterstützung leisten? Kommt BAföG infrage oder gar ein Stipendium? Bleibt neben dem Studium noch Zeit, um mit einem Nebenjob selbst für den Lebensunterhalt zu sorgen? All diese Fragen gilt es im Vorfeld zu beantworten, ehe man sich für die Aufnahme eines Studienkredites entscheidet.

Erhält der Studierende jedoch kein BAföG (mehr), kann ihm auch seine Familie nicht genug unter die Arme greifen, reicht ein etwaiges Stipendium zum Überleben nicht aus und fehlt die Zeit für einen Nebenjob, dann kann der Studienkredit zuweilen die letzte Option sein, die den Weg in die akademische Laufbahn ebnet.

Wer diesen Schritt geht, steht gewiss nicht allein auf weiter Flur: Jährlich entscheiden sich laut aktuellen Statistiken rund 60.000 Studierende für die Aufnahme eines Studienkredites.

Das A und O: Den monatlichen Bedarf ermitteln

Ein Studienkredit ist in der Regel dazu gedacht, dem Studierenden ein monatliches Einkommen zu sichern. Aus diesem Grund wird das Geld meist in monatlichen Teilbeträgen an den Studierenden ausgezahlt. Je nach geldgebendem Institut kann der Hochschüler dabei sogar selbst wählen, welchen Betrag er in Anspruch nimmt. Beim größten und bekanntesten Anbieter von Studienkrediten – der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) – ebenso wie bei der Deutschen Kreditbank (DKB) ist beispielsweise ein monatlicher Auszahlungsbetrag von bis zu 650 Euro möglich. Spezielle, oft fachgebundene, Angebote mit monatlichen Beträgen von 1.000 Euro oder mehr existieren auch, sind jedoch eher die Ausnahme.

Generell ist bei der Wahl des monatlichen Auszahlungsbetrages jedoch die Vernunft gefragt: Wer sich unüberlegt für den Höchstbetrag entscheidet, gelangt schnell zu einer höheren fünfstelligen Kreditsumme. 650 Euro über die Dauer von zehn Semestern etwa bedeuten unterm Strich einen Darlehensbetrag von 39.000 Euro – Zinsen noch nicht eingerechnet. Höher noch kann die finanzielle Belastung werden, wenn der Studienkredit mit anderen Finanzierungen kombiniert wird, wie etwa BAföG oder einem weiteren Studiendarlehen, das später zurückgezahlt werden muss.

Damit am Ende des Geldes nicht noch zu viel Monat übrig bleibt, sollte der Betrag gleichzeitig auch nicht zu niedrig angesetzt sein. Unsere Empfehlung: In jedem Fall den Bedarf genauestens berechnen. Bedarfsrechner, wie sie beispielsweise auf der Internetseite der KfW zu finden sind, liefern bereits einen ersten Anhaltspunkt. Durch die Gegenüberstellung aller monatlichen Einnahmen und Ausnahmen lässt sich schnell feststellen, wie viel Geld tatsächlich benötigt wird.

Tipp für die Auswahl des richtigen Auszahlungsbetrags: Bei manchen Anbietern von Studienkrediten werden schon während der Auszahlungsphase Zinsen fällig, durch die sich der monatlich zur Verfügung stehende Betrag verringert. Dies sollte bei der Wahl des passenden Betrages mit berücksichtigt werden.

Die Suche nach dem passenden Studienkredit: Die Nadel im Heuhaufen?

Auf bundesweiter Ebene wird die KfW aktuell von den meisten Studentenwerken empfohlen, nicht zuletzt aufgrund der besonders günstigen Konditionen. Darüber hinaus gibt es jedoch unzählige weitere Angebote sowohl regionaler als auch überregionaler Banken, diverse Bildungsfonds, ebenso wie studiengangspezifische Darlehen. Aus dieser langen Liste die passende Finanzierung zu finden, ist durchaus mit einem gewissen Aufwand verbunden. Eine gute Orientierung kann hier der Studienkredittest vom Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) bieten, in dem aktuell 31 Darlehen dargestellt und beurteilt werden.

Die Auswahl des richtigen Studienkredites sollte am Ende immer eine Einzelfallentscheidung bleiben, schließlich zeichnet sich das beste Darlehen nicht nur durch günstige Konditionen aus oder dadurch, dass es von vielen Institutionen empfohlen wird, – wichtiger noch ist, dass es bestmöglich zu den Wünschen, Bedürfnissen und Anforderung des Hochschülers passt. Aus diesem Grund haben wir einige Fragen zusammengestellt, die die Suche nach dem richtigen Studienkredit etwas erleichtern sollen:
 
Passt der Studienkredit zu meinem Studium?
  • Unterstützt das geldgebende Institut meine Hochschule und meinen Studiengang? Ist die Finanzierung eines Teilzeitstudiums oder einer Promotion möglich?
  • Ist nach dem Bachelor eine Verlängerung der Finanzierung über die Dauer des Masters möglich?
Passt der Studienkredit zu meinen Plänen?
  • Ist die Finanzierung eines Fach- oder sogar Hochschulwechsels möglich?
  • Kann ich mit dem Studienkredit auch Auslandssemester oder sogar ein vollständiges Auslandsstudium finanzieren?
Passt der Studienkredit zu meinen Bedürfnissen?
  • Wie hoch ist der maximale monatliche Auszahlungsbetrag?
  • Kann ich den monatlichen Auszahlungsbetrag selbst bestimmen?
  • Kann ich den monatlichen Auszahlungsbetrag während der Auszahlungsphase ändern?
  • Bietet das geldgebende Institut einen Baranteil an für eventuelle Sonderausgaben?
Passt der Studienkredit zu meinem Geldbeutel?
  • Wie hoch ist der effektive Jahreszins?
  • Wird der Zins regelmäßig angepasst oder handelt es sich um einen Festzins?
  • Wann werden die Zinsen fällig?
Passt der Studienkredit zu meinen Plänen für die Zukunft?
  • Wie lang ist die maximale Rückzahlungsdauer?
  • Wie hoch ist die minimale monatliche Rückzahlungsrate?
  • Wann beginnt die Rückzahlung?
  • Sind Sondertilgungen kostenlos möglich?

Was du heute kannst besorgen…

Sie fragen sich, warum die Rückzahlung bereits bei der Wahl des passenden Studienkredites wichtig ist? Die Antwort hierauf finden Sie im zweiten Teil: Studienkredit: Wie funktioniert die Rückzahlung? (2)

(fh)

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