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Oldtimer: Zahl der automobilen Schätzchen steigt kontinuierlich

19.06.2013 - 12:00

Nach wie vor ist Deutschland ein gutes Pflaster für Fahrzeuge aller Art. Das gilt vor allem für betagte automobile Vehikel. Während der Absatz von Neuwagen seit Monaten nur schleppend läuft, stieg die Zahl der mit einem H-Kennzeichen registrierten Fahrzeuge hierzulande im vergangenen Jahr weiter an. Das teilte der Verband der Automobilindustrie (VDA) mit. "Bis dass der Rost uns scheidet" ist offenbar für viele Liebhaber klassischer Karossen keine Option.

So waren zum Jahreswechsel 254.053 Pkw mit H-Kennzeichen (das "H" steht für "historisches Fahrzeug") beim Kraftfahrt-Bundesamt registriert. Gegenüber 2011 ist der Bestand damit um rund zehn Prozent gewachsen und hat einen neuen Höchststand erreicht. Insgesamt, das geht aus Zahlen des VDA hervor, steigt die Zahl der Oldtimer seit einem Jahrzehnt kontinuierlich an (2003 waren lediglich rund 109.000  Pkw mit H-Kennzeichen zugelassen). Ein H-Kennzeichen kann in Deutschland für Fahrzeuge beantragt werden, die älter als 30 Jahre sind. Außerdem müssen sie technisch einwandfrei sein und den Originalzustand aufweisen.

Einheitliche Kfz-Steuer, günstige Versicherungsbeiträge

Dann zahlt der Halter eine pauschale Kfz-Steuer von 191 Euro im Jahr. Auch die Kfz-Versicherung kann im Vergleich zu aktuellen Modellen der gleichen Marke günstiger ausfallen, da Oldtimer in aller Regel von der Assekuranzen in günstige Typ- und Regionalklassen eingestuft werden. Oldtimer sind zudem von der Umweltplakette befreit. Auch rußende Alt-Diesel dürfen somit selbst in die grünen Umweltzonen einfahren.

Gemessen am Pkw-Gesamtbestand von über 43 Millionen zum 1. Januar 2013 ist die Flotte der betagten Autos in Deutschland dennoch mit unter 0,6 Prozent überschaubar. Dafür stehen die meisten von ihnen sehr gut da. Ihre Besitzer investieren viel Zeit, Schweiß und Geld in die Restaurierung und den Erhalt der teils seltenen und edlen Stücke.

Beliebtester "Oldie" ist der VW-Käfer

Das nach den Zulassungszahlen mit Abstand beliebteste Modell mit H-Zulassung ist der VW-Käfer. Über 27.000 der knuffigen Gefährte tragen das begehrte Nummernschild. Kein Wunder, wurde der kleine Wolfsburger doch von 1938 bis 2003 insgesamt rund 21,5 Millionen Mal verkauft - Weltrekord! Auf dem zweiten Platz folgt - etwas luxuriöser - die Mercedes Limousine W123 mit 8.869 angemeldeten Exemplaren. Auch dieses Modell war bereits zu seiner Zeit ein Verkaufsrenner und wurde zwischen 1975 und 1986 fast 2,4 Millionen Mal gebaut.

Auch die weiteren Ranglisten-Plätze belegen Mercedes-Modelle - der sportliche SL der Baureihe 107 und der "Strich-Acht" sind bei Oldtimer-Freunden ebenfalls sehr beliebt. Danach folgen Porsche 911/912 und der legendäre VW-Bulli. Eine ausländische Preziose findet sich in den Top Ten der Oldtimer nicht - der Alfa Romeo Spider kommt erst auf Rang 14.

Nur 61 Prozent der Oldtimer haben ein H-Kennzeichen

Längst nicht alle Autos mit 30 Jahren und mehr auf dem Blechbuckel fahren mit einem historischen Kennzeichen durch die Gegend. Laut dem Kraftfahrt-Bundesamt sind 39 Prozent der angemeldeten Pkw nach wie vor mit einem ganz normalen Nummernschild ausgerüstet. Neben den historischen Pkw sind hierzulande zudem rund 35.000 weitere betagte Fahrzeuge - etwa Lastwagen, Traktoren und Motorräder - mit H-Kennzeichen gemeldet.

Viele verbinden mit einem Oldtimer vor allem Raritäten wie den Jaguar S-Typ, einen der seltenen ersten Mercedes-Flügeltürer, gewaltige Bugatti-Modelle aus den 20er und 30er Jahren oder eben Klassiker wie den Käfer, die Ente oder den Manta. Doch auch eher unscheinbare Autos haben es in diesem Jahr zum Oldtimer gebracht - etwa der VW Golf der zweiten Generation, der 1983 auf den Markt kam.

(srh)

 

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