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Diese Kredit-Gebühren müssen Verbraucher nicht zahlen

13.09.2013 - 11:35

Die aktuellen Kreditzinsen verleiten viele Verbraucher dazu, Konsumanschaffungen auf Pump zu tätigen. Zu Recht, denn über einen günstigen Autokredit können Verbraucher aktuell viel Geld bei der Anschaffung eines neuen Fahrzeuges sparen. Doch nur dann, wenn die Kreditkonditionen wirklich günstig sind, rentiert sich eine kreditfinanzierte Anschaffung. Im Kleingedruckten der Kreditverträge einiger Banken verstecken sich jedoch oftmals Gebühren, die die Kosten für das scheinbar günstige Darlehen extrem in die Höhe treiben - das viele dieser Gebühren von Gerichten bereits für unzulässig erklärt wurden, stört die Banken dabei wenig.

Verbraucherschützer halten Kreditnehmer regelmäßig dazu an, einen Kreditvertrag nicht leichtfertig zu unterschreiben, sondern insbesondere das Kleingedruckte kritisch zu lesen. Annabel Oelmann von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen bestätigt, dass Banken und Sparkassen oftmals überraschend kreativ sind, wenn es darum geht, den Kunden Geld für eigentlich kostenfreie Leistungen abzuknöpfen.

Gebühren für die Kredit-Bearbeitung – unzulässig

Bereits 2012 hat das Oberlandesgericht Dresden entschieden, dass Banken künftigen Kunden für die Bearbeitung einer Kreditanfrage keine zusätzlichen Gebühren in Rechnung stellen dürfen. Trotz der eindeutigen Rechtsprechung verlangen einige Banken und Sparkassen nach wie vor die unzulässige Gebühr zusätzlich zu den Kreditzinsen. Meist wird eine Bearbeitungsgebühr in Höhe von zwei bis drei Prozent der Kreditsumme veranschlagt. Bei einem Darlehen in Höhe von 20.000 Euro können so bis zu 600 Euro fällig werden. Andrea Heyer von der Verbraucherzentrale Sachsen betont, dass die Bearbeitung eines Verbraucherkredites alleine im Interesse der Bank liege – der Kunde habe von dieser Bearbeitung keinen Vorteil und muss daher auch keine Gebühr für diese Leistung bezahlen.

Schuldner, die die gesetzeswidrige Gebühr bereits an ein Geldhaus überwiesen haben, können dieses Entgelt über ein schriftliches Formular zurückfordern. Sollte die Bank eine Rückerstattung verweigern, sollen die Geschädigten laut Annabel Oelmann mit Urteilen anrücken und notfalls die Verbraucherzentrale einschalten. Zudem können betrogene Kreditnehmer einen Anwalt hinzuziehen und die Rückerstattung der Gebühren vor Gericht einklagen. Lediglich, wenn die Bank in einem Beratungsgespräch bereits eine Bearbeitungsgebühr angesprochen hat, kann der geprellte Verbraucher das Geld nicht mehr rückwirkend einfordern.

Kosten für die Führung eines Kreditkontos – unzulässig

Für die Führung des Kreditkontos dürfen Banken ebenfalls keine Gebühren verlangen – dies entschied der Bundesgerichtshof im Jahr 2011. Das oberste Gericht begründete den Gerichtsentscheid damit, dass die Führung eines Kreditkontos für den Verbraucher keine zusätzliche Sonderleistung darstellt sondern ebenfalls lediglich im Interesse der Bank liege – durch die Zahlung einer derartigen Gebühr würde der Kunde unangemessen benachteiligt, so der BGH in seiner Erklärung weiter. Kreditnehmer müssten der Bank lediglich den vereinbarten Darlehenszins bezahlen.

Bereits gezahlte Kontoführungsgebühren können Verbraucher ebenfalls schriftlich von der Bank zurückfordern. Über die Internetauftritte der einzelnen Verbraucherschutzzentralen können sich Schuldner verschiedene Musterbriefe und Tipps holen, um die bezahlten Gebühren von der Bank zurückzuverlangen.

Um sich viel Ärger und Papierkrieg oder gar eine mögliche Gerichtsverhandlung mit der Bank zu sparen, sollten Verbraucher das Kleingedruckte ihres Kreditvertrages vor Unterzeichnung unbedingt aufmerksam studieren und gegebenenfalls einen Sachverständigen hinzuziehen.

(as)

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