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SEPA-Umstellung: Das ändert sich für Ihren Kredit (Teil 3)

04.10.2013 - 10:00

Wie viele andere Kreditnehmer in Deutschland haben Sie mit Sicherheit in den letzten Wochen Post von Ihrer Bank bekommen. Der Inhalt ist stets der gleiche: Ab dem ersten Februar 2014 werden die nationalen Bezahlsysteme der einzelnen Euro-Länder abgeschafft und in den einheitlichen Zahlungsverkehrsraum SEPA (englisch: Single European Payment Area) zusammengelegt.  Was sich ab diesem Zeitpunkt für Kreditnehmer in Deutschland ändert, erklären wir im dritten Teil unserer SEPA-Artikelserie.

Teile der Artikelreihe:

  1. Was ist SEPA?
  2. SEPA-Umstellung beim Girokonto: Was sollten Bankkunden beachten?
  3. Welche Folgen hat die SEPA für Kreditnehmer?
  4. SEPA und Tagesgeld: Was ändert sich für Verbraucher?
  5. Auswirkungen der SEPA für Kreditkartenbesitzer
  6. Beeinflusst die SEPA-Umstellung auch Festgeldanlagen?
Der Begriff SEPA bedeutet für Verbraucher also ein länderübergreifendes Bezahlsystem für die gesamte Euro-Zone – ab diesem Tag werden alle Überweisungen und Lastschriften, die in der Währungsunion getätigt werden, einheitlich aussehen. Diese Umstellung soll einerseits den Zahlungsverkehr in der Euro-Zone erleichtern, andererseits auch die Kosten, die bisher für länderübergreifende Zahlungen angefallen sind, reduzieren.

Neues SEPA-Lastschriftverfahren für die Kredittilgung

Ob und was sich für Kreditnehmer mit der SEPA-Einführung im Februar 2014 ändert, hängt im Wesentlichen davon ab, zu welchem Zeitpunkt der Kredit bei der Bank aufgenommen wurde. Die einzige Änderung, die ab diesem Zeitpunkt auf jeden Schuldner zukommt, betrifft das Lastschriftverfahren, mit dem die monatlichen Tilgungsraten von der Bank eingezogen werden.

Nach der SEPA-Einführung müssen bei diesen Lastschriften nicht mehr die Kontonummer und Bankleitzahl des Kreditnehmers angegeben werden, sondern die „International Bank Account Number“ (IBAN). Diese 22-stellige Kennziffer identifiziert jedes Girokonto weltweit. Aktuell finden Verbraucher die IBAN ihres Girokontos beispielsweise auf der Rückseite der Girocard oder auf dem Kontoauszug. Bei Lastschrift-Einzugsermächtigungen, die an eine ausländische Banken vergeben werden, müssen Schuldner während der zweijährigen Übergangsfrist zusätzlich zur IBAN den Bank Identifer Code (BIC) angeben – die Ziffernfolge wird nach Einführung der SEPA die bekannte Bankleitzahl ersetzen. Die Angabe dieser zweiten Bankidentifikation ist jedoch nur bis Februar 2016 möglich – ab dann werden sowohl inländische, als auch internationale Lastschriften ausschließlich über die IBAN abgewickelt.

Neben den neuen Kontodaten müssen Schuldner mit der Einführung der SEPA ein Lastschriftmandat unterzeichnen, um den Einzug der fälligen Kreditraten von ihrem Girokonto in Auftrag zu geben. In diesem Mandat wird schriftlich festgehalten, dass der Darlehensnehmer die kreditgebende Bank zum Einzug der fälligen Kreditraten ermächtigt. Zudem ist das Lastschriftmandat für die Bank des Schuldners die rechtliche Legitimation, diese Zahlungsforderung einzulösen.

Entscheidend ist der Zeitpunkt des Kredit-Abschlusses

Verbraucher, die ihren Kreditvertrag bereits vor November 2009 abgeschlossen haben und das Darlehen bereits tilgen, werden schriftlich von der Bank über den Umzug der Lastschrift auf SEPA-Richtlinien informiert. Das Geldhaus zieht die bereits bestehende Einzugsermächtigung zum Lastschriftverfahren selbst auf ein neues SEPA-Lastschriftmandat um. Die hierfür notwendige Mandatsreferenz und die Gläubiger-Identifikationsnummer finden Schuldner ab diesem Zeitpunkt auf allen Lastschriftenzügen. Verbraucher, die ihren Kreditvertrag nach Juli 2012 abgeschlossen haben, haben in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) der Bank bereits die neuen Richtlinien für das SEPA-Lastschriftverfahren unterzeichnet - da die Banken die neuen SEPA-Richtlinien für Lastschriften bereit in den AGBs vermerkt haben, kommen auf diese Kreditnehmer im Februar 2014 keine weiteren Änderungen zu.

Bei Kreditverträgen, die nach Einführung der SEPA ab Februar 2014 bei einer Bank abgeschlossen werden, müssen Verbraucher das SEPA-Lastschriftmandat separat im Darlehensvertrag unterzeichnen. Während Kreditnehmer bisher direkt im Darlehensvertrag eine Erlaubnis zum Einzug der Tilgungsraten unterzeichnet haben, beauftragt der Schuldner die Bank nun über das gesonderte Mandat zum Einzug der einzelnen Raten für den Kredit. Zusammen mit dem Kreditvertrag erhält der Verbraucher nach der SEPA-Umstellung ein standardisiertes Formular in das lediglich Name, Anschrift und IBAN des Kreditnehmers eingetragen werden muss. Das unterschriebene SEPA-Lastschriftmandat wird im Anschluss gemeinsam mit sämtlichen relevanten Unterlagen bequem per PostIdent-Verfahren an die Bank zurückgeschickt.

Am SEPA-Lastschriftverfahren ändert sich für alle Kreditnehmer zudem, dass die Bank den Einzug der Kreditrate über eine sogenannte Pre-Notification, also eine Vorabinformation, ankündigt. In diesem Schreiben des Gläubigers müssen der exakte Geldbetrag und das Fälligkeitsdatum der Lastschrift vermerkt sein. Zudem muss der Kreditnehmer diese Vorabinformation mindesten 14 Kalendertage vor Fälligkeit der nächsten Darlehensrate erhalten, um sich auf die Kontobelastung einstellen zu können und für eine ausreichende Deckung seines Girokontos zu sorgen.

Lesen Sie nächste Woche im vierten Teil der SEPA-Artikelreihe, welche Änderungen sich bei der SEPA-Umstellung für Inhaber von Tagesgeldkonten ergeben.

(as)

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