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Schnee und Eis: Fahren ohne Winterreifen gefährdet den Kaskoschutz

08.10.2012 - 17:54

Mit dem Herbst bricht die kalte Jahreszeit an. Höchste Zeit für Autofahrer, den Wagen winterfest zu machen. Dazu gehört eine entsprechende Bereifung. Wer auf winterlichen Straßen mit Sommerreifen unterwegs ist, riskiert Bußgelder, Punkte in Flensburg – und den Verlust des KFZ Versicherungsschutzes in der Kasko.

Einen festen Zeitraum, ab wann winterliche Bereifung aufgezogen werden muss, gibt es in Deutschland nicht. Im Volksmund gilt als Faustregel der Zeitraum „von O bis O“: Von Oktober bis Ostern. Der Gesetzgeber bleibt in der Novelle der Straßenverkehrsordnung von 2010 in der Formulierung vage. Sobald die Wetterlage winterliche Straßenverhältnisse  mit Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- und Reifglätte verursache, müsse der Autofahrer auf wintertauglichen Reifen unterwegs sein.

Verstoß gegen Winterreifenpflicht kann teuer werden

Wer dann mit Sommerreifen angehalten wird, zahlt 40 Euro Strafe, bei Behinderung anderer Verkehrsteilnehmer ist das Doppelte fällig. Bringt er andere Autofahrer in Gefahr, sieht der Bußgeldkatalog 100 Euro Strafe vor. Kommt es zu einem Unfall, erhöht sich die Summe auf 120 Euro. In jedem Fall gibt es einen Punkt auf das Verkehrssünder-Konto in Flensburg.

Rechtlich unklar ist bisher, ob bei Verstößen gegen die Winterreifenpflicht der Halter oder Fahrer des Fahrzeugs bestraft werden. Die Mitglieder der Verkehrsministerkonferenz, die am vergangenen Donnerstag und Freitag tagte, wünschten sich in diesem Punkt eine eindeutige rechtliche Regelung. Dies sagte Medienberichten zufolge Jens-Uwe Schade, Pressesprecher des Ministeriums für Infrastruktur und Landwirtschaft des Landes Brandenburg, das die Konferenz in Cottbus ausrichtete.

Bei einem Autounfall  ist zudem der Kaskoschutz der KFZ Versicherung in Gefahr. Den Schaden am gegnerischen Fahrzeug übernimmt die eigene KFZ Haftpflicht. Die Kostenerstattung der Schäden am eigenen Wagen kann die Kaskoversicherung jedoch mit Verweis auf eine grobe Fahrlässigkeit des Versicherten kürzen oder ganz verweigern. In einigen Kaskotarifen kann der Versicherte diesen Umstand explizit gegen einen Aufpreis ausschließen– das ist jedoch kein Freibrief für Fahrten mit Sommerreifen auf schneeglatter Fahrbahn.

Eine klare Definition für Winterreifen fehlt bisher

Neben der zeitlich unspezifischen Angabe zur Winterreifenpflicht fehlt zudem eine klare gesetzliche Definition von Winterreifen. Hier wartet der deutsche Gesetzgeber auf eine Vorgabe der EU. Daher sind auch Ganzjahresreifen mit entsprechender Kennzeichnung eine mögliche, wenn auch von Experten nur bedingt empfohlene Alternative. Reifen mit einer eingeprägten Schneeflocke (am besten in Kombination mit  der Aufschrift M+S, englisch für „mud and snow“ – Schnee und Matsch) sind dagegen ausgewiesen winterfest. Sie müssen eine Profiltiefe von mindestens 1,6 Millimeter aufweisen, Experten raten jedoch zu mindestens vier Millimeter Tiefe.

Der ADAC hat in einem aktuellen Test insgesamt 37 Reifenmodelle auf Wintertauglichkeit überprüft. Keines erreichte die Bestnote „sehr gut“, aber elf Reifen konnten mit „gut“ überzeugen. „Mangelhaft“ vergaben die Tester des Automobilclubs bei vier Modellen.

Vorsicht bei Fahrten in den Winterurlaub ins Ausland

Wer für den Winterurlaub ins Ausland fährt, sollte sich vor Reisebeginn über die jeweiligen Bestimmungen informieren. Wer die geltenden Bestimmungen beachtet, wahrt bei einem Schaden den Schutz seiner Autoversicherung. So gilt etwa in den nordischen Ländern Finnland und Schweden während der Wintermonate eine generelle Winterreifenpflicht. In Italien, der Schweiz und in Frankreich gilt sie dagegen nur in begrenzten Zeiträumen und für bestimmte Gebiete. In Österreich sind zwischen November und April bei Schnee und Eis auf den Straßen Winterreifen Pflicht.

(srh)

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